Abtsteinach

Wer folgt auf Angelika Beckenbach?

Abtsteinacher Fraktionen wollen die Wahl der Bürgermeisterin zur Ersten Kreisbeigeordneten erst einmal abwarten.

Wenn Angelika Beckenbach in der Kreistagssitzung heute in Bensheim zur neuen Ersten Kreisbeigeordneten gewählt wird, steht in der Gemeinde Abtsteinach eine neue Bürgermeisterwahl an. Foto: Thomas Rittelmann
Wenn Angelika Beckenbach in der Kreistagssitzung heute in Bensheim zur neuen Ersten Kreisbeigeordneten gewählt wird, steht in der Gemeinde Abtsteinach eine neue Bürgermeisterwahl an.

Das hätte sich Alois Berbner wohl nicht träumen lassen, dass er über die urlaubsbedingte Vertretung der Bürgermeisterin hinaus einmal das Sagen im Abtsteinacher Rathaus haben würde. Genau dieser Fall wird aber eintreten, wenn Angelika Beckenbach in der Sitzung des Bergsträßer Kreistags am heutigen Montag erwartungsgemäß zur neuen Ersten Kreisbeigeordneten gewählt wird.

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Wenn Angelika Beckenbach zur neuen Ersten Kreisbeigeordneten gewählt wird, wird Alois Berbner am 1. September als Erster Beigeordneter die Amtsgeschäfte im Abtsteinacher Rathaus übernehmen. Foto: Fritz Kopetzky
Wenn Angelika Beckenbach zur neuen Ersten Kreisbeigeordneten gewählt wird, wird Alois Berbner am 1. September als Erster Beigeordneter die Amtsgeschäfte im Abtsteinacher Rathaus übernehmen.

Da Beckenbach auf die Stimmen der Kreiskoalition aus CDU, die sie für dieses Amt nominiert hat, und Bündnis 90/Die Grünen bauen kann, wird davon ausgegangen, dass sie die erforderlichen Stimmenmehrheit dafür erhalten wird. Dann wird sie ihr neues Amt im Landratsamt in Heppenheim am 1. September antreten. Das hat zur Folge, dass sie am 31. August aus dem Amt als Bürgermeisterin der Gemeinde Abtsteinach ausscheidet. Und von da an wird Alois Berbner in seiner Funktion als Erster Beigeordneter die Amtsgeschäfte in der Hardberggemeinde in die Hände nehmen.

Große Erfahrung

„Da wird schon was auf mich zukommen, aber ganz unbeleckt bin ich ja nicht“, erklärt der 74-Jährige, der Mitte September seinen 75. Geburtstag feiert, im Gespräch mit unserer Redaktion. Schließlich ist der ehemalige Polizeibeamte schon seit den Kommunalwahlen 1989 in der Abtsteinacher Gemeindepolitik tätig – zunächst als Gemeindevertreter, dann als Gemeindevertretervorsitzender und seit 2016 nun als Erster Beigeordneter und Vertreter der Bürgermeisterin. Somit kann er auf eine reichhaltige Erfahrung im kommunalpolitischen Alltag von Abtsteinach bauen.

Grober Fahrplan steht

Aber ihm ist auch klar, dass es für ihn nicht einfach werden wird, wenn es in in die Details geht. „Da kenne ich mich natürlich nicht so gut aus, aber dafür sind dann die Verwaltungsmitarbeiter da, die bei uns alle an einem Strang ziehen“, sagt er und vertraut auf deren Kompetenz. Seine „Amtszeit“ richtet sich danach, wann ein neuer Bürgermeister gewählt wird. Der „grobe Fahrplan“ mit dem Termin der Wahl steht schon bereit, wie Hauptamtsleiter Stefan Pape erklärt: „Das haben wir mit den politischen Akteuren in der Gemeinde schon vorbesprochen.“ Die entsprechenden Fristen wie für die Bewerbungen ergeben sich aus den gesetzlichen Regelungen. Näher wollte er aber noch nicht darauf eingehen, um den Mandatsträgern nicht vorzugreifen, die in der Gemeindevertretersitzung am Donnerstag, 4. Juli, den Wahltermin beschließen werden. Über potenzielle Kandidaten für das Amt des Rathauschefs haben sich die drei Fraktionen schon die ersten Gedanken gemacht. „Wir haben uns über einige Personen unterhalten, die von ihrer Kompetenz für diese Aufgabe infrage kommen, aber da stehen wir noch ganz am Anfang, wir haben auch noch nicht mit jemandem gesprochen“, macht Alois Berbner für die Freie Wählervereinigung klar, dass „wir trotz der positiven Prognosen erst einmal die Wahl der Ersten Kreisbeigeordneten abwarten wollen“.

Auch bei der CDU will man erst einmal sehen, wie die Wahl im Kreistag verläuft. „In der Gemeindevertretersitzung am 4. Juni wird der Wahltermin bekannt gegeben, danach werden wir darüber beraten und uns auch mit den anderen Fraktionen zusammensetzen“, kündigt die Vorsitzende der Abtsteinacher Christdemokraten, Brigitte Wetzel, an, denn: „Uns wäre es am liebsten, wenn wir einen gemeinsamen Kandidaten aufstellen würden.“

Am Beginn der Kandidatensuche

Dafür wären auch die Freie Wählervereinigung „absolut offen“, wie Berbner unterstreicht: „Es wäre gut, wenn wir jemanden finden könnten, der diese Voraussetzungen dafür mitbringt. Wir waren schon immer für Konsens in den Fraktionen.“

Ebenfalls noch am Beginn der Kandidatensuche steht die Abtsteinacher SPD „Das beginnt ja offiziell erst nach der nächsten Gemeindevertretersitzung, deshalb gibt es jetzt noch keinen potenziellen Kandidaten“, erklärt der Zweite Vorsitzende des Ortsvereins, Marco Fitzer, gegenüber unserer Redaktion, wobei er sich aber auch vorstellen könnte, einen anderen Bewerber im gegebenen Fall zu unterstützen. Was einen gemeinsamen Bewerber betrifft, meint Fitzer: „Das käme auf den Kandidaten an.“