Feuerwehr

Wald-Michelbach: Beginnt der Neubau des Feuerwehrhauses in Schönmattenwag schon im April? 

Planung des Feuerwehrhauses nimmt konkrete Formen an. Baukosten werden wohl 2 Millionen übersteigen.

Beginnt der Neubau schon im April? (Symbolbild) Foto: Fritz Kopetzky
Beginnt der Neubau schon im April? (Symbolbild)

Wald-Michelbach. Manchmal kann eine Verzögerung am Ende doch von Vorteil sein – so auch im Wald-Michelbacher Ortsteil Schönmattenwag. Der ursprüngliche Plan für das neue Feuerwehrhaus scheiterte letztlich an den Kosten, die durch die Verlegung und Vergrößerung eines Wassergrabens entstanden wären. Doch genau diese Hürde brachte eine überraschend positive Wendung: Die neue Planung ist günstiger – sie dürfte nur noch etwa die Hälfte der Kosten verursachen.

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Bauamtsleiter Gerold Preinfalk und Bürgermeister Dr. Sascha Weber stellten die aktuelle Planung dem Bau- und Umweltausschuss vor. Derzeit läuft die Ausschreibung für den Rohbau, danach soll zeitnah die Vergabe erfolgen. Der Bau könnte dann am 1. April starten, mit dem Ziel, den Rohbau bis Mitte des Jahres abzuschließen. Der Innenausbau und die Fertigstellung sollen 2026 erfolgen – pünktlich zum 130-jährigen Bestehen der Feuerwehr Schönmattenwag. Gleichzeitig wird auch gefeiert, dass die beiden Ortsteilfeuerwehren seit zehn Jahren eine gemeinsame Wehr bilden.

Alt gegen neu

Die ursprüngliche Planung des Feuerwehrhauses wurde vor rund zehn Jahren entwickelt. Inzwischen wurden die Baukosten auf 2,2 bis 2,4 Millionen Euro geschätzt – ohne Planung und Baubegleitung, die noch zusätzlich ins Gewicht gefallen wären. Das neue Konzept reduziert die Kosten drastisch, unter anderem durch eine kleinere Grundfläche, einen einstöckigen Bau und eine modulare Bauweise.

Die Gemeinde spart dabei nicht nur durch die neue Bauweise, sondern auch durch interne Planung. Bauamtsleiter Preinfalk übernimmt die gesamte Baukoordination, wodurch sich die Gemeinde mindestens 200.000 Euro einspart laut Weber. Die neue Lösung entspricht im Grunde dem ursprünglichen Wunsch der Feuerwehr vor zehn Jahren. Damals war der größere geplante Bau nur aus fördertechnischen Gründen entstanden.

Den Ausschlag für die Umplanung gab ein kleiner Entwässerungsgraben vom Friedhof bis zum Ulfenbach. Er führe zwar nur drei bis vier Monate im Jahr Wasser, doch laut Vorgaben der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) darf ein Gewässer nicht überbaut werden. Um es zu versetzen, hätte eine Genehmigung eingeholt und eine Untersuchung auf geschützte Tierarten durchgeführt werden müssen – ein schwieriges Unterfangen, wenn das Gewässer nur ein Vierteljahr Wasser führt. Nach zweieinhalb Jahren Prüfverfahren kam schließlich der Bescheid: Der ursprüngliche 50-Zentimeter-Graben sollte auf fünf Meter Breite vergrößert werden.

Die Mehrkosten von mindestens 200.000 Euro machten das Projekt endgültig unrentabel, meinte Weber. Zudem wäre der Grundstückseigentümer mit dieser Maßnahme nicht einverstanden gewesen. Das Förderverfahren musste durch die Umplanung neu berechnet werden, allerdings erwartet Bürgermeister Weber keine großen finanziellen Einbußen. Durch die kleinere Fläche und kompaktere Bauweise könnten es lediglich einige Tausend Euro Unterschied sein, was jedoch im Rahmen der gesamten Fördermittelberechnung weniger ins Gewicht fällt. Der neue Standort des Feuerwehrhauses wurde näher an den Parkplatz des Hauses des Gastes verschoben, wo bereits eine Bauzufahrt eingerichtet wurde. Der Bauplan ist mittlerweile vom Kreis genehmigt, so Preinfalk. Durch Brandschutzauflagen wurde das Gebäude sechs Meter vom Bürgerhaus entfernt platziert. Eine spätere Verbindung zwischen beiden Gebäuden könnte bei der geplanten Sanierung des Bürgerhauses in Betracht gezogen werden.

Worauf man jetzt noch warte, sei die Genehmigung der Kreisbauaufsicht für die alte Planung Richtung Unter-Schönmattenwag. Denn diese, vor drei Jahren eingereicht, hatte man weiterlaufen lassen.

Neueste Technik

Die Feuerwehr wird mit modernster Technik ausgestattet: Demnach sollen eine Wärmepumpe und eine Solaranlage das Gebäude energieautark machen. Es wird unabhängig von externen Strom- und Internetquellen betrieben, um auch für Krisensituationen gerüstet zu sein. Die Ausstattung umfasst eine Fahrzeughalle, Alarmbereich, Werkstatt, Technikraum, Büro und Jugendräume.  

CDU-Gemeindevertreter Ralf Freudl erkundigte sich, ob das Bürgerhaus ebenfalls von der Energieversorgung des Feuerwehrhauses profitieren könnte. Preinfalk erklärte, dass das neue Gebäude komplett autark sei, eine Verbindung sei aber zunächst nicht vorgesehen.  

Der Skaterpark bleibt übrigens an seinem bisherigen Standort, stellte Preinfalk klar. Die Kosten für die technische Inneneinrichtung seien noch offen. Hierzu werde es weitere Gespräche mit der neuen Feuerwehrführung in Schönmattenwag geben.