Nieder-Liebersbach

„Für Hass und Hetze ist in Nieder-Liebersbach kein Platz“

Gemeinsame Erklärung aus dem Ortsteil Nieder-Liebersbach unterstützt Unterbringung von Flüchtlingen. Ortsvorsteher Marc Steinmann betont: "NiLi" ist offen und tolerant.

Ortsvorsteher Marc Steinmann will deutlich machen, dass Nieder-Liebersbach bereit ist, Geflüchtete Menschen aufzunehmen.
Ortsvorsteher Marc Steinmann will deutlich machen, dass Nieder-Liebersbach bereit ist, Geflüchtete Menschen aufzunehmen.

Für die Pläne zur Unterbringung von Flüchtlingen im ehemaligen katholischen Jugendhaus erhält die Gemeinde Birkenau Rückendeckung aus dem Ortsteil Nieder-Liebersbach. In einer gemeinsamen Erklärung stellen sich die örtlichen Vereine und der Ortsbeirat geschlossen hinter das Vorhaben. Das Schreiben ist am Freitag auch an Bürgermeister Milan Mapplassary übersandt worden.

Die unterzeichnenden Vereine des Birkenauer Ortsteils nehmen darin zustimmend zur Kenntnis, dass die Gemeinde Birkenau das ehemalige katholische Jugendhaus in der Pfarrer-Müller-Straße in Nieder-Liebersbach erwerben will, um dort Flüchtlinge unterzubringen. „Nach Auffassung der Vereine ist das eine gute Lösung, um das ortsbildprägende Gebäude auf Dauer zu erhalten und weiterhin in einer Form zu nutzen, die der Allgemeinheit dient“, heißt es weiter, und das nicht nur für den Moment, sondern „auch über die Zeit hinaus, die es für die Unterbringung von Geflüchteten benötigt wird“.

Geht es nach dem Willen der Gemeindevertretung, soll das ehemalige katholische Jugendhaus als Flüchtlingsunterkunft dienen. Foto: Fritz Kopetzky
Geht es nach dem Willen der Gemeindevertretung, soll das ehemalige katholische Jugendhaus als Flüchtlingsunterkunft dienen.

Auch Erwartungen erwähnt

Mit ihrer Erklärung verbinden die Vereine aber auch eine klare Erwartung. Sie gehen davon aus, dass die Gemeinde auf eine Inanspruchnahme anderer kommunaler Räume in Nieder-Liebersbach für die Unterbringung von Flüchtlingen oder anderen in Not geratenen Menschen verzichtet. Insbesondere gelte das für das Alte Rathaus und das Dorfgemeinschaftshaus. Hier hatte es Überlegungen gegeben, einen Teil der Räume ebenfalls für die Unterbringung von Flüchtlingen zu nutzen (wir haben berichtet). Diese Räume müssten „auch in Zukunft uneingeschränkt den örtlichen Vereinen für ihre ehrenamtliche Arbeit zur Verfügung stehen“.

In ihrer Erklärung signalisieren die örtlichen Vereine ausrücklich ihre Bereitschaft, sich bei der Integration der Flüchtlinge einzubringen und sie in ihren eigenen Reihen aufzunehmen, sofern sie dies wünschen. Zugleich treten sie einer Ausgrenzung dieser Menschen entschieden entgegen. Die klare Botschaft lautet: „Für Hass und Hetze ist in Nieder-Liebersbach kein Platz.“

Zeichen setzen für die Nutzung des ehemaligen Jugendhauses

Ortsvorsteher Marc Steinmann begrüßt es, dass die Vereine und die Mitglieder des Ortsbeirates aktiv ein Zeichen setzen für die Nutzung des ehemaligen Jugendhauses, und zwar „zunächst für die Unterbringung von Hilfe und Schutz suchenden Menschen und langfristig als Ort einer sozialen Nutzung für die Liebersbacher“. Weiter erklärte Steinmann: „Wir sind in Liebersbach eine starke Gemeinschaft und haben schon oft bewiesen, dass wir offen sind für andere Kulturen und den Einfluss immer als sehr positiv für Liebersbach empfunden haben.“

Die Gemeinde hatte im Dezember beschlossen, das ehemalige katholische Jugendhaus in der Pfarrer-Müller-Straße von der Kirche zu erwerben und darin Flüchtlinge unterzubringen. Mit einer Online-Petition, initiiert von einem Kai Richter aus Luxemburg, sind bislang rund 300 Unterschriften gegen die Pläne gesammelt worden. Etliche Kommentare zu der Petition auf change.org stammen nicht von Einwohnern, für die Unterschriften dürfte gleiches gelten.