"Skipping Hearts“ in der Ulfenbachtalschule: Springen fürs Herz
Mit einem Springseil in der Hand und einem Lächeln im Gesicht haben 30 Schüler der Ulfenbachtalschule in Wahlen im Workshop eine neue Sportart entdeckt: Seilspringen. Dahinter steckt eine wichtige Herzensangelegenheit.
Einfach ausprobieren, viel Spaß haben und dabei ruhig ins Schwitzen kommen. 30 Schüler aus der Ulfenbachtalschule in Wahlen haben genau das ausprobiert. Sie haben ein Springseil in die Hand genommen und sind drauflosgehüpft.
Grundtechniken des Seilspringens vermittelt
Am gestrigen Donnerstag nahmen die Grundschulkinder der Klassen 4a und 4b mit ihren Klassenlehrerinnen Julia Eberle und Silke Galler an einem Einführungsworkshop in der schuleigenen Turnhalle teil. Über 90 Minuten hinweg wurden sie mit den Grundtechniken des Seilspringens, englisch Rope Skipping, vertraut gemacht. Zum Abschluss gab es eine kleine Aufführung, zu der viele Eltern und Mitschüler erschienen. Dort konnten die jungen Seilspringer unter Beweis stellen, was sie gemeinsam mit der Workshopleiterin Martina Schmidt gelernt haben. Am Ende gab es ein freies Springen, bei dem auch die Zuschauer ihr Geschick ausprobieren konnten.
Mit Partner am schönsten
Spaß und Sport ließen sich bei diesem Workshop in Teamarbeit wunderbar verbinden. Eine Schülerin zum Beispiel, so berichtet Eberle, habe das Seilspringen mit Partner toll gefunden: „Da habe ich viele verschiedene Sprünge kennengelernt.“ Ihre Klassenkameradin, so Eberle weiter, habe zugestimmt, auch sie habe viel an Wissen mitgenommen: „Und es hat super Spaß gemacht.“
Nicht allein das Seilspringen war Thema, sondern auch, dass man durch Bewegung dem Herzen viel Gutes tun kann. Im Workshop lernten die Kinder, wie der große Muskel funktioniert. Sie mussten eine Faust ballen und den Herzrhythmus nachahmen, wie Klassenlehrerin Julia Eberle im Gespräch berichtet.
Weniger am Computer sitzen
„Skipping Hearts“ ist ein Präventionsprojekt der Deutschen Herzstiftung. Über das Seilspringen soll durch Bewegung die Herzgesundheit gefördert werden. So der Wunsch – in der Realität spielen viele Kinder jedoch lieber am Computer oder am Handy. Um den Kindern zu zeigen, wie ein gesunder Lebensstil aussehen kann, finden Workshops wie jetzt an der Ulfenbachtalschule statt. Seilspringen, früher ein beliebtes Kinderspiel auf der Straße, ist mittlerweile zu einer anspruchsvollen Sportart herangereift.
Hand-Fuß-Koordination gefördert
So kunstvoll musste es während des Workshops in Wahlen gar nicht zugehen. Dennoch kam Rope Skipping am Donnerstag zum Einsatz, um den Kindern gute sportmotorische Grundkenntnisse zu vermitteln. Die Kinder übten koordinative Abläufe der Hand- und Fußbewegungen und den richtigen Rhythmus beim Springen.
Motorische Schwächen
Im Sportunterricht an Grundschulen ist das Problem inzwischen offenkundig: Die motorischen Basisfertigkeiten von Schülern sind schwach ausgeprägt. Dazu zählen bereits einfache Bewegungsabläufe wie laufen, springen, werfen. Zwangsläufig zeigen sich bei den Kindern auch Defizite in Ausdauer, Kraft und bei komplexeren koordinativen Fähigkeiten.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt mindestens eine Stunde sportliche Betätigung pro Tag. Doch die Realität sieht anders aus. Nur etwa jedes fünfte Kind im Alter zwischen 8 und 10 Jahren erfüllt der Deutschen Herzstiftung zufolge die Anforderungen der WHO. Wohin ein Mangel an körperlicher Fitness bereits im Kindesalter führt, ist auch erwiesen: Übergewicht. Zu viel Gewicht wiederum begünstigt in späteren Jahren Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Allzu theoretisch lief es beim Workshop nicht ab. Da stand dann doch die Freude an der Bewegung im Vordergrund.
Über "Skipping Hearts“
"Skipping Hearts“ ist ein Präventionsprojekt, das von der Deutschen Herzstiftung initiiert wurde. Ziel ist es, vor allem Kinder in Grundschulen zu mehr Bewegung zu motivieren. Es geht auch darum, Übergewicht und den damit einhergehenden Herzerkrankungen vorzubeugen. Durch Seilspringen sollen die Kinder zudem sportmotorische Grundkenntnisse erlernen. Die Organisation bietet bundesweit kostenlose Skipping-Workshops an. Mittlerweile wird das Projekt in sechs Bundesländern angeboten und erfreut sich laut Organisation großer Beliebtheit. Die Wirksamkeit von „Skipping Hearts“ wurde in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Präventive Pädiatrie der Technischen Universität München evaluiert und im Jahr 2015 von der Dirk Nowitzki-Stiftung mit dem „Wirkt“-Siegel ausgezeichnet.