Heppenheim

Brand in der Bruchseeresidenz löst Großeinsatz aus

Am zweiten Feiertag sind die Feuerwehren in Heppenheim gefordert. Küchenbrand im vierten Stock. Bewohner werden in Sicherheit gebracht

In der Bruchseeresidenz sind Senioren und geflüchtete Menschen aus deer Ukraine untergebracht. Am Dienstag sorgte ein Küchenbrand für Aufregung. Foto: Astrid Wagner
In der Bruchseeresidenz sind Senioren und geflüchtete Menschen aus deer Ukraine untergebracht. Am Dienstag sorgte ein Küchenbrand für Aufregung.

Ein Großaufgebot von rund 100 Feuerwehrleuten war am Nachmittag des zweiten Weihnachtsfeiertages im Einsatz, um zu verhindern, dass bei einem Brand in der Bruchseeresidenz in der Hüttenfelder Straße in Heppenheim Schlimmeres passiert. Im vierten Stock des Hochhauses, in dem neben Senioren auch viele ukrainische Flüchtlinge leben, war es aus bislang noch ungeklärter Ursache zu einem Küchenbrand gekommen. Es wurde niemand verletzt.

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Um 16.12 Uhr wurde die Leitstelle Bergstraße alarmiert. Wenige Minuten später waren die ersten Einsatzkräfte bereits vor Ort. Der Rauch quoll zu diesem Zeitpunkt bereits aus den Fenstern im vierten Obergeschoss, sodass zunächst Schlimmeres angenommen werden musste. Zunächst galt es, die vier untersten Stockwerke zu räumen und alle Bewohner in Sicherheit zu bringen. Gleichzeitig startete die Feuerwehr einen Brandangriff mit zwei Trupps von Atemschutzgeräteträgern auf die Brandwohnung. Parallel dazu wurde die Drehleiter auf der Wiese hinter dem Hochhaus positioniert und dort ebenfalls ein Brandangriff vorbereitet.

Schnell konnten die Atemschutzgeräteträger in die Wohnung vordringen, auch das Löschen des Feuers bereitete keine Schwierigkeiten und ging rasch vonstatten. Erleichtert konnte festgestellt werden, dass sich weder Bewohner noch Haustiere in der verqualmten Wohnung befanden, so Einsatzleiter Leonhard Einberger. Diese wurde im Anschluss mit Lüftern belüftet und ist vorerst unbewohnbar. Der geschätzte Schaden beläuft sich auf einen niedrigen sechsstelligen Betrag.

Die Mieter hatten zu diesem Zeitpunkt vom Unglück noch nichts mitbekommen. Während der Löscharbeiten wurde auch der Rest des Gebäudes evakuiert. Auch das ging ohne Schwierigkeiten, weil das Treppenhaus räumlich getrennt von Wohnbereichen angelegt ist und rauchfrei geblieben war.

Es gab allerdings einige gehbehinderte Personen mit Rollatoren, die Hilfe beim Verlassen des Hauses über die Treppen brauchten. Diese wurden draußen zur Betreuung dem Rettungsdienst zugeführt. Auch Notfallseelsorger waren vor Ort und nahmen sich der Evakuierten an, von denen einige sehr erschrocken waren.

Nach Abschluss der Lüftungsmaßnahmen konnte das Gebäude bereits um 17 Uhr wieder freigeben werden, und die Bewohner kehrten in ihre Wohnungen zurück. „Einen großen Schreck“, habe sie bekommen, so eine Ukrainerin. Während eine Landsfrau eher gelassen blieb: „Bei uns zuhause in der Ukraine war und ist es so viel schlimmer. Ich erschrecke nicht bei so ein bisschen Feuer.“ Warum so ein großes Feuerwehraufgebot, wenn das Feuer doch so rasch in den Griff zu bekommen war? Bei Sondergebäuden wieder Bruchseeresidenz werden automatisch mehrere Wehren alarmiert, in diesem Fall neben der Feuerwehr Heppenheim-Mitte auch die Wehren aus Hambach und Erbach. Schließlich kann so ein Hochhausbrand auch schnell einmal außer Kontrolle geraten und dann wird jede Hand gebraucht. Auch der Einsatzleitwagen 2 des Kreises aus Lampertheim und eine Messeinheit, die die Belastung der Umgebungsluft misst, werden in einem solchen Fall automatisch mit alarmiert, ebenso wie ein großes Aufgebot an Rettungsdiensten.

Am Ende des Einsatzes musste die Drehleiter, die sich in der nassen Wiese festgefahren hatte, mit einem Unimog herausgezogen werden. Über die Brandursache ist bislang nichts bekannt. Die Polizei ermittelt. Aus der Wohnung wurde eine halbvolle, aber gut verschlossene Gasflasche nach außen verbracht.