Miteinander etwas besonderes geschafft
Bereits 2017 entstand die Idee, ein großes Theaterstück auf die Beine zu stellen. Nun wurde das Großprojekt mit der unendlichen Geschichte an der Grundschule Schimmeldewog mit Erfolg auf die Bühne gebracht.
Einen rücksichtsvolleren, empathischeren und harmonischeren Umgang, den pflegen die Schüler der Grundschule Schimmeldewog nun auch noch Wochen nach ihrer großen Theateraufführung miteinander. Wie Lehrerin Gunilla Weber vom Projektteam erklärt, sei die Veränderung der Schülerschaft und die Atmosphäre im Schulhaus aktuell ganz besonders. „Es herrscht noch immer das Gefühl vor, etwas geschafft zu haben. Gemeinsam. Und das wertet die Gemeinschaft, das Miteinander ganz besonders auf“, sagt Weber. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Petra Schuhmann hatte sie bei der Inszenierung der „Unendlichen Geschichte“ den Hut auf und Regie und Planung inne.
Involviert war aber das komplette Kollegium, plus engagierte Eltern unter anderem des Schulelternbeirats. Ein halbes Jahr habe man sich auf die Aufführung vorbereitet, vor allem Kunst-, Sport- und Musik-Unterrichtsstunden dafür geopfert. „Verwendet möchte ich lieber sagen, denn die Kinder haben in dieser Zeit ja auch viel gelernt“, versichert die Lehrkraft. Nicht nur Künstlerisches: Singen, Tanzen, Musizieren, Bühnenbilden und Schauspielern – auch eben auf sozialer Ebene. „Jeder ist wichtig. Jeder trägt bei, was er kann. Ob auf der Bühne oder dahinter. Ein Lernen, das das Leben nachhaltig beeinflusst“, ist sichWeber sicher.
Idee 2017 entstanden
Schon das ganze Jahr über habe man gerne beobachtet, wie zusammenwächst, was zusammengehört. Wie der Zusammenhalt, das Vertrauen und die Offenheit unter den Schülern wuchs. 2017 war die Idee zur Theateraufführung entstanden. Schon damals war klar, dass die Grundschulung mit dem Buch von Michael Ende mit Danilo Fioriti und Komponist Moritz Laßmann zusammenarbeiten wollte. „Herr Fioriti schrieb eine Kindertheaterfassung, doch dann kam Corona. Dann bekamen wir die Musik von Herrn Laßmann und konnten im Frühjahr endlich nach so langem Warten starten“, erinnert Weber. Das Mammutprojekt hielt alle in Atem. Und es sei erstaunlich gewesen, wie sehr auch die Elternschaft eingebunden war. Eine von ihnen sei auch Theater-Pädagogin: Anna-Lena Wiebke. Sie hätte viel mitgeholfen, andere hätten gemeinsam mit Lehrer Matthias Dautel das Bühnenbild und die Technik organisiert. Daneben hatten die Lehrkräfte Simone Hentschel-Gärtner, Sarah Merker und Isabel Fontius einen großen Anteil. Sie kümmerten sich um Kostüme und Requisiten, koordinierten die Vorbereitungen hinter den Kulissen. „Denn viele Outfits, die wurden tatsächlich von den Eltern selbst genäht“, sagt Weber. Dass so viele Talente eingebracht werden konnten und dafür überhaupt Bereitschaft bestand, das macht stolz und lässt voneinander profitieren.
Alle spielen eine wichtige Rolle
Namentlich seien aber keine Schüler besonders hervorzuheben: Alle waren wichtig. Selbst einige Kleinen hatten schon große Sprechrollen. Von der ersten bis zur vierten Klasse machten alle mit. Und das wurde an gleich zwei Abenden mit jeweils über 300 Zuschauern im Haus des Gastes belohnt. Die letzten zwei Monate seien besonders intensiv gewesen. In dieser Zeit wurde das Proben auch auf andere Schulfächer ausgedehnt. Geschadet habe das aber keinem. Lediglich kräftezehrend war das. „Daher wollen wir auch nicht jedes Jahr eine solch große Inszenierung umsetzen“, versichert Weber. Die Theater-AG würde nun erst einmal ein kleineres Projekt verwirklichen. „Wir könnten es uns aber gut vorstellen, im Zwei-Jahres-Rhythmus großes Theater zu spielen“, so Weber.
Die durchweg positive Rückmeldung von Schülerschaft und Gästen, bestätigt in diesem Gedanken. Außerdem würde die theaterpädagogische Arbeit bei der sozialen Arbeit andocken. An der Grundschule gibt es Sozialarbeiter. Sie können bei der Stärkung der Gemeinschaft und dem Selbstbewusstsein der einzelnen Schüler durch Projekte wie „Die unendliche Geschichte“ unterstützt werden.