Neue Ideen für den Lammershof
Mitglieder des Bauausschusses beschäftigen sich mit Änderungen im Bereich des Lammershofs in der Abtsteinacher Straße. Der Eigentümer beabsichtigt die Erweiterung seines Beherbergungsangebots.
Das Landhotel Lammershof in der Abtsteinacher Straße zwischen Birkenau und Löhrbach war Mittelpunkt der Ausschusssitzung für Bau, Umwelt, Energie und Verkehr der Gemeinde Birkenau. Denn der Eigentümer möchte sein Beherbergungsangebot erweitern.
Einstimmig gaben die Bauausschussmitglieder am Montagabend im Sitzungssaal die Empfehlung, den Aufstellungsbeschluss zur Änderung des Flächennutzungsplans im Bereich „Erweiterung Lammershof“ zu beschließen und die Beschlussfassung als Vorentwurf zur Durchführung der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange zur Verfügung zu stellen. Sie empfahlen zudem, den Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans zu fassen sowie diesen ebenso zur Durchführung der frühzeitigen Beteiligung zur Verfügung zu stellen.
Fachwerkhaus aus dem Jahr 1709
Das denkmalgeschützte Fachwerkhaus aus dem Jahr 1709 wurde von den Eigentümern innerhalb von rund vier Jahren umfassend restauriert und schließlich im Jahr 2015 eingeweiht (wir haben berichtet). Mittlerweile hat sich der Lammershof zu einer „festen Größe im kulturellen und gesellschaftlichen Leben Birkenaus entwickelt“, wie den Sitzungsunterlagen zu entnehmen ist, die auch auf seine Räumlichkeiten für Tagungen oder Seminare hinweisen. Das Landhotel verfügt derzeit über insgesamt elf Hotelzimmer.
Weitere Zimmer und Wellness
Die Bauleitplanung beinhaltet zwei Teilgeltungsbereiche. Wie den Unterlagen zu entnehmen ist, beabsichtigen die Eigentümer zur mittel- und langfristigen Sicherstellung eines nachhaltig wirtschaftlichen Betriebs das bestehende Beherbergungsangebot zu erweitern. Ziel des ersten Teilgeltungsbereichs ist die Sanierung beziehungsweise der Umbau der beiden angrenzenden Gebäude (Kallstadt 1 und Kallstadt 2).
Dort soll neben weiteren Gästezimmern auch ein Außenbereich mit Wellnessangebot errichtet werden. Die Bauarbeiten wurden bereits teilweise begonnen, eine entsprechende Baugenehmigung wurde erteilt. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite soll das Stellplatzangebot städtebaulich geregelt und geordnet werden.
Umbau weiterer baulicher Anlagen
Innerhalb des zweiten Teilgeltungsbereichs ist laut Sitzungsunterlagen der Umbau bestehender baulicher Anlagen, die nicht mehr im Sinne der Landwirtschaftsnutzung benötigt werden, zu Veranstaltungsräumen und weiteren Übernachtungsmöglichkeiten vorgesehen. Hier sei seitens der Eigentümer auch ein etwas außergewöhnliches, ländliches Angebot, beispielsweise Übernachtungsmöglichkeiten in den ehemaligen Gras-Silos, vorstellbar.
Aufgrund der beabsichtigten Nutzungsänderung ist auch hier ein entsprechender Bedarf an Stellplatzmöglichkeiten zu berücksichtigen, weshalb auch hierfür geeignete Flächen zur Verfügung gestellt werden sollen.
Bauplanungsrechtliche Voraussetzungen schaffen
Im Rahmen der Planung sei zudem die Änderung des Flächennutzungsplans der Gemeinde durch ein paralleles Änderungsverfahren erforderlich, um die vorgesehene Nutzung auf dieser Planungsebene vorzubereiten. Die Gemeinde beabsichtigt, mit den vorliegenden Bauleitplanungen – Änderung des Flächennutzungsplanes sowie Aufstellung des Bebauungsplans – eine Neuordnung des Bestands und dadurch die Schaffung der bauplanungsrechtlichen Voraussetzungen für eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung des Plangebiets.
Außerdem werden verbindliche Vorgaben für die Umbau- und Erweiterungsvorhaben bestimmt, sodass diese mit den Entwicklungszielen der Gemeinde vereinbar sind, wie es in den Unterlagen heißt.
Jara Grüner vom Planungsbüro „Schweiger und Scholz“ stellte im Rahmen der Ausschusssitzung, bei der auch der Eigentümer des Lammershofs anwesend war, das Bauvorhaben vor und beantwortete Fragen aus dem Gremium zum Bebauungsplan, die vor allem technischer Natur waren, wie Ausschussvorsitzender Marc Steinmann (CDU) erklärte.
Er plädierte unter anderem dafür, eine Ausgleichsfläche in grundstücksnaher Umgebung zu wählen, die dann ökologisch aufgewertet werden soll. Er habe zudem angeregt, Gespräche mit Hessen Mobil zu führen, da es an dieser Stelle noch keinen Gehweg gibt, jedoch mit einer vermehrten Nutzung der Straße durch Fußgänger zu rechnen sei. In der Sitzungsrunde nach der Sommerpause werden sich die weiteren Gremien mit dem Bauvorhaben beschäftigen.