Energie

Ein „Vorzeigeprojekt“ auf dem Kahlberg

Der Windpark der Gemeinden Fürth und Grasellenbach wirft nicht nur Strom ab. Bürgermeister Oehlenschläger und Landrat Engelhardt ziehen Bilanz

Der Windpark der Gemeinden Fürth und Grasellenbach auf dem Kahlberg ist vor knapp fünf Jahren eingeweiht worden. Die Verantwortlichen in Fürth ziehen eine positive Bilanz. Foto: Fritz Kopetzky
Der Windpark der Gemeinden Fürth und Grasellenbach auf dem Kahlberg ist vor knapp fünf Jahren eingeweiht worden. Die Verantwortlichen in Fürth ziehen eine positive Bilanz.

Die Energiewende und der damit einhergehende Ausbau der erneuerbaren Energien sind zentrale Themen unserer Zeit. Durch immer mehr elektronische Geräte in den Haushalten sowie die fortschreitende Elektrifizierung im Verkehrs- oder im Wärmesektor durch Wärmepumpen wird stetig mehr Strom benötigt – und das idealerweise aus erneuerbaren Energiequellen.

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Eine Möglichkeit, mehr „grünen“ Strom zu erhalten, ist der Ausbau von Photovoltaik-Anlagen. „Allerdings zeigt ein Blick ins Solarkataster Hessen, dass die Dachflächen im Kreis Bergstraße nicht ausreichen werden, um den regionalen Strombedarf zu decken.“ So ist es jedenfalls in einer Pressemitteilung aus dem Landratsamt zu hören.

Eine weitere Möglichkeit stellt die Windkraft dar, „denn Windkraftanlagen sind rund zehnmal so ertragreich wie Freiflächen-PV-Anlagen auf derselben Grundfläche“, heißt es weiter. Auf dem Gebiet des Kreises Bergstraße gibt es derzeit 16 Windräder, fünf davon stehen im Windpark Kahlberg zwischen Fürth und Grasellenbach. Diesen besuchte Landrat Christian Engelhardt vor Kurzem und informierte sich bei Fürths Bürgermeister Volker Oehlenschläger über den Windpark.

„Sogar ein Touristenmagnet“

„Der Windpark hier zwischen Fürth und Grasellenbach ist ein echtes Vorzeigeprojekt“, so Engelhardt. Nicht nur, weil dort „richtig viel Strom“ erzeugt werde, sondern auch, weil die Kommunen die Bürger vor der Errichtung mit ins Boot geholt hätten und „die Mehrheit für den kleinen Windpark begeistern konnten“. Oehlenschläger berichtete, dass einige Menschen den Windpark sogar als Touristenmagneten sehen. Seine Lage direkt am Nibelungensteig sei mit dafür verantwortlich.

Die Windkraftanlagen seien aber auch im Hinblick auf die Energiewende ein Erfolgsprojekt. Mit einer installierten Gesamtleistung von 16,5 Megawatt (MW) produzierten die fünf Windräder etwa 45 Gigawattstunden (GWh) Strom. Damit könnten rund 11 250 Vier-Personen-Haushalte mit einem Durchschnittsverbrauch von circa 4000 Kilowattstunden (KWh) für ein ganzes Jahr versorgt werden.

Auf die beiden Kommunen Fürth und Grasellenbach umgelegt bedeute dies, dass die drei Windräder auf Fürther Gemarkung die Energieversorgung des Ortes zu 188 Prozent decken. Die zwei Anlagen auf Grasellenbacher Gemarkung deckten die Energieversorgung von Grasellenbach sogar zu 245 Prozent. Und das obwohl die Windräder auch bei Wind manchmal stillstehen müssten – etwa, wenn bereits zu viel Energie im Stromnetz ist, um eine Überlastung zu verhindern, oder um Fledermäuse zu schützen. Abgesehen von dem hohen Stromertrag bringen die Windräder den Kommunen zudem Pachteinnahmen und eine Umsatzbeteiligung.

Thema Naturschutz

Bürgermeister Oehlenschläger berichtete, dass während die Windräder errichtet wurden, die Projektverantwortlichen viele Maßnahmen umgesetzt hätten, um die Natur zu schützen. So habe es am Kahlberg keinerlei Wasserverschmutzung und auch kein Vogelschlag gegeben. Beides war von Naturschützern in Zusammenhang mit dem Windpark befürchtet worden. kb