Wie es der Bergsträßer Riesling in die USA geschafft hat
Die Winzergenossenschaft in Heppenheim hofft, dass der Wein von Trumps Strafzöllen verschont bleibt.
Heppenheim. Die Bergsträßer Winzer eG hat im vergangenen Jahr einen bedeutenden Erfolg im Export erzielt. Die renommierte Einzelhandelskette „Trader Joe’s“, die über 500 Filialen in 42 Bundesstaaten der USA betreibt, hat eine Rekordmenge an Bergsträßer Riesling bestellt. Nun sind die Weine der Genossenschaft in allen Trader-Joe’s-Filialen in den USA erhältlich, heißt es in einer Pressemitteilung der Winzer eG.
Der entscheidende Moment für diesen Erfolg war demnach die Weinmesse ProWein in Düsseldorf, wo es zu einem Treffen mit den Einkäufern von Trader Joe’s kam. Bei dem Termin wurde der Bergsträßer Riesling bereits probiert und man sei sofort von der Qualität des Produkts überzeugt gewesen. Im Anschluss wurden mehrere Wein-Muster zu einer unternehmensinternen Blindverkostung an Trader Joe’s nach Kalifornien geschickt, bei der auch deutsche Mitbewerber ihre Weine präsentierten. Das Verkostungspanel habe sich einstimmig für unseren Bergsträßer Wein entschieden.
Klassisches Etikett
Nach dieser positiven Rückmeldung begannen die Verhandlungen über die Ausstattung des Weines. Für die Einkäufer von Trader Joe’s war schnell klar, dass keines der modernen Etiketten, die aktuell von der Genossenschaft verwendet werden, für den amerikanischen Markt infrage kommt. Stattdessen bevorzugte man eine klassische deutsche Ausstattung mit grüner Schlegelflasche, Wappen und Impressionen des Weinbaugebietes. Hierfür wurden alte Etiketten der Bergsträßer Winzer eG in die USA gesandt, wo man sich für den Heppenheimer Schlossberg als Motiv für das Etikett entschied, dass dann exklusiv für den Kunden neu gestaltet wurde.
„Dank dieser sorgfältigen Vorbereitung und der Anpassung an die Marktbedürfnisse sind unsere Bergsträßer Riesling-Weine seit Beginn des Weihnachtsgeschäftes im vergangenen Jahr in allen Trader-Joe’s-Filialen der USA erhältlich. Die Etiketten zeigen stolz die Starkenburg und den Heppenheimer Schlossberg, was die Herkunft und Qualität unserer Weine unterstreicht“, erklärt die Winzer eG.
Über die Weihnachtszeit seien verschiedene Rückmeldungen von zufriedenen Kunden aus mehreren Bundesstaaten der USA eingetroffen, die sich freuten, einen Wein von der Bergstraße trinken zu können. So zum Beispiel von Christel Rowell, geborene Vettel, aus Rochester, Michigan, die den Wein mit ihren Freunden an Weihnachten genoss.
„Weite Reise – gut angekommen: Absolut überrascht, am 16.12.24 ‚Terra Starkenburg‘-Aufdruck auf einer leeren Kiste bei Trader Joe’s in Rochester-Michigan (nördlich von Detroit) zu sehen. Wir haben sofort zwei Kisten bestellt, die am 22.12.24 aus Chicago angekommen sind. Viele Erinnerungen. Ich bin in Heppenheim geboren und mein Elternhaus ist noch in der Darmstädter Straße! Als Kind habe ich meinem Vater oft in seinem Wingert im Mausnest und Unkental geholfen. Oft habe ich meinem Onkel „Schorsch“ Vettel („Goldener Anker“) auf dem Heimweg von seinem „Steinkopf Wingert“ (Hambacher Tal) zugewinkt. Das Etikett auf der Flasche ‚Petersdom Schlossberg mit Starkenburg‘ hat viele Erinnerungen in mir geweckt. Am 26.12.2024 haben wir dann mit guten Freunden angestoßen. Der Wein war köstlich, meine Gedanken in Heppenheim“, schreibt sie in ihrer E-Mail.
Grüße aus Florida
Perry Ray aus der Nähe von Minneapolis, Minnesota, hat einen Facebook-Post zu dem Wein in der Gruppe „Die Bensemer“ hinterlassen und erinnert sich ebenfalls an ihre alte Bergsträßer Heimat und eine Weinlese in ihrer Jugendzeit. Monika und Jennifer Horst haben den Wein in Gainesville, Florida, eingekauft und haben stolz Bilder des Einkaufskorbs mit den Weinflaschen geschickt.
Die Bergsträßer Winzer eG hofft nun, dass der amerikanische Präsident Donald Trump ein Nachsehen bei seiner Zollpolitik für den Bergsträßer Wein hat, sodass die landesweite Versorgung des amerikanischen Marktes mit den edlen Tropfen von der Bergstraße nicht einbricht.