Birkenau

Projekt mit weltweitem Charakter steht an

Das „Dorf der Sonnenuhren“ erhält nach seinem Weltrekord auch internationalen Besuch. Der Sonnenuhrenverein Birkenau hat viele Pläne bis Ende dieses Jahres.

Den Namen „Dorf der Sonnenuhren“ trägt Birkenau schon lange. Im Frühjahr 2021 bestätigte das Rekord-Institut für Deutschland, dass Birkenau offiziell die „größte Sonnenuhrdichte an einem Ort“ erzielt hat. Seitdem sind immer öfter Fachleute zu Gast in der Odenwaldgemeinde. Foto: Simon Hofmann
Den Namen „Dorf der Sonnenuhren“ trägt Birkenau schon lange. Im Frühjahr 2021 bestätigte das Rekord-Institut für Deutschland, dass Birkenau offiziell die „größte Sonnenuhrdichte an einem Ort“ erzielt hat. Seitdem sind immer öfter Fachleute zu Gast in der Odenwaldgemeinde.

Zugegeben: In den vergangenen zwei Wochen hat sich die Sonne kaum blicken lassen, aber dadurch lässt sich der Sonnenuhrenverein Birkenau nicht die Stimmung vermiesen. Denn er hält weiter an seinem Vorhaben fest, Birkenau als das „Dorf der Sonnenuhren“ in der Welt bekannt zu machen. Ein bisschen leichter fällt ihm das seit dem Frühjahr 2021: Im Januar bestätigte das Rekord-Institut für Deutschland, dass Birkenau mit seinerzeit 201 Sonnenuhren auf 24,56 Quadratkilometern Fläche den Weltrekord für die „größte Sonnenuhrdichte an einem Ort“ erzielt hat.

Mittlerweile werden in der Gemeinde 211 Sonnenuhren gezählt, wie Vereinsvorsitzende Monika Lübker sagt. Darunter fällt auch der erste lautlose Zeitmesser im Birkenauer Ortsteil Buchklingen. Der Verein hat bis zum Ende dieses Jahres viel vor und freut sich immer öfter über überregionalen Besuch im Weltrekorddorf.

Besuch im Weltrekorddorf

Einen Besuch im „Dorf der Sonnenuhren“ – das wünschte sich Michael Spitzenberg aus Silberhausen in Thüringen, der als Steinmetz schon fast 100 Sonnenuhren selbst konstruiert und hergestellt hatte, sogar vor der Universität in Kairo steht eine seiner Sonnenuhren. Bekannt wurde er durch seine Aktion in den 1990er-Jahren, ein Stück der Berliner Mauer zu einem Sonnenuhr-Mahnmal für den Frieden umzubauen, das durch die damalige Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth enthüllt wurde. Dieses kann man heute noch in Silberhausen bewundern, dem Ort, der als Mittelpunkt von Deutschland gilt, wenn man die Zwölfmeilen-Zone von Nord- und Ostsee einbezieht, wie Lübker erklärt.

Newsletter

Holen Sie sich den WNOZ-Newsletter und verpassen Sie keine Nachrichten aus Ihrer Region und aller Welt.

Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

Besuch aus Thüringen: Steinmetz Michael Spitzenberg besuchte Birkenau und seine Sonnenuhren. Foto: Sonnenuhrenverein
Besuch aus Thüringen: Steinmetz Michael Spitzenberg besuchte Birkenau und seine Sonnenuhren.

Lübker unternahm mit Spitzenberg und seinem Sohn eine ausführliche Tour durch Birkenau, bei der insbesondere die Ausrichtung und Konstruktion der verschiedenen Sonnenuhrtypen bewundert wurde. Auch das Wetter spielte mit, und so konnte die Anzeige der Sonnenuhren genau geprüft werden. Bei der abschließenden Besichtigung des Sonnenuhrengartens zeigte Steinmetz Spitzenberg dann noch einen Katalog mit seinen eigenen Kreationen. Einige davon seien noch nicht in der deutschen Sonnenuhren-Datenbank gelistet. Diese könne somit um viele schöne Exemplare ergänzt werden, sagt Lübker. Bei Gelegenheit wird ein Besuch in Silberhausen zur Besichtigung der dortigen Sonnenuhren erfolgen.

Sonnenuhrenfans und Fachleute

Seitdem Birkenau offiziell den Weltrekord hält, wurde die Gemeinde schon mehrfach von Sonnenuhrenfans und Fachleuten besucht. Beispielsweise war der Fachkreis Sonnenuhren der Deutschen Gesellschaft für Chronometrie mit über 80 Personen aus verschiedenen Ländern Europas im Jahr 2021 zu Gast. Im vergangenen Jahr begaben sich vier Gruppen mit je 20 Personen auf Spurensuche der lautlosen Zeitmesser in der Odenwaldgemeinde. Und im laufenden Jahr waren ebenfalls bereits mehrere Gruppen in Birkenau zu Besuch, neben Spitzenberg unter anderem auch ein Spanier, der extra wegen der Sonnenuhren nach Deutschland kam, wie Lübker erklärt.

„Der Weltrekord ist international bekannt, die Information ist auch auf Webseiten der großen Sonnenuhren-Gesellschaften aufgeführt“, sagt Lübker über die Aufmerksamkeit, die Birkenau seit dem Weltrekord erhält. Als Beispiel nennt sie die Gesellschaften in Großbritannien und in den USA, die auf das Weltrekorddorf im Netz verweisen. Interesse gab es auch von medialer Seite. Ein weiterer Fernsehbeitrag ist übrigens am kommenden Freitag, 11. August, geplant. Dann sind die Birkenauer Sonnenuhren wieder in der Sendung „Hallo Hessen“ von 16 bis 18 Uhr im HR-Fernsehen zu sehen.

„Earthlat 1200“ und weitere Pläne

„Earthlat 1200“ ist ein Projekt mit weltweitem Charakter, das dabei helfen soll, Birkenau international bekannt zu machen. Bei dem Projekt wird mittels Webcam-Aufnahmen von Sonnenuhren rund um die Erde die Rotation der Erde um die Sonne dargestellt. Auch eine Birkenauer Sonnenuhr, nämlich die am Rathaus, soll im Rahmen dieses Projekts zu sehen sein. Wie weit ist man mit den Vorbereitungen? „Die letzten Schritte sind in Gang, die Materialien sind da, eine kleine Baumaßnahme am Rathaus steht noch aus. Unser Ziel: Es soll im September ans Netz gehen“, sagt Lübker. Das „Earthlat 1200“-Projekt habe derzeit erste Priorität, geplant ist dann noch die Erstellung eines Actiontrails für Familien zur Sonnenuhrensuche, sagt Lübker.

Die Birkenauer Sonnenuhren kann man auf verschiedenen Rundwegen entdecken. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des Sonnenuhrenvereins. Für Führungen kann der Verein per E-Mail kontaktiert werden.