Handball-Leidenschaft in Birkenau: Historisches in Kadels Schaufenstern
Wolfgang Kadel verwandelt sein Elektrofachgeschäft in ein lebendiges Handball-Museum. Dort zeigt er Erinnerungsstücke aus den goldenen Jahren des TSV Birkenau.
Wenn er über den Handballsport spricht, dann mit purer Leidenschaft. Und seine Begeisterung merken auch diejenigen, die dieser Tage am Elektrofachgeschäft von Wolfgang Kadel in der Birkenauer Hauptstraße nicht nur vorbeigehen, sondern ganz gezielt stehen bleiben. Denn in seinen Schaufenstern hat Kadel TSV- und Handballsport-Geschichte zu einer kleinen Ausstellung zusammengestellt. In ausgedienten Röhrenfernsehern und in Fangnetzen sind Erinnerungsstücke in Schwarz-Weiß drapiert, nämlich die aus den Jahren 1964, 1966 und 1974 – „unvergessene Jahre für den Handball in Birkenau“, wie Kadel sagt.
Ein Feldhandball von 1975
Fotos, Wimpel, Trainingsanzüge und Originaltrikots, ein Feldhandball von 1975 und Ausschnitte aus Odenwälder Zeitung und der „Deutschen Handball-Woche“ – alles Erinnerungen an eine Zeit, in der Besucherströme auf den Tannenbuckel zu Feldhandball-Zeiten alles andere als eine Seltenheit waren. Und Kadel war mittendrin. Er selbst hat bis 1978 in der A-Jugend gespielt. Die Feldhandballzeiten sind zwar schon lange vorbei, die Erinnerungen jedoch noch lange nicht, was sich auch an diesem Julimorgen ganz deutlich zeigt.
Doppeljubiläum für den TSV
Viele bleiben stehen, erinnern sich gemeinsam und sprechen über Erfolge und unvergessene Zeiten. Dass Birkenau derzeit noch mehr im Handballfieber ist, als es ohnehin der Fall ist, liegt daran, dass beim TSV Birkenau ein Doppeljubiläum ansteht. Und das zeigt sich auch in Kadels Schaufenstern.
Süddeutscher Feldhandball-Meister vor 60 Jahren
Eines davon widmet sich dem Jahr 1964: Vor 60 Jahren feierte der TSV den Gewinn der Süddeutschen Feldhandball-Meisterschaft, woran Fotos und Zeitungsartikel erinnern. Und auch das Jahr 1966 erhält einen Ehrenplatz in Kadels „Schaufenster-Museum“, das sowohl an den Aufstieg in die neu geschaffenen Bundesligen im Feld- und im Hallenhandball, als auch an den wiederholten Titel Süddeutscher Feldhandball-Meister erinnert.
Ein Schaufenster für das Jahr 1974
Ein weiteres Schaufenster widmet sich dem Jahr 1974, als sich die Handballer des TSV den Sieg in der Deutschen Feldhandball-Meisterschaft verdienten – vor mehreren Tausend Zuschauern. Kadels Begeisterung für den Handballsport – und vor allem auch in Birkenau – liegt auch daran, dass er 17 Jahre als Hallensprecher fungierte. Und nun verbindet er anlässlich dieses Doppeljubiläums Hobby und Beruf. Im Frühjahr hatte er die Idee für sein „Schaufenster-Museum“, vor wenigen Wochen wurde daraus schließlich Wirklichkeit, sodass man derzeit in der Hauptstraße ein Stück Handball-Geschichte „ablaufen“ kann.
Wie sieht denn Feldhandball aus?
Wer sich schon immer gefragt hat, wie Handball außerhalb einer Halle aussieht, wird in der ARD Mediathek fündig.
Der fast vierminütige Clip zeigt Szenen aus dem Zwischenrundenspiel TSV Birkenau - GW Dankersen vom 27. September 1965. Das Spiel gewannen die Birkenauer mit 16:12.
Wer beim Dekorieren geholfen hat
Hilfe bei der Dekoration fand Kadel in gleich mehreren Unterstützern, die ihn mit Erinnerungsstücken ausstatten: Karl-Heinz Brehm, Hans Eschwey, Hermann Henkel, Horst Müller, Wolf-Rüdiger Pfrang, Karin Rauschmayr, Helmut Rück, Günter Töpfer und Franz Wagner. Auch die Internetseite bundesligainfo lieferte Kadel wertvolle Informationen, die er dem Schaufenster-Publikum nicht vorenthalten wollte.
Nicht die erste Aktion von Kadel
Übrigens: Es ist nicht das erste Mal, dass Kadel seinen Schaufenstern ein geschichtliches Motto gibt. Zuletzt im vergangenen Jahr zeigte er Exemplare aus der Geschichte von „100 Jahre Radio“. Dieses Mal gehen jedoch den Birkenauern die Handballherzen auf.
Jubiläumsspiel am 27. Juli
Am Samstag, 27. Juli, findet in der Langenberghalle in Birkenau das Jubiläumsspiel einer Regionalauswahl gegen den Bundesligisten Frisch Auf! Göppingen statt. Veranstalter ist der Förderverein des TSV Birkenau. Ab 17.30 Uhr werden die Meister-Mannschaften von 1964 und 1974 geehrt. Ab 18 Uhr werden die Mannschaften vorgestellt und das Jubiläumsspiel beginnt. Ab 16.30 Uhr wird die Halle mit Beginn der Bewirtung geöffnet.
Ein Teil der Erlöse ist für den Verein „Hilfe zum Leben“ bestimmt, der in Birkenau seine Vision eines Inklusions-Gastronomiebetriebs verbunden mit Betreuten Wohnen verwirklichen möchte.
Karten für das Jubiläumsspiel gibt es im Vorverkauf im Kartenshop der DiesbachMedien in Weinheim, in der Filiale der Sparkasse Starkenburg in Birkenau sowie beim Tierparadies Trost in Birkenau.