Fürth

Kinder räumen an der Weschnitz auf

„Sauberhaftes Fürth“: Über 100 Helfer von Vereinen und Einrichtungen, aber auch Familien fischten jede Menge Müll aus der Weschnitz.

Über 100 vor allem junge Teilnehmer bei der Aktion der Gemeinde dabei. Unter anderem ein Altölkanister in der Weschnitz gefunden Foto: privat
Über 100 vor allem junge Teilnehmer bei der Aktion der Gemeinde dabei. Unter anderem ein Altölkanister in der Weschnitz gefunden

Die Gemeinde Fürth ein kleines bisschen sauberer zu machen – diese Mission verfolgten die Teilnehmer der Sammelaktion „Sauberhaftes Fürth“ am vergangenen Samstag. Mit Eimern, Müllsäcken und Pickzangen ausgestattet, machten sich die knapp 100 Helfer ans Werk. Die Fahrenbacher Vereine und die Vorschulkinder der Kindertagesstätte „Schwalbennest“ stellten dabei ein Team von 60 Personen auf die Beine, davon rund 30 Kinder, die sich die Verbindungswege Fürth– Fahrenbach und Fahrenbach–Rimbach sowie das Gelände rund um die Sporthalle hoch zu den Fischteichen oder auch den Waldweg nach Steinbach vornahmen.

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„Mülldetektive“ im Einsatz

Als „Mülldetektive“ ging es auf die Suche nach Unrat aller Art. Dabei fiel das Fazit recht positiv aus. „Wir nehmen schon seit vielen Jahren an der Aktion teil. So wenig wie dieses Mal haben wir noch nie gefunden“, erklärte Kita-Leiterin Sandra Arnold. Nur ein Fund war dafür sehr unerfreulich. Aus der Weschnitz fischten die Fahrenbacher einen Kanister mit Altöl. „Das ist für mich eine gravierende Sache. Glücklicherweise war der Kanister immerhin gut verschlossen und es ist kein Altöl ausgetreten“, ärgerte sich der Fürther Bürgermeister Volker Oehlenschläger über solch einen Umweltfrevel.

Auch die Christliche Gemeinde Linnenbach angelte so einiges an Müll aus dem Bachlauf zwischen Linnenbach und Erlenbach. „Wir sind die Strecke vorab mit dem Fahrrad abgefahren, und man konnte dabei schon erahnen, dass hier Handlungsbedarf ist“, erklärte Sven Weigold, warum sich die Gruppe dieses Jahr erstmalig das Gewässer und nicht den Wald und die Straße vorgenommen hatte. Teilweise sei der Müll schon eine sehr lange Zeit in der Weschnitz gelegen. Von Autoreifen, alten verrosteten Waschbecken, Kloschüsseln und vielem mehr wurde der Bach von den 22 Gruppenmitgliedern, darunter 15 Kinder und Jugendliche, befreit. Manches, wie alte Stahlschränke, war schon so fest mit der Natur verwachsen, dass es nicht möglich war, diese zu entfernen.

Müll ist gefährlich für Tiere und Umwelt

Wie gefährlich Müll in der Natur für die Tierwelt ist, konnte der frühere Förster und Leiter der Fürther Naturagendten, Jens-Uwe Eder, hautnah aufzeigen. Mit seinen Wald- und Wiesenkindern und den Streuobstwiesenkindern sammelte er im Bereich des Centwaldes, der nicht ins Sperrgebiet der Afrikanischen Schweinepest fällt. Eine Maus war in eine im Wald entsorgte Glasflasche hineingekrabbelt, hatte es dann aber leider nicht mehr hinausgeschafft und war verhungert. „Für mich ist das bedauerlicherweise nicht der erste Fund dieser Art“, bedauerte Eder.

Er zeigte sich aber erfreut, wie engagiert und entschlossen die Jungen und Mädchen losmarschierten, um den Abfall aus dem Wald zu entfernen. „Wir machen solche Aktionen auch außerhalb des ‚Sauberhaften Fürths‘ immer mal wieder. Heute war es für 2024 bereits das dritte Mal, und es ist schön zu sehen, wie stolz die Kinder sind, durch ihren Einsatz die Natur zu schützen“, so Eder.

Neben den Vereinen waren auch einige Fürther Familien beim Auftakt direkt dabei. Unter anderem die Hauptstraße und der freiliegende Bachlauf, die Inselstraße oder der Weg zum Stausee nach Ellenbach wurde von Unrat gesäubert. „Wir wollten unsere Kinder durch unsere Teilnahme für dieses Thema sensibilisieren“, erklärte ein Vater und fügte hinzu, dass die Kleinen dabei auch gemerkt hätten, welche Arbeit es macht, die ganzen Zigarettenkippen, Verpackungen und Ähnliches aufzupicken.

Müll wegwerfen ist uncool

„Wenn wir es schaffen, den jungen Helfern aus dieser Aktion mitzugeben, dass Müll achtlos wegzuwerfen absolut uncool ist, haben wir viel erreicht“, sagte der Bürgermeister, der sich freute, dass über die Hälfte der Sammler unter 18 Jahre alt waren. Von der Aktion verspricht er sich mehr als nur ein sauberhaftes Fürth: „Die Wege und Plätze werden leider vermutlich nicht lange so schön sauber bleiben, aber das Bewusstsein für die kleinen und großen Teilnehmer, dass man Abfall richtig entsorgt, prägt sich hoffentlich ein und kann irgendwann einen Unterschied machen.“

„Euer Engagement ist nicht nur ein Gewinn für unsere Gemeinde, sondern auch für jeden Einzelnen von uns. Es liegt in unserer Verantwortung, aktiv zu werden und unseren Beitrag für den Umweltschutz zu leisten“, zeigte sich Oehlenschläger beim abschließenden Imbiss auf dem Fürther Bauhof, wo auch der Sammelcontainer platziert war, voll des Lobes.

Eine saubere Umwelt sei wichtig für unsere Lebensqualität. Unrat in der Natur schade nicht nur der Tier- und Pflanzenwelt, sondern beeinträchtige auch das Wohlbefinden der Menschen. Zudem habe eine Studie ergeben, dass an Orten mit hohem Müllaufkommen die Gefahr der Kriminalität wächst, da diese den Eindruck von mangelnder Kontrolle erwecken.

Die Mitarbeiter des gemeindlichen Bauhofs beklagten derzeit vor allem den Zustand rund um die Altglas- und Altkleidercontainer – und dass Hausmüll und andere Abfälle in öffentlichen Mülleimern oder gar in der Natur entsorgt werden. Auch auf dem Bauhof würden Batterien, Lacke, Farben und Ähnliches einfach in den Hof oder vor das Tor gestellt. „Wir bitten die Bevölkerung, hiervon Abstand zu nehmen und solchen Sondermüll ordnungsgemäß auf dem Wertstoffhof des ZAKB in Linnenbach oder beim Umweltmobil zu entsorgen“, so ein Appell des Bürgermeisters.

Jeder kann Beitrag leisten

Noch bis zum 27. September läuft die Aktion „Sauberhaftes Fürth“, zu der die gesamte Bevölkerung eingeladen ist, sich aktiv zu beteiligen. Jeder kann seinen persönlichen Beitrag leisten, ob alleine, als Familie oder in der Gruppe. Der gesammelte Müll kann täglich von 14 bis 16 Uhr auf dem Bauhof der Gemeinde Fürth abgegeben werden. Am Freitag ist eine Abgabe von 10 bis 11.30 Uhr möglich.

Seit fast 20 Jahren ist die Aktion „Sauberhaftes Fürth“ ein fester Bestandteil des Umweltengagements der Gemeinde Fürth. Erstmals fand sie in diesem Jahr im Rahmen der Freiwilligentage der Metropolregion Rhein-Neckar unter dem Motto „Wir schaffen was“ statt. Diese wurden zum neunten Mal initiiert mit dem Ziel, dass sich Freiwillige, Organisationen, Unternehmen, Kommunen und Schulen mit Projekten für das Gemeinwohl engagieren. Mehr Informationen auf der Website

Von Miriam Unger