Steinachtal-Grundschule: Wie steht es um das 14-Millionen-Projekt in Abtsteinach?
14 Millionen Euro fließen in die Sanierung der Steinbachtal-Grundschule in Unter-Abtsteinach. Wie im historischen Gebäude jetzt eine moderne „Clusterschule“ entsteht.
Abtsteinach. Schon bald eineinhalb Jahre ist es her, dass die Steinachtal-Grundschule die heiligen Hallen in Unter-Abtsteinach verlassen hat und in die Interimsschule nach Ober-Abtsteinach gezogen ist. Denn der mehr als 30 Jahre alte Anbau an das denkmalgeschützte, 1904 eingeweihte Schulgebäude war zu klein geworden und hatte weder für die steigenden Schülerzahlen noch für die immer weiter wachsenden pädagogischen Ansprüche genug Platz geboten.
Das soll sich im Rahmen der Neugestaltung des Schulkomplexes in Unter-Abtsteinach nun ändern. Außerdem wird das Schulgelände barrierefrei erschlossen, erklären Projektleiterin Astrid Hartmann vom Kreis Bergstraße und Bauleiter Benjamin Rinas vom Planungsbüro Bauquadrat.
Das historische Gebäude bleibt bestehen und wird saniert, der alte Anbau wurde bereits komplett abgerissen und durch einen dreistöckigen Neubau ersetzt, der als „Clusterschule“ konzipiert wurde. Das bedeutet, dass die Klassenzimmer nicht mehr von einem langen Flur abgehen, sondern die Räume in „Cluster“, also Bereiche, aufgeteilt sind. Die Klassen sind um einen gemeinsamen Raum angeordnet, in dem die Schüler lernen und arbeiten, aber auch gemeinsam und vor allem klassenübergreifend Zeit verbringen können – „wie eine eigene Wohnung“, sagt Hartmann.
Innenausbau läuft
Bereits beim Spatenstich im Sommer war von dem alten Anbau nichts mehr zu sehen, die Rohbauarbeiten für den neuen Komplex hatten da bereits begonnen. Knapp ein halbes Jahr später steht der neue Betonanbau, und der Innenausbau läuft. Gerade werden Strom- und Wasserleitungen gelegt und die Heizung installiert, erklären die beiden. Dachdecker und Fensterbauer waren beim Besuch unserer Redaktion schon in den letzten Zügen.
Die neu gestaltete Steinachtal-Grundschule ist zweizügig konzipiert, hat also maximal Platz für acht Klassen – zwei je Jahrgangsstufe. Das Erdgeschoss im Neubau soll auf der Südseite die Mensa und die Küche beherbergen sowie einen ersten Cluster mit zwei Klassenräumen am westlichen Ende. In Stockwerk zwei und drei bilden jeweils drei Klassenräume eine Gruppe. Sollten alle vier Jahrgänge als tatsächlich zweizügig sein, wird ein Jahrgang auf zwei Stockwerke verteilt werden müssen, bestätigt Hartmann.
Das historische Haus wird dann unter anderem das Lehrerzimmer, das Sekretariat und das Büro der Schulleitung beinhalten. Im ersten Stock sind Betreuungs- und Teamräume, aber auch die Bibliothek vorgesehen. Das Dachgeschoss bleibt aus Brandschutzgründen ungenutzt, schildern Hartmann und Rinas.
Das Ziel ist es, das Historische mit dem Modernen zu verbinden: So wird die alte Mauer an der Schnittstelle zwischen dem historischen und neuen Gebäude durch eine Glaswand auch von außen sichtbar sein. Und der dritte Stock des Neubaus wurde verkleinert, um Platz für ein Gründach zu bieten und das historische Schulhaus nicht optisch zu erdrücken.
Dabei wird auch mit der alten Bausubstanz gearbeitet: Um den Raum, in dem sich dann die Bücherei befinden wird, zu vergrößern, wurden dort die Fachwerkbalken der bisherigen Wand freigelegt. Auch die alten Treppen und Holztüren werden ertüchtigt, die Dielen und Fliesen bleiben ebenfalls erhalten.
Gesamtkosten 14 Millionen Euro
Der Rohbau lässt bereits erahnen, wie hell und großzügig die neuen Räume sein werden. Die rund 60 Quadratmeter großen Klassenräume haben riesige Fenster, die fast die ganze Wand einnehmen und reichlich Licht hereinlassen. Diese sollen dann auch mit Sitzbänken versehen werden. Die Verbindungsräume, die als „Differenzierungsflure“ bezeichnet werden, sollen mit „Lerntheken“ ausgestattet werden, an denen auch gearbeitet werden kann – sei es im Rahmen differenzierten, auf die Bedürfnisse der Schüler angepassten Unterrichts oder als Stillarbeitsplätze.
Der Kreis Bergstraße investiert als Träger insgesamt, also inklusive Interimsschule, 14 Millionen Euro. In der Zwischenzeit ist die Schulgemeinde mitsamt Inventar in einem Modulcontainerbau in Ober-Abtsteinach untergebracht, der bereits jetzt mehr Platz bietet als der alte Komplex. Bisher liegen die Arbeiten gut in der Zeit, sodass der Schulbetrieb voraussichtlich – wie geplant – zum neuen Schuljahr im August 2026 starten kann.