Kängurus im Garten? Was man über die Haltung wissen muss
Was für einen Ticket-Tarif bucht man als Känguru? Am Freitag wartete in Grasellenbach ein Känguru an der Bushaltestelle und aß genüsslich einen Apfel. Aber darf man einfach so eins zu Hause halten?
Spätestens seit Marc-Uwe Klings "Känguru Chroniken" ist bei manchem vielleicht die Idee erwachsen, wie es wohl wäre, ein kommunistisches Känguru als Haustier zu halten. Klar, Kommunist ist nicht jedes Känguru und sprechen können sie auch nicht, aber jetzt mal Tacheles: Kann man in Weinheim oder im Odenwald einfach so ein Känguru halten?
Die Antwort ist: Ja und Nein
Tatsächlich ist die Haltung von Kängurus in Deutschland erlaubt. Einfach so aus Australien importieren geht natürlich nicht und freiwillig, mit dem Bus, kommen die Tiere in der Regel auch nicht zu ihrem Besitzer. Nachdem das Känguru in Grasellenbach an der Bushaltestelle gesichtet wurde, fragte sich unsere Redaktion, ob man ein Känguru einfach so halten darf.
Für die Haltung eines Kängurus gibt es strenge Auflagen. Diese sind im Tierschutzgesetz und in verschiedenen Verordnungen festgelegt. Sie sollen sicherstellen, dass die Kängurus artgerecht gehalten werden.
Wie sind die Regelungen?
Kängurus sind bekannt dafür, viel zu hüpfen und zu rennen. Viel Platz ist nötig, um ihrem natürlichen Bewegungsdrang Herr zu werden. Sie müssen in großzügigen Gehegen gehalten werden, die ausreichend Rückzugsmöglichkeiten bieten. Eine Fläche von mehreren hundert Quadratmetern kann je nach Art erforderlich sein. Ehe man überhaupt über den Kauf eines Kängurus nachdenken kann, sollten die Anforderungen eingehalten werden.
Ein Känguru kommt selten allein ...
Da Kängurus Herdentiere sind, dürfen sie nicht einzeln gehalten werden. Um die Tiere artgerecht zu halten, ist die Haltung in Gruppen erforderlich, um den Tieren den nötigen sozialen Austausch zu ermöglichen. Mindestens zwei Kängurus sollte man zusammen halten.
Auch das Klima muss stimmen. Da Kängurus in der Natur in trockenen, warmen Gebieten leben, muss das Gehege an diese klimatischen Bedingungen angepasst werden. Um die Beuteltiere bei uns in der Region halten zu dürfen bedeutet das also, dass zusätzliche Heizmöglichkeiten in kälteren Monaten bereitgestellt werden. Kängurus brauchen Schutz vor Nässe und Kälte, insbesondere in den Wintermonaten. Auch was die Ernährung betrifft, muss man als Halter darauf achten, dass die Fütterung den natürlichen Bedürfnissen der Tiere angepasst wird, um Mangelerscheinungen oder gesundheitliche Probleme zu vermeiden.
Was, wenn das Känguru krank wird?
Ein Känguru ist kein Hamster. Es braucht regelmäßige tierärztliche Betreuung, idealerweise durch einen Experten, der sich mit exotischen Tieren auskennt. Regelmäßige Gesundheitschecks sind notwendig, um Krankheiten vorzubeugen und eine artgerechte Haltung sicherzustellen.
Was kostet ein Känguru?
Einfach so ein Känguru kaufen und im Garten - geschweige denn in der Wohnung - zu halten geht nicht. Das haben wir gelernt. Wenn man aber alle Anforderungen erfüllt und dem Traum vom Känguru näher kommt, braucht man nur noch eins: ein Känguru - beziehungsweise mehrere, damit sie nicht vereinsamen. Genaue Preisschilder hängen an den Tieren nicht, der Preis variiert je nach Art und Herkunft. Im Internet finden sich Preise zwischen 250 und 5.000 Euro je Beuteltier. Auch das Gehege hat seinen Preis. Der Bau eines geeigneten, großen Geheges kostet mehrere tausend Euro.
Zum Schluss
Um Kängurus in Deutschland halten zu können, müssen sie unter Bedingungen gehalten werden, die ihren natürlichen Lebensraum so gut wie möglich nachahmen, was vor allem viel Platz, soziale Kontakte, eine passende Umgebung und eine angepasste Ernährung bedeutet. Die Tiere brauchen viel Platz, den nicht jeder bieten kann. Beim Kauf eines solchen Beuteltiers sollte auch auf die Art und die Herkunft geachtet werden. Zudem sollte man sicherstellen, dass das Tier aus legalen Quellen stammt. Ein Känguru an einer Bushaltestelle in Grasellenbach zu finden, gehört nicht dazu. In diesen Fällen am besten die Polizei anrufen.