In Fahrenbach werden Handys zum Heizen benutzt
Parrer Florian Jäger hat allerhand Kurioses zu berichten. Seine Mitbürger haben ihm übers Jahr allerhand Stoff geliefert. Das sind die Geschichten.
Handys, die im Ofen verbrennen, eine Sauna, die zusammenbricht, Autos, die in Bächen und an Leitplanken laden, Sperrmüll, der sich erst vermehrt und dann stehenbleibt: Das waren schon allerhand kuriose Geschichten, die der Fahrenbacher Kerweparrer Florian Jäger, sekundiert von Mundschenk Tim Kapp, zu berichten hatte. Im Anschluss an den gewohnt spektakulären Kerweumzug (wir haben berichtet) ließ er bei seiner „Prärrischd“ kaum eine Verfehlung der Ortsbürger aus und scheute sich – so wie es in Fahrenbach Brauch ist – auch nicht vor deutlichen Worten.
Und so dürfte der ein oder andere, der vielen Menschen, die sich vor der SV-Halle zur Kerweredd versammelt hatten, durchaus gespannt gewesen sein, als die Kerwehonoratioren am Fenster im ersten Stock erschienen. Die bange Frage lautet: „Bin ich Teil der Rede – und, falls ja, ist der Parrer einigermaßen gnädig mit mir?“
Handys im Ofen
Die Frage, ob er in der „Prärrischd“ auftauchen wird, musste sich ein Fahrenbacher erst gar nicht stellen. Wer bei einem alkohollastigen Treffen an einem kalten Abend statt Holzscheite die Handys der versammelten Gruppe in den Ofen wirft, um das Feuer am Brennen zu halten, der darf nicht auf Gnade hoffen. Immerhin, spekuliert der Kerweparrer, wird nun in Zukunft Facebook-Chef Mark Zuckerberg öfter einmal in Fahrenbach auftauchen, denn besagter Handy-Verbrenner ist „de neie Ouschbrechpartner, woanns drum gäid, Daade zu venischde“.
Dagegen nimmt sich der Zwischenfall, bei dem eine Autotür so heftig zugeschlagen wurde, dass die Seitenscheibe zu Bruch ging, harmlos aus. Zumal Kerweparrer Jäger eine plausible Erklärung dafür liefen kann: „Die Seitescheib hod sisch blouß dem Allgemoinzustand vun dere Karre ougeglesche!“ Das gilt wohl eher nicht für die Sauna, die unter dem Gewicht von drei „Saunierern“ nachgegeben hat. „Uff de owwerschde Bänk häwwese gehockt, do war klar, dass jedi Dachlatt brischd . . . bei drei Tonne Iwwegewischd!“
Was hier als Malheur durchgeht, würde sich der ein oder andere an anderer Stelle wünschen: Der Zaun um das Grundstück eines Fahrenbachers ist wegen seiner Größe nicht nur der Fürther Gemeindeverwaltung ein Dorn im Auge, wenn man dem Kerweparrer glaubt. Doch nicht einmal „einstweilische Vefügunge“ haben bislang Wirkung gezeigt. Aber auch hier kann Jäger die Allgemeinheit beruhigen: „Isch glaab, beim nägschde Sturm erledigt sich des Thema vun selbschd, doan laigd alles in Trümmern und Scherwe.“
Der Sperrmüll-Vorfall
Und dann ist da noch die Geschichte mit dem Sperrmüll – von einem Fahrenbacher ordnungsgemäß angemeldet, bevor dieser eine umfassende Entrümpelung der eigenen Wohnung startete. „Enn Haufe Bell“ wurde aus dem Haus geräumt und wartete an der Straße auf die Müllabfuhr.
Doch dann das: Über Nacht stellen Fremde ihren Sperrmüll noch dazu, so dass sich der sowieso bereits stattliche Berg quasi verdoppelt hat. Ein Umstand, der erst dann so richtig ärgerlich wird, nachdem die Müllmänner ihre Arbeit verrichtet haben: „Die Kerle häwwe des Zeig vun dem Ubekoande mitgenumme“, der Müll des Hauseigentümers blieb dagegen stehen.
Totalschäden an Fahrzeugen, die wahlweise mangelndem fahrerischen Können oder unangepasster Geschwindigkeit anzulasten sind, oder ein Internetausfall, ausgelöst durch einen zu schwungvollen Radfahrer, der mit einem Verteilerkasten kollidierte – alles dankbarer Stoff für den Kerweparrer und seinen Mundschenk. In Fahrenbach ereignen sich aber auch um einiges kuriosere Dinge.
Ein Grill wird zu Schrott
Dazu zählt ohne Zweifel die Geschichte eines Ortsbürgers, der angesichts des heraufziehenden Sommers seinen Grill nach draußen bringt, um ihn gründlich zu säubern. Just als er nach getaner Arbeit ins Haus geht, um sich die Hände zu waschen, kommt ein Schrotthändler des Weges. „Mords motiviert dudder dess Ding, mittere Schachtel Kippe in de Gosch, uff soin Lkw nuff schlaafe“ – und das voller Freude darüber, dass der vermeintliche Metallschrott sogar noch gesäubert worden ist, ehe er zur Abholung bereitgestellt wurde.
Noch einiges mehr hatte Kerweparrer Jäger zu berichten. Und am Ende seiner „Pärrischd“ atmeten ein paar Fahrenbacher vielleicht erleichtert auf – und andere hatten ein bisschen was zu erklären.