So schön war der Kerweumzug in Fahrenbach
Bei dem beliebten Umzug war wieder einiges los. Gut 40 Zugnummern waren im Fürther Ortsteil unterwegs und auch ein Hubschrauber am Kran war dabei.
Wenn die Menschen scharenweise in den Ortskern pilgern, Autos sich am Wegesrand nahezu stapeln und jede Menge leere Weinflaschen die Mauern und Vorgärten zieren, dann ist wieder Kerweumzug im Fürther Ortsteil Fahrenbach. Bei bestem Wetter schlängelte sich am gestrigen Sonntag der Lindwurm durch die Gassen, und die Sonne strahlte mit den erwartungsvollen Kindern um die Wette.
Unzählige Zaungäste jeden Alters waren gekommen und warteten gebannt auf die gut 40 Zugnummern und Wagen, die Kerweparre Florian Jäger und Mundschenk Tim Kapp gemeinsam mit den Aktiven des SV 1952 koordiniert und organisiert hatten. Die ehrenamtlichen Helfer der Freiwilligen Feuerwehr hatten alle Hände voll zu tun, die Umzugsstrecke entlang der Fahrenbacher Straße von tobenden Kindern freizuhalten.
Chaos mit der Bahn
Vor der Sporthalle des SV hatten die Erwachsenen die Biergläser fest im Griff. Der Umzug habe Verspätung, komme vielleicht auch gar nicht – das war der Hinweis der ersten Teilnehmer, die als Bahnreisende auf das DB-Chaos aufmerksam machten. Doch etwa zehn Minuten später wurden alle dann doch mit dem offiziellen Startwagen fürs geduldige Warten belohnt: „Kerwe, Here We Go Again!“ hieß das Motto getreu dem ABBA-Song. Dazu passten Disco-Outfits und Konfetti-Kanonen. Traditionell durften Kerwekranz und Kerwepolizei nicht fehlen. Es folgten Sportgruppen, die zum einen forderten: „Spiel mir das Lied vom Tod“, die zum anderen als „Olympia Divers“ Sackhüpfen übten, Basketball auf Rollen betrieben oder mit Karts fuhren.
„Balla-Rinas“ tanzen
„Bauer macht Stau“ erinnerte mit einer Kolonne Kinder-Traktoren an die Demonstrationen der Landwirte zu Jahresbeginn; diesmal forderten die Demonstranten „Äbbelwoi-Subventionen statt Abgas-Emulsionen“. Was auf die Ohren gab es durch den Spielmannszug Rimbach.
An Wurfmaterial für die Kinder hatten die Akteure in diesem Jahr allerdings recht wenig dabei. Da wurde am Wegesrand um die zwei, drei Bonbons gerangelt, die doch noch geflogen kamen. Zwischen den einzelnen Zugnummern gab es immer wieder lange Pausen, da fiel es den Erwachsenen sichtlich schwer, den Nachwuchs bei Laune zu halten. Wer aber durchhielt, der wurde mit vielen weiteren Verkleidungen belohnt. Wie etwa von den „uffgedrehde Balla-Rinas“ mit Besen und Schaufeln, den „Kerwe-Straiß“, also den Sträußen, aber auch der „Schweine-Impfung“ mit beinahe echtem Borstenvieh, die beim Publikum bestens ankam, nicht zuletzt wegen der mächtigen Spritze, die drohte, auf das Hinterteil des Patienten niederzugehen. Über eine Stunde lang herrschte eine bunte Gaudi auf der Straße, ehe sich die „liewe Leit und Kerwegescht“ zum Lauschen der Rede auf dem Kerweplatz einfanden