Blaulicht

Großeinsatz der Polizei im Wald-Michelbacher Ortsteil Aschbach

Ganz in der Nähe der Mehrzweckhalle hat es am Samstagabend in Aschbach einen Vorfall gegeben, der einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst hat.

Mit starken Kräften ist die Polizei am Samstagabend in Aschbach angerückt und sperrte die Zufahrt über die Gartenstraße. Foto: Jürgen Strieder
Mit starken Kräften ist die Polizei am Samstagabend in Aschbach angerückt und sperrte die Zufahrt über die Gartenstraße.

Wald-Michelbach-Aschbach. Für helle Aufregung sorgte am Samstagabend ein 36-Jähriger in Aschbach. Wie das Polizeipräsidium Südhessen in einer Pressemitteilung bekannt gab, habe der Mann vom Balkon seiner Wohnung in der Gartenstraße Schüsse abgegeben. Das löste einen Großeinsatz der Polizei aus, die auch mit Spezialkräften in dem Wald-Michelbacher Ortsteil anrückte.

WNOZ WhatsApp-Kanal

Die Weinheimer Nachrichten und Odenwälder Zeitung auf WhatsApp! Aktuelle Nachrichten aus deiner Region. Die Top-Themen jeden Mittag frisch auf dem WhatsApp-Kanal.

Impressum

Nach Angaben des Polizeipräsidiums konnte der 36-Jährige im Laufe des Einsatzes unverletzt festgenommen werden. „Die Person wurde nach der Festnahme in ein psychiatrisches Krankenhaus eingeliefert. Bei der Durchsuchung konnte eine Schreckschusspistole aufgefunden werden. Es bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung für Dritte“, heißt es in der Polizeimeldung. Die Gartenstraße wurde demnach zu Beginn des Einsatzes um 20 Uhr gesperrt und erst gegen 4 Uhr früh wieder freigegeben. „Es gibt bei solchen Einsätzen immer noch einen Nachlauf“, begründete ein Polizeisprecher auf Nachfrage unserer Redaktion am Sonntag die Sperrung bis zum frühen Morgen. Weitere Angaben konnte er zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht machen.

In Windeseile verbreitet

In den sozialen Medien verbreitete sich die Nachricht in Windeseile – nicht zuletzt auch deswegen, weil in der Mehrzweckhalle, die unterhalb der Gartenstraße liegt, die Fastnachtssitzung des örtlichen Karnevalsvereins „Die Hussmouge“ lief. Dabei hieß es unter anderem, dass die Besucher aufgrund des Polizeieinsatzes bis um 4 Uhr in der Halle bleiben mussten und erst dann nach Hause gelassen wurden.

„Das stimmt alles nicht“, machte jedoch der Vorsitzende der Hussmouge, Horst Gramlich, im Gespräch mit unserer Redaktion am Sonntagmorgen klar. „Natürlich herrschte eine gewisse Aufregung, nachdem wir während des ersten Teils und in der Pause die Besucher über den Vorfall informiert hatten, aber die Sitzung ist ansonsten ganz normal gelaufen und die Leute konnten danach auch alle heimgehen. Und die Halle war weder abgesperrt noch von der Polizei umstellt“, erklärte er. Eine Gefahr für die Gäste habe nach Polizeiangaben zu keiner Zeit bestanden.

Großaufgebot angerückt

Nichtsdestotrotz war es auch für ihn sowie für die Verantwortlichen der Hussmouge und die Besucher ein aufregender Abend. So bekamen sie mit, dass die Polizei mit einem Großaufgebot angerückt war und sich zum Teil auch an der Kreuzung an der Mehrzweckhalle sammelte. „Wir wussten aber auch zunächst nicht, was los war“, erzählte Gramlich. Der Vorsitzende erreichte dann aber über die Feuerwehr, die ebenso wie der Rettungsdienst vor Ort war, die Einsatzleiter: „Die haben uns gesagt, dass wir nur zusehen sollen, dass die Leute nicht draußen herumlaufen, dass sie aber zum Rauchen rauskönnen.“ Nach Absprache mit den Einsatzleitern wurde jedoch der hintere Eingang, in dem Bereich befinden sich die Umkleidekabinen für die Fußballer und die Toiletten, geschlossen, weil dort Polizeiwagen geparkt waren und sich die Einsatzkräfte gesammelt hatten.

Nach der Sitzung achteten die Verantwortlichen und die Security-Mitarbeiter darauf, dass keiner der Besucher die an der Mehrzweckhalle liegende Treppe benutzte, die hoch zur Gartenstraße führt, und leiteten sie vorrangig über den nun wieder geöffneten Hintereingang ins Freie, wie Gramlich weiter berichtete. Bei der Abfahrt habe es für manche Gäste eine gewisse Wartezeit aufgrund der Präsenz der Einsatzkräfte beziehungsweise deren Wagen gegeben, „ansonsten konnte jeder ohne Probleme nach Hause“. So galt sein Dank am Ende der Polizei und den Rettungsdiensten dafür, dass sie „bei uns nicht dichtgemacht haben“.

Weber in Kontakt mit Polizei und Faschingsverein

Der Wald-Michelbacher Bürgermeister Dr. Sascha Weber war am Samstagabend zu Hause, als er von dem Vorfall hörte. „Ich war aber in Kontakt mit der Polizei und dem Faschingsverein“, erklärte er gegenüber unserer Redaktion. „Ich war sehr besorgt und bin froh, dass kein Dritter zu Schaden gekommen ist“, hob er hervor. Sein Dank galt der Polizei sowie den Hussmouge für ihren besonnenen Umgang mit der Situation.