Lörzenbach

Kochkäse nach Geheimrezept von Oma Kathrin

Die Odenwälder Kochkäserei in Lörzenbach wurde für ihren köstlichen Kochkäse ausgezeichnet. Das Rezept bleibt geheim - wie bei Coca-Cola.

Dass er super lecker ist, wussten Kochkäse-Fans schon lange. Sehr verdient bekam die köstliche Odenwälder-Spezialität jetzt einen Preis. Foto: Odenwälder Kochkäserei GmbH & Co. KG
Dass er super lecker ist, wussten Kochkäse-Fans schon lange. Sehr verdient bekam die köstliche Odenwälder-Spezialität jetzt einen Preis.

Der Mittelstand ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft – vor allem in Zeiten, in denen immer mehr Industriebetriebe aufgrund der hohen Kosten in Deutschland ihre Produktion ins Ausland verlegen. Einem dieser bodenständigen mittelständischen Unternehmen wurde am Dienstag eine besondere Auszeichnung zuteil, denn der Bergsträßer Kreisverband der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) verlieh seinen Mittelstandspreis 2024 an die überregional bekannte Odenwälder Kochkäserei der Familie Rettig in Lörzenbach.

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Zu der Preisverleihung, die in dem zum Betrieb gehörenden Käsestübchen stattfand, hatten sich auch alle Mitarbeiter eingefunden, schließlich leisten sie mit ihrem Einsatz einen großen Beitrag dafür, dass der Kochkäse aus dem Hause Rettig in über 600 Verkaufsstellen hessenweit und darüber hinaus angeboten werden kann.

Erst im Keller der Schwester produziert

Dass der komplette Kreisvorstand inklusive des Ehrenvorsitzenden Werner Hartmann sowie des vom MIT-Kreisverband unterstützten Bewerbers für die Bergsträßer Bundestagskandidatur der CDU, Thorben Kuhmann, in den Fürther Ortsteil gekommen war, unterstrich die Bedeutung, die die Vereinigung diesem Preis bemisst. Entsprechend geehrt fühlte sich dann auch Firmengründer Frank Rettig.

Wilkes nannte drei Aspekte, die den Ausschlag für die Kochkäserei als Preisträger gegeben hätten. So handele es sich hier um einen klassischen Familienbetrieb. Dank Rettigs Töchtern Carina und Nicole – und deren ebenfalls involvierten Ehemänner Matthias Schmidt und Felix Firesch – seien die Voraussetzungen gegeben, dass die Firma erfolgreich in der Zukunft fortgeführt und weiterentwickelt werden könne. Darum würden ihn viele Mittelständler beneiden, die keine Kinder haben, die die Nachfolge übernehmen könnten.

Wein für die Bergstraße - Kochkäse für den Odenwald

Als zweiten Punkt führte der MIT-Vorsitzende an, dass der Kochkäse die große Marke der Region sei. „Was der Wein für die Bergstraße ist, ist der Kochkäse für den Odenwald. Er ist einer der Hauptbegriffe, die man mit dem Odenwald verbindet“, machte er den Wert dieser Marke für die Tourismusregion deutlich.

Und schließlich wies er auf die Wertschöpfung in der Region hin. Neben den eigenen Mitarbeitern sichere die Spezialität viele weitere Arbeitsplätze, vor allem in der Gastronomie, wenn Ausflügler in den Odenwald kommen und in den Gasthäusern den Kochkäse genießen wollten. „Eine Speisekarte ohne Kochkäse kann man sich im Odenwald gar nicht vorstellen“, merkte er mit einem Schmunzeln an. Mit diesem Bekanntheitsgrad fungiere der Kochkäse auch als Multiplikator.

Nach Geheimrezept

Fasziniert war Wilkes davon, dass der Kochkäse nach dem Geheimrezept von Rettigs Großmutter hergestellt wird, das über Generationen hinweg weitergegeben wurde. „Das ist wie bei Coca-Cola in den USA, da wird das Rezept auch streng geheim gehalten.“ Sichtlich gerührt bedankte sich Frank Rettig für diese Auszeichnung, damit hatte er wahrlich nicht gerechnet, wie er betonte. So sei er auch völlig überrascht gewesen, als ihm der MIT-Ehrenvorsitzende diese Botschaft überbrachte. Er erinnerte noch einmal an die Anfänge, als er 1993 auf die Idee kam, den Kochkäse von Oma Kathrin zu vermarkten. Zunächst wurde dieser im Keller seiner Schwester zubereitet, der aber schnell zu klein wurde, weil die Nachfrage kontinuierlich stieg.

Töchter führen Betrieb weiter

Da passte es, dass er 1998 auf dem Grundstück seines Vaters in Lörzenbach, das als Baufläche ausgewiesen worden war, ein neues Produktionsgebäude errichten konnte. Aber auch hier wurde es schnell zu eng, und erneut ergab sich die glückliche Situation, dass die Gemeinde Fürth direkt angrenzend ein Gewerbegebiet erschloss, sodass die Kochkäserei 2011 erweitert werden konnte – und im Jahr darauf noch das Käsestübchen dazukam, in dem die Kunden die Käsespezialitäten gleich einmal probieren können. „Da sind viele Glücksschritte zusammengekommen“, stellte er fest. Besonders würdigte er das Engagement seiner beiden Töchter und deren Ehemänner, die inzwischen die Kochkäserei und das Käsestübchen übernommen haben.