In Fürth ist eine weiße Weihnacht garantiert
In den Miniaturwelten Fürth sorgt nicht nur die Rocky-Mountains-Landschaft für winterliche Atmosphäre. In den Ferien ist die Anlage geöffnet. Und WN/OZ-Abocard-Besitzer haben einen Vorteil.
Für Heiligabend und die Weihnachtsfeiertage prognostiziert der Wetterbericht 10 Grad, Regen, Sturm und Wolken. Auf bunt funkelnde Christbäume im Schnee müssen die Menschen in der Region also aller Voraussicht nach auch in diesem Jahr verzichten.
Weiße Weihnachten garantiert bekommt man in Fürth aber im Kleinformat. In den Fürther Miniaturwelten ist seit letztem Jahr auch eine 50 Quadratmeter große verschneite US-Landschaft aus den Rocky Mountains zu bestaunen. „Mit hundertprozentiger Schneegarantie das ganze Jahr über“, heißt es in einer Pressemitteilung augenzwinkernd. Nach dem Probebetrieb rollen dort nun auch die Züge.
12 000 Meter Gleislänge
Die 2013 eröffneten Fürther Miniaturwelten sind nach eigenen Angaben mit über 1100 Quadratmetern Anlagenfläche auf 2300 Quadratmetern Hallenfläche die größte HO-Schauanlage Mittel- und Süddeutschlands. Auf über 12 000 Metern Gleislänge und 1650 Weichen fahren über 400 Modellzüge durch detailreich ausgestattete Landschaften.
In den Weihnachtsferien bieten die Miniaturwelten zusätzliche Öffnungszeiten an fast allen Tagen an. „Während des Jahres 2023 haben wir an unserer neuen Anlage gearbeitet und den unterfränkischen Abschnitt um weitere 60 Quadratmeter erweitert sowie die ersten Gleise im Hauptbahnhof unserer neuen Großstadt eröffnet“, heißt es in der Pressemitteilung. Letztes Jahr konnte bereits ein neuer Anlagenteil, der schwerpunktmäßig Landschaften aus Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg auf über 250 Quadratmetern zeigt, in Betrieb gehen.
Um die Welt und in die Geschichte
Dafür wurde einer der größten begehbaren Schattenbahnhöfe mit über 200 Gleisen gebaut. Dieser versorgt die neue Anlage mit über 200 neu in Betrieb genommenen Zügen. Neben der Marksburg und der Burg Eltz, die auch mit einer Standseilbahn erklommen werden kann, sind die Burg Hohenzollern und die Burg Lichtenstein zu bewundern, alles Unikatsarbeiten, die es nirgendwo sonst zu sehen gibt. Zahlreiche Detailszenen warten auf die Besucher. Weitere Bauabschnitte mit norddeutschen, fränkischen, österreichischen und schweizerischen Motiven sind bereits am Entstehen. Aktuell können die Besucher auch schon Teile der neuen Baustelle besichtigen.
„Aufgrund der positiven Reaktionen bieten wir die Möglichkeit, uns beim Bauen zuzusehen“, sagen die Betreiber.
In den bereits ausgestellten Welten können sich die Besucher auch in die 1960er-Jahre zurückversetzen lassen. Da qualmen noch die Schlote der Hüttenwerke Oberhausen – auf dem Gebiet steht heute das größte Einkaufszentrum Europas – und die Arbeiter der Zeche Zollverein streiken noch für die 40-Stunden-Woche. Damit die Besucher der Modellbahnwelt diese letzte Hochphase der Montanunion erleben können, bedurfte es einer aufwendigen Vorarbeit. So wurden nach Original-Gleisplänen, Fotografien und vielen Gebäudeplänen unter anderem der Hauptbahnhof Oberhausen und weitere Bahnhöfe des Ruhrgebietes nachgebildet.
Es entstand außerdem eine Hochofenanlage nach dem Vorbild der Hüttenwerke Oberhausen mit Kohlen- und Erzbunkern sowie einem befahrbaren Schlackenberg. Des Weiteren wurden die Zeche und Kokerei der Zeche Zollverein samt Schacht nachgebildet. Sehr viele Gebäude wie beispielsweise die Villa Hügel, das Oberhausener Gasometer, die Herz Jesu Kirche aus Oberhausen oder die älteste Industriearbeitersiedlung des Ruhrgebietes – die Siedlung Eisenheim in Oberhausen – sind Sonderanfertigungen, die der Anlage das besondere Flair geben. Abgerundet wird das authentische Szenario durch einen beleuchteten, fotorealistischen Hintergrund auf über 130 Meter Länge, der der Anlage eine besondere Tiefenwirkung verleiht.
Auf fast fünf Kilometern Gleis mit über 750 Weichen ist ein reger Zugbetrieb zu beobachten. So kann die Produktion vom Erz zum Stahl anhand authentischer Produktionsstätten mit der Bahn als Transportmedium zwischen den einzelnen Produktionsstufen genau nachverfolgt werden.
Riesige Miniaturkirmes
Zu sehen ist in Fürth zudem eine riesige Miniaturkirmes in der Größe Spur HO mit über 100 Fahrgeschäften, 10 000 Figuren und über 35 000 LED-Leuchten. Ferner gibt es selbst zu bedienende Funktionsmodelle. Führungen hinter den Kulissen, der Modellbahnshop und das Café-Bistro runden das Angebot ab.
Besitzer der WN/OZ-Abo-Card erhalten 10 Prozent Rabatt auf den Kauf von bis zu sechs Tageskarten bzw. sechs Personen (Familienkarten).