Fürth

Eine feurige Nacht in Fürth

Abertausende Menschen bevölkern den Ortskern der Weschnitztalgemeinde. Dieser ist einen Abend lang ein großes Festivalgelände.

Zu den spektakulären Höhepunkten der Fürther Nacht am Samstag zählten die Feuershows, die an unterschiedlichen Stellen stattfanden und jeweils viele Schaulustige in ihren Bann zogen. Foto: Philipp Reimer Photography
Zu den spektakulären Höhepunkten der Fürther Nacht am Samstag zählten die Feuershows, die an unterschiedlichen Stellen stattfanden und jeweils viele Schaulustige in ihren Bann zogen.

Noch ist die Fürther Nacht taghell, aber ihr besonderes Flair ist bereits zu spüren: Eine Stunde nach Eröffnung der langen Festival- und Einkaufsmeile quer durch den Ortskern tummeln sich am frühen Samstagabend bereits einige Tausend Menschen in der Weschnitztalgemeinde. Am späteren Abend und in der Nacht werden es immer mehr, die Marke vergangener Jahre von rund 15 000 Besuchern dürfte locker erreicht worden sein – gezählt hat niemand.

Newsletter

Holen Sie sich den WNOZ-Newsletter und verpassen Sie keine Nachrichten aus Ihrer Region und aller Welt.

Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

Zwischen der Postkreuzung und dem Finanzamt, wo eine Schlemmermeile mit diversen gastronomischen Angeboten platziert war, gab es schon früh fast kein Durchkommen mehr. Ganze Familien nutzten die Chance, sich für die bevorstehenden Stunden zu stärken. Neben den gegrillten und frittierten Klassikern konnten dabei auch besondere Spezialitäten wie gegarte Pfälzer Dampfnudeln gekostet werden.

Durch die Menge bahnten sich elfenhaft gekleidete junge Frauen auf Stelzen ihren Weg, sorgten für staunende (Kinder-)Augen und waren ebenso begehrtes wie geduldiges Motiv für Handyfotos. Als die Dunkelheit hereinzog, wandelten sie in in allen Regenbogenfarben leuchtenden Kleidern umher – ein besonderer Blickfang in der Fürther Nacht. Ein solcher waren auch die Feuershows der Künstler von artArtistica, die an unterschiedlichen Plätzen stattfanden und dort immer für viel Aufsehen und Auflauf sorgten.

Bummeln, shoppen, feiern

Die Fürther Nacht ist eine Veranstaltung des Gewerbevereins. Ursprünglich als lange Einkaufsnacht konzipiert, hat sie sich im Laufe der Jahre zu einem Musik-, Food- und Shoppingfestival entwickelt, das Menschen aus weitem Umkreis ins Weschnitztal lockt. Wer am Samstag auf der für den motorisierten Verkehr gesperrten Bundesstraße unterwegs war, den fingen alle paar Meter neue visuelle und akustische Eindrücke ein.

Eine besondere Rolle spielte dabei auch diesmal die Musik: Auf fünf Bühnen sorgten unterschiedliche Bands und Künstler für Festivalatmosphäre. Ob die Rebellentaler an der „Spitz“ mit klassischer Volksmusik zum Mitsingen und -klatschen animierten, Fresh in Höhe des Nigefa-Stores Rockklassiker wie „Black Night“ von Deep Purple oder „Paranoid“ von Black Sabbath zelebrierte oder die Supernova Plasmajets auf dem Marktplatz ihren Metal durch die Boxen jagten: Innerhalb weniger Meter war (fast) die ganze Breite der Musikwelt durchschritten. Und dann folgten noch die bluesigen Klänge von Greyhound an der Postkreuzung und die stimmungsvolle Musik von Los Dos B.A. „in den Betten“. Nur Auszüge aus dem Musikprogramm der Fürther Nacht.

Dass diese sich auch ihren Charakter als Shoppingevent bewahrt hat, davon zeugten etliche Einkaufstüten in den Händen der Menschen, die an diesem Abend durch Fürth bummelten. Wo lässt sich auch sonst eine entspannte Shoppingtour mit dem Erlebnis eines facettenreichen Familienfestes verbinden? Die Sperrung der Durchgangsstraße war dabei auch am Samstag kein Hindernis, denn innerörtliche Umfahrungen stehen ebenso zur Verfügung wie ausreichend Parkplätze in unmittelbarer Nähe zum Ortskern. Auf diesen zeugten die Kennzeichen am Samstag davon, dass die Fürther Nacht längst nicht nur Besucher aus dem näheren Umkreis anlockt.

Und noch etwas war am frühen Abend zu beobachten: Viele Menschen nutzten die Weschnitztalbahn, um zu diesem Event zu gelangen: Wenn ein Zug in den nahen Bahnhof einfuhr, war wenig später ein Zustrom in Richtung Fest- und Aktionsmeile wahrzunehmen.

Bleibt zu erwähnen, dass mit dem SV und dem FC auch wieder zwei große Fürther Vereine vertreten waren und die teilnehmenden Betriebe unterstützten. Und natürlich das imposante Feuerwerk, das gegen 23 Uhr die Fürther Nacht endgültig erhellte – und die Massen in den Straßen für wenige Minuten innehalten und in Richtung Himmel blicken ließ. arn