Wald-Michelbach

Schüler drehen eigene Videos bei Aktionstag am ÜWG zum Thema Medienkompetenz

Digitale Medien gehören längst zum Alltag junger Menschen. Aus diesem Anlass lernten die Siebtklässler des Überwald-Gymnasiums bei einem Aktionstag allerhand Wissenswertes rund um Medienkompetenz.

Beim Aktionstag „„Clever digital“ lernten die Siebtklässler des Überwald-Gymnasiums nicht nur wichtige Dinge über das Thema Medienkompetenz, sondern planten, drehten und bearbeiteten auch einen eignen, dreiminütigen Film. Foto: Michael Pleiner
Beim Aktionstag „„Clever digital“ lernten die Siebtklässler des Überwald-Gymnasiums nicht nur wichtige Dinge über das Thema Medienkompetenz, sondern planten, drehten und bearbeiteten auch einen eignen, dreiminütigen Film.

Jede Lehrkraft spürt es, die Schüler wissen es längst, Eltern ärgern sich darüber – digitale Medien verändern die Kommunikationskultur. Simsen, chatten, mailen und sich selbst darstellen und präsentieren in den Sozialen Medien – all das gehört heute zum Alltag von Heranwachsenden. Die digitale Welt strukturiert den Alltag der jungen Menschen. Sie nutzen sie ganz selbstverständlich, um sich mitzuteilen und sich auszudrücken. Doch um diese Medien so zu nutzen, dass ihr Mehrwert maximiert und die Risiken auf ein Minimum reduzieren kann, braucht es in der Praxis vor allem eines: Medienkompetenz.

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Impressum

Bei einem Workshop mit dem Titel „Clever digital“ lernten die drei siebten Klassen des Überwald-Gymnasiums die Veränderung der Kommunikationsstruktur durch die Sozialen Medien kennen und konnten ihren Umgang bei Bedarf anpassen. Die einzelnen, praxisorientierten Module wurden von Mitarbeitern des Instituts für Medienpädagogik und Kommunikation Hessen geleitet. Im Überwald-Gymnasium Wald-Michelbach wird jährlich ein solcher Workshop mit den siebten Klassen durchgeführt.

Wichtige Themen erarbeitet

In der Startphase wurden verschiedene Themen, die beim Umgang mit den digitalen Medien wichtig sind, in Expertengruppen behandelt: Angefangen bei Chatiquette – eine Mischwort aus Chat und Etikette – auf Plattformen wie WhatsApp, Instagram und Snapchat, über auch die Rolle von privaten Daten in Bezug auf Google und andere Suchmaschinen, bis hin zu Urheberrechten, die unter anderem bei YouTube und anderen Videoplattformen äußerst wichtig sind. Auch sprachen die Schüler über Kostenfallen, Manipulation zum Beispiel durch Fake News und Ethik und Haltung – Stichwort: Cybermobbing. Hierbei sollte herausgefunden werden, wie die Schüler mit den Medien umgehen.

Der zweite Teil des Workshops fand im PC-Raum statt. Dort lernten die Jugendlichen, dass „meine Daten mir gehören“. Themen wie Ergogooglen, Personensuchmaschinen, Bilderrückwärtssuche, sichere Passwörter, Hacking und SAR-Werte, also der Strahlungswert eines Handys, wurden behandelt.

Am Ende testeten die Schüler mit großer Begeisterung in einem digitalem Quiz ihr Wissen. In die Diskussionen flossen auch viele eigene Erfahrungen und Hinweise von und für die Jugendlichen ein.

Eigenes Video gedreht

Unter dem Motto „Ich mache Medien – Medienpraxis“ durften die Schüler in Gruppen einen eigenes Video mit dem Tablet oder dem Handy drehen und das Gelernte reflektieren und umsetzen. Die einzelnen Gruppen suchten sich ihr Thema selbst aus, um dann in die jeweiligen Rollen zu schlüpfen.

Nach einer Einführung mit Tipps und Tricks beim Filmen begann für die Jugendlichen die eigentliche Arbeit. Sie konzipierten ihre eine eigene Geschichte und erstellten ein sogenanntes „Storyboard“, auf dem die Szenen des Videos visualisiert werden, zum Thema „Ich-Medien-Schule“. Der Film sollte dann rund drei Minuten dauern.

Die Clips wurden nach erfolgreichem Dreh auf den PC überspielt und mit einem Schnittprogramm bearbeitet. Dabei bestimmten die Schüler die Reihenfolge der Videoschnipsel, kürzten diese, und fügten auch Übergänge, Effekte, Vor- und Abspanne, Musik und Geräusche sowie Outtakes (Pannen und Versprecher beim Dreh) hinzu.

Nach der Bearbeitung wurde der Film in ein entsprechendes PC- und Handytauglichen Dateiformat gespeichert und dann vor allen präsentiert. Die einzelnen Gruppen bereiteten ihre eigene Anmoderation individuell vor. Mit anschließenden Gesprächen und Diskussionen zu den Vorträgen endete der Workshop. Vor der Verabschiedung durften die Schüler den Tag in einer Feedbackrunde bewerten.

Begeistert und offen mitgemacht

Das Resümee der Workshop-Leiterinnen war sehr positiv. Die Jugendlichen waren begeistert bei der Sache und sehr offen. Sie zitierten einen Ausspruch eines Jugendlichen: „ich darf kein Handy benutzen und habe deshalb keine Freunde“ als Beispiel für die Offenheit der Schüler. So konnte auch die von Seiten des Überwald-Gymnasiums Verantwortliche Silke Spottka auf eine erfolgreiche Aktion für die Jugendlichen zurückblicken

Über das Institut

Das Institut für Medienpädagogik und Kommunikation Hessen veranstaltet die Workshops zum Thema „Umgang mit den Sozialen Medien“ in ganz Hessen von der Kita bis ins Seniorenalter. Eine Spezialisierung liegt aber auf der Jugendarbeit.

In Zusammenarbeit mit der Landesmedienanstalt Hessen als Förderer wird mit den Jugendlichen deren Umgang mit der eigenen Mediennutzung reflektiert, um die digitale Verantwortung zu verstehen – reflexiv über sich selbst und in der Gesellschaft.