Grasellenbach

Grasellenbacher Ausreißer-Känguru Ragnar ist wieder zu Hause

Das Känguru-Männchen war ausgebüxt und wurde mitten in der Nacht von der Polizei an einer Bushaltestelle "aufgegriffen".

Äpfel gibt es nicht nur an Bushaltestellen, sondern heute auch im Gehege. Foto: Sigrid Koch
Äpfel gibt es nicht nur an Bushaltestellen, sondern heute auch im Gehege.

Immer nur zu Hause sitzen und mit Familie und Kumpels abhängen? Man muss sich auch mal ein Abenteuer gönnen! Das dachte sich vermutlich auch Känguru-Männchen Ragnar, als es in der Nacht auf Freitag zu einer kleinen Tour durch seinen Heimatort Grasellenbach aufbrach und für ordentlich Wirbel bei der Polizei, seiner Besitzerin und im Tierpark Fürth-Erlenbach sorgte.

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Und das kam so: Gegen 0.30 Uhr entdeckte eine Autofahrerin Ragnar, wie er an der Bushaltestelle in der Nibelungenstraße stand und sich dort in aller Ruhe ein paar Äpfel schmecken ließ. Sie rief die Polizei, die das zahme Tier problemlos einfangen konnte. Und wo bringt man so ein herrenloses Känguru hin? In den Bergtierpark Fürth-Erlenbach. Dort verbrachte Ragnar die Nacht in allerbester Gesellschaft. Dennoch: Der Transport in den Bergtierpark und wieder nach Hause war für das Wallaby strapaziös. "Wir machen uns Sorgen, weil das Tier sehr viel Stress ausgesetzt war", so Liedtke, denn Kängurus seien sehr stressempfindlich.

Während Ragnar in Fürth erstmal in Sicherheit war, schrillten bei Familie Liedtke in Grasellenbach die Alarmglocken. "Als meine Tochter und ich aufstanden, sahen wir auf unseren Handys bereits Whats-App-Nachrichten von Nachbarn: Es wäre ein Känguru ausgebüxt - ob das uns gehört." Und tatsächlich: Andrea Liedtke und ihre Familie kontrollieren den Stall - keine Spur von Ragnar. "Wir haben dann sofort die Polizei angerufen und Ragnar in der Früh im Bergtierpark abgeholt", sagt Andrea Liedtke.

Genug Aufregung für einen Tag. Jetzt wieder ab in die gute Stube. Foto: Sigrid Koch
Genug Aufregung für einen Tag. Jetzt wieder ab in die gute Stube.

Seit wann Ragnar in Grasellenbach lebt

Sie ist sichtlich erleichtert, dass ihr Schützling wieder wohlbehalten zu Hause ist. Ragnar lebt bereits seit etwa fünf Jahren in Grasellenbach. Familie Liedtke betreibt dort einen privaten Gnadenhof, unter anderem mit Hühnern, Kamerun-Schafen und zwei Kängurus. "Die beiden lebten vorher bei einem Mann, der schon über 80 Jahre alt und mit der Haltung der Tiere überfordert war", sagt Andrea Liedtke. Deshalb weiß auch niemand so genau, wie alt Ragnar ist. "Wir schätzen, er ist etwa sechs bis acht Jahre alt", so Liedtke. Ausreißen gehört normalerweise nicht zu seinen Beschäftigungen, verrät sie. "Er ist ein ganz lieber, braver Kerl."

Andrea Liedtke und der eigentlich "brave" Ausbüxer Ragnar. Foto: Sigrid Koch
Andrea Liedtke und der eigentlich "brave" Ausbüxer Ragnar.

Kamerun-Schafe sind seine besten Freunde

Am besten versteht sich Ragnar mit den Kamerun-Schafen auf dem Gnadenhof. "Die sind best friends", schmunzelt Andrea Liedtke. Die Känguru-Schaf-Truppe ist nun wieder komplett. Wie Ragnar das mit seiner Tour durch Grasellenbach genau angestellt hat, muss noch "ermittelt" werden. Äpfel stehen nicht so oft auf seinem Speiseplan - vielleicht haben die ihn zum Ausbüxen verführt. Ragnar jedenfalls hält sich an die goldene Regel: "Ein Gentleman genießt - und schweigt."