Fastnacht in Abtsteinach: Besuchermassen bei der Boa Narhalla 2025
Der Höhepunkt der närrischen Zeit in Abtsteinach ist gekommen: Die Boa Narhalla schlängelt sich durch die Straßen. Besuchermassen sind gekommen, um zuzusehen. Mit Video.
Abtsteinach. Es donnert „Helau“ aus unzähligen Kehlen, Bonbons regnen vom Himmel und Narren aller Altersklassen wetteifern um die begehrten Plätze direkt an der Straße – am Faschingssonntag herrschte in Abtsteinach Ausnahmezustand, denn es schlängelte sich die Boa Narhalla durch die Straßen.
Präsident Dr. Claudius Disam und Christian Birn führten die Besuchermassen am Rathaus durch das Programm. Insgesamt 40 Zugnummern waren in diesem Jahr rund um die Organisatoren des Ober-Abtsteinacher Karnevalclubs (OKACLU) zusammengekommen.
Magisch geht es beim OKACLU weiter
Genauso magisch wie bei den Prunksitzungen ging es beim Umzug weiter: Die Butler hatten sich mit ihrem Goldtopf noch einmal in ihre Koboldkluft geworfen, die Hexen hatten zu ihren Besen gegriffen, und die Tanzgruppen winkten als farbenfrohe Meerestiere.
Während sich das Prinzenpaar, Prinz Dominik I. „vom Schützenhof zur Hardbergquelle“ und Prinzessin Lea I., standesgemäß mit Prinzenschiff und Gardeeskorte kutschieren ließ, verschlug es den Prinzenbruder in ein kunstvolles Gruselkabinett. Das schwebte in einigen Metern Höhe über der Menge und neigte sich zuweilen in einem gefährlich anmutenden Winkel. Ein Höhepunkt dürfte wohl auch der vom Roman „Krabat“ inspirierte riesige Rabenkopf gewesen sein.
Aber auch die Gäste hatten sich reichlich ins Zeug gelegt: Während sich die Montagswanderer selbst aus dem Zylinder zauberten, ging es auch in den Weltraum mit „Space Y“ oder eben in den Dschungel zu einer Tikibar. Ganz vorne mit dabei: die Jüngsten von der Steinachtal-Grundschule, unter dem Motto „Schule der magischen Tiere“. Auch der FCO marschierte mit, sowohl als flauschige Monster als auch als Bier verteilende Mönche.
Unterstützung aus der Region
An so einem großen Umzug teilzunehmen, ließen sich auch die Karnevalisten aus den umliegenden Ortschaften nicht entgehen. Aus Trösel waren die Firegirls der TG Jahn mit einem Rapunzel-Turm gekommen, und das Heddesbacher Äppelwoi-Team hatte sich wieder in seinen detailverliebten Hogwartsexpress gesetzt. Besonders stark waren die Birkenauer vertreten, allen voran Prinzessin Anna I., „Sonnenschein der Grande Nation“, im Porsche-Cabrio und der BCV.
Auch die mittelalterlichen Schloofmitze aus Hornbach und der FKL Löhrbach mit dem (T)Raumschiff sorgten für reichlich Stimmung. Zum ersten Mal mit dabei waren die Tanzmädels der SVG Nieder-Liebersbach, die als Regenbogen-Quallen über die Straße schwebten und reichlich Applaus ernteten.
Aber auch die Überwälder Nachbarn hatten sich nicht lumpen lassen: Noch am Vorabend standen die Aktiven des CCA aus Affolterbach auf der Bühne, nur um mittags darauf mit ihrem Kreuzfahrtschiff über die Stoanischer Straßen zu schippern. Sogar eine Kostprobe hatte die Garde parat. Für Angst und Schrecken sorgten ganz mottogerecht die Houssmouge aus Aschbach mit einem Horrorwagen und schaurigen Kostümen.
Die Karnevalsgemeinschaft Gras-Ellenbach ließ sich bei der Gestaltung ebenfalls von der laufenden Kampagne mit dem Motto „Monopoly“ inspirieren, und die Hammelbacher beeindruckten mit einem detaillierten, an den „Herrn der Ringe“ angelehnten Gefährt.
Über die Landesgrenzen hinweg angereist waren Vertreter des Clubs der Pantoffelhelden aus Weinheim, die neben dem Elferrat auch ihre eigene Guggemusik-Kapelle mitgebracht hatten. Ebenfalls zum ersten Mal vertreten war das Weinheimer Hallenbad „HaWei“ mit einem entsprechenden Südsee-Dekor, inklusive rauchendem Vulkan.
Stoanischer Originale dürfen nicht fehlen
Ein kleines musikalisches Intermezzo zwischen den Ballermann- und Après-Ski-Hits boten der Wald-Michelbacher Posaunenchor und die Abtsteinacher „Hofkapelle“, der KKM Ober-Abtsteinach.
Noch lauter wurde es nur, als die beiden Stoanischer Originale, Philipp und Sepp, die in diesem Jahr nach fast 40 Jahren den Abschied feierten, die Kanone abfeuerten oder als die fast 60 Jahre motorisierte Badewanne über die Straßen flitzte. Den Abschluss bildete der nach etwa 70 Jahren Lebenszeit inzwischen etwas zerrupft aussehende schwarze Kater, bevor die Narrenmeute zum Feiern ins Festzelt weiterzog.