Kleine Schauspieler zeigen, was einen Engel ausmacht
Der Workshop von Nicole Agostin-Spieß bei der Jugendmusikschule mündet in einer beeindruckenden Aufführung vor 180 Zuschauern
Ein ausverkauftes Haus wartete auf die jungen Schauspieler, die bereits hinter dem geschlossenen Vorhang auf ihren großen Auftritt warteten. „Deutschland sucht den SuperEngel“ hieß das Stück, das die Kleinen unter der Leitung von Nicole Agostin-Spieß vorbereitet hatten. Damit brachte das Theaterprojekt der Jugendmusikschule Weschnitztal/Überwald, das über die Zeit neue Mitglieder dazugewonnen hat, nun schon zum dritten Mal ein Stück zur Aufführung.
Unter den 180 Gästen, die schon gespannt auf den Beginn des Stücks warteten, waren der Leiter der Jugendmusikschule, Martin Vogel, der Rimbacher Bürgermeister Holger Schmitt und Landrat Christian Engelhardt, der noch eine Überraschung für die jungen Schauspieler vorbereitet hatte.
Eine spürbare Entwicklung
Eingeleitet wurde das Stück durch Agostin-Spieß, der zu Beginn dieses Abends bereits die Worte vor Rührung fehlten. Sie bedankte sich bei den vielen Gästen für ihre beständige Unterstützung. Denn unter ihnen seien auch viele bekannte Gesichter, die sich bereits die ersten beiden Stücke nicht hatten entgehen lassen wollen. „Besonders diese ,Wiederholungstäter‘ werden sehen können, was für eine Entwicklung die Kinder gemacht haben“, erklärte die Leiterin. Ihr weiterer Dank galt der Schulleiterin der Martin-Luther-Schule (MLS), Beate Wilhelm, in deren Mensa das Stück aufgeführt wurde, und dem Technikteam der MLS, das die Gruppe unterstützte.
18 junge Darsteller
Zum Abschluss der kurzen Ansprache bat Nicole Agostin-Spieß die Gäste darum, auch beim nächsten Auftritt wieder dabei zu sein, vor allem, um die auftretenden Kinder zu unterstützen, aber auch, um den eigenen Kindern, die in den ersten Reihen vor der Bühne ihre Plätze eingenommen hatten, die Theaterkultur näherzubringen.
Nun öffnete sich auch schon der rote Vorhang und gab den Blick auf die 18 Schauspieler frei, die sich bereits auf der Bühne versammelt hatten, um das erste Lied anzustimmen. Das Publikum war somit direkt mitten hinein in eine musikalische Castingshow versetzt. Es galt, einen weiteren Engel für die Vorweihnachtszeit zu finden. Denn, wie die Engel hinter dem „Jurypult“ erklärten, sei es in den letzten Jahren immer schwerer geworden, die Menschen in Weihnachtsstimmung zu versetzen.
Jeder Kandidat der imaginären TV-Show sang einen eigenen Song und erzählte etwas über sich selbst. Den Anfang machte die selbstsichere Mandy. Angekündigt wurden die Kandidaten von wechselnden Moderatoren, die zusätzlich die Teilnehmer immer wieder daran erinnerten, sich an ihr vorgeschriebenes Zeitfenster zu halten.
Auch an andere denken
Als zweiter Kandidat stellte sich der „Muskelprotz“ Tobi vor. Für diese Rolle trug die Schauspielerin eine Muskelrüstung mit zahlreichen Medaillen und einer Pfeife um den Hals. Die dritte Kandidatin war die absolute Musterschülerin: Adelheid wolle den Job als Engel vor allem, weil er gut in ihrem Lebenslauf aussehen würde, erfuhr das Publikum. Außerdem fügte sie noch an, dass ihr Vater sich gerne finanziell an den Weihnachtsaktivitäten der Engel beteiligen würde.
Den Abschluss machte die Kandidatin Charlie, die jedoch etwas zu spät bei der Sendung angekommen war, da sie ihren Zug verpasst hatte. Die Jury wollte nach ihrer Gesangseinlage genau wissen, wie es dazu kam. Charlie erklärte, dass sie ihr kleines Geschwisterchen noch hatte trösten müssen und deshalb ihren Zug verpasst habe. Abschließend gaben die Juroren bekannt, für welchen Kandidaten sie sich entschieden hatten: Das Rennen machte letzten Endes die freundliche Charlie, die nicht nur an sich, sondern auch an andere gedacht hatte. Eine Eigenschaft, die man als Engel dringend brauchen könne.
Eine Überraschung am Ende
Das Stück endete, wie es angefangen hatte: mit einer gemeinsamen Gesangs- und Tanzeinlage der Schauspieler, zu der auch die Kinder aus dem Publikum auf die Bühne kamen. Auch Landrat Christian Engelhardt gesellte sich dazu, um Schokonikoläuse an die Kinder zu verteilen. Er fand ausschließlich positive Worte für die Schauspielgruppe, deren Stück er als „ganz toll gespielt“ empfunden hatte.
Er dankte auch Agostin-Spieß, die „großartiges Theater auf die Bühne“ gebracht hatte. Auch die Kinder im Publikum waren an diesem Abend nicht leer ausgegangen. Denn neben der Möglichkeit, den Auftritt ihrer Freunde mitzuerleben, hatten sie auch etwas Süßes am Eingang bekommen.
An dem Stück beteiligt waren: Malea, India, Maya, Antonia, Mariella, Emma, Annie, Pia, Enola, Sophie, Ida, Nele, Marlena, Greta, Charlotta, Marla, Lina und Leni.