Modellbahnschau in Mörlenbach wird von Besuchern überrollt
Ein Fest für die Community der Modellbahner - Ausstellung "Modellbahnzauber Weschnitztal" im Bürgerhaus war ein großer Erfolg.
Mörlenbach. „Damit hatten wir zunächst gar nicht gerechnet: Wir sind von den Besuchern tatsächlich überrollt worden.“ Der Mörlenbacher Bürgermeister Erik Kadesch wird in seinem Resümee zur Ausstellung „Modellbahnzauber im Weschnitztal“, die vom vergangenen Donnerstag bis am Sonntag im Bürgerhaus zu sehen war, regelrecht euphorisch angesichts des enormen Zuspruchs.
Vier Tage lang herrschte Hochbetrieb im Bürgerhaus, wobei das Publikum alle Altersklassen umfasste – von kleinen Kindern, die einfach nur von den Mini-Eisenbahnen begeistert waren, bis hin zu Senioren, bei denen die originalgetreuen Nachbauten der Bahnhöfe und Zugstrecken im Weschnitztal und im Überwald viele Erinnerungen an längst vergangene Zeiten weckten. „Da konnten sich manche älteren Besucher sogar noch an kleinste Details erinnern“, war Kadesch im Gespräch mit unserer Redaktion auch am Dienstag noch beeindruckt.
Aus Stuttgart und Essen
Er freute sich zum einen, dass viele Besucher aus dem Weschnitztal und dem Überwald den Weg zur Ausstellung fanden, zum anderen war er überrascht, welche weiten Kreise sie über die Region hinaus zog: „Ich habe mich mit Leuten unterhalten, die von weither angereist kamen. Da waren Besucher dabei, die von Stuttgart oder sogar von Essen hierhergekommen waren. Ich wusste nicht, dass diese Szene so aktiv ist. Wir sind total begeistert, dass die Ausstellung so angenommen wurde.“ Von einem Ehepaar aus Gaggenau hat er im Nachhinein sogar eine E-Mail bekommen, in der die beiden sich bedankten und dabei auch das schöne Bürgerhaus besonders würdigten.
Dieser Event konnte aber nur möglich gemacht werden, weil sich viele ehrenamtliche Helfer, Vereine sowie weitere Unterstützer einbrachten. Allen voran nennt Kadesch hier die Mitglieder des Vereins "Fremo" des Freundeskreises Europäischer Modellbahner. Diese hatten die Modellbahnschau zum ersten Mal in dieser Größe aufgebaut. „Das wurde zunächst mit Lasern ausgemessen und dann danach ausgerichtet. Der Platz im Bürgerhaus hat gerade so dafür ausgereicht“, berichtet der Bürgermeister.
Und er zeigt sich sehr beeindruckt, wie authentisch und naturgetreu die Kulissen nachgebaut worden waren. „In den Filmen, die in den sozialen Medien von der Ausstellung gezeigt wurden, hat man zunächst gar nicht erkennen können, ob das original oder nur ein Modellbau ist“, sagt er und zollt den Enthusiasten ein großes Lob.
Dankesworte richtet er zudem an den Heimat- und Verkehrsverein als Ausrichter sowie an das Team der Draisinenbahn, das ebenfalls mit anpackte. Vom SV Mörlenbach halfen einige Frauen beim Kuchenverkauf mit. Hier war Kadesch froh, dass zudem Hilfe von „Nicoles Café“ aus Wald-Michelbach kam, denn die zunächst zur Verfügung stehenden, selbst gebackenen Kuchen gingen angesichts der großen Nachfrage schnell zur Neige.
Aufgrund des Zusammenwirkens der vielen Unterstützer war es möglich, dass der Eintritt kostenlos war, was freilich sehr gut ankam. „Da auch das Wetter mitspielte, haben viele einen Besuch mit einem Spaziergang verbunden. Manche Gäste sind auch gleich mehrmals gekommen. Das hat alles sehr schön zusammengespielt“, beschreibt der Rathauschef. So war es kein Wunder, dass in der Spendenbox ein stattlicher Betrag zusammenkam. Auch darüber freute sich Kadesch, denn „wir haben schon einige Unkosten zu tragen und so kann nun auch was an die Unterstützer zurückfließen“.
Kulturelle Weiterentwicklung
Der hervorragende Zuspruch ist im Übrigen für den Bürgermeister ein weiteres Indiz dafür, dass die Gemeinde bei ihrer kulturellen Weiterentwicklung auf einem guten Weg ist. „Das ist ja unsere Strategie, die sich auch schon bei der Veranstaltungsreihe ‚Mörlenbach erleben‘ bewährt hat. Das läuft gut und das wollen wir weiter vorantreiben.“
Angesichts der großen Resonanz der Modellbahnausstellung hat Kadesch gleich Gespräche mit den Fremo-Vertretern hinsichtlich einer Neuauflage der Veranstaltung geführt. „Es fehlen ja noch die Bahnhöfe von Affolterbach und von Birkenau, die auch noch gebaut werden sollen. Wenn der Verein so weit ist, werden wir die Ausstellung auf jeden Fall wiederholen“, kündigt er an.
Und dann soll der Unterbau der Modellbahnen tiefer gesetzt werden, damit auch die Kinder einen guten Blick auf die Modellbahnen haben. „Der war etwas zu hoch angelegt, aber das konnte nicht mehr anders gemacht werden“, erklärt der Bürgermeister. Das war dann aber auch – wenn überhaupt – der einzige Kritikpunkt.