Mann aus brennendem Haus gerettet
In den frühen Morgenstunden gab es Großalarm. Als die ersten Helfer aus Fürth eintrafen, stand das Haus bereits in Vollbrand.
Update: Brand in Reichelsheim/Ortsteil Erzbach
Um 4.20 Uhr am gestrigen Morgen ging bei der Freiwilligen Feuerwehr Fürth die Meldung ein, dass ein Wohnhaus im Reichelsheimer Ortsteil Erzbach brannte. Als die ersten Helfer eintrafen, stand das Haus bereits in Vollbrand.
Explosionen auf dem Grundstück
Als schwierig erwies sich der Umstand, dass Gasflaschen und Feuerwerkskörper auf dem Grundstück lagerten. Die Polizei teilt mit, dass das Löschen nur aus sicherer Entfernung möglich gewesen sei. Während der Löscharbeiten sei es zudem immer wieder zu Explosionen gekommen, heißt es weiter. Für Probleme sorgte auch eine oberirdische Stromleitung; sie riss infolge der Hitze und sorgte außerdem für einen Stromausfall im gesamten Ortsteil.
Stromausfall im gesamten Ortsteil
Später wurden auch noch die benachbarten Wehren verständigt, unter anderem die aus Fürth, die um 6.50 Uhr zur Stelle war. „Wir haben den Wassertransport übernommen“, erklärt Gemeindebrandinspektor Dominik Bormuth gegenüber der OZ.
Das Staffellöschfahrzeug kam zum Einsatz, es fuhr zwischen einem Hydranten auf Fürther Gemarkung und der Unglücksstelle in der Forststraße hin und her, um mit Löschwasser auszuhelfen. Es sei so viel Wasser gebraucht worden, dass die Helfer zu diesem Mittel griffen, erläutert Bormuth: „Damit nicht alles aus dem Reichelsheimer Trinkwassernetz entnommen werden musste.“ Das Wasser kam von einer Entnahmestelle in Fürth-Weschnitz, und bis neun Uhr wurde ein Pendelverkehr aufrechterhalten: „Dann war der Einsatz beendet.“
Durch Katzen geweckt
Soweit es die Brandursache angeht, kann die Polizei derzeit noch keine Auskunft geben, wie Pressesprecher Bernd Hochstädter vom Polizeipräsidium Südhessen erklärt: „Das Haus gilt als einsturzgefährdet, weshalb unsere Brandermittler das Gebäude noch nicht betreten konnten.“ Auch Angaben zur Schadenshöhe seien aus diesem Grund noch nicht möglich.
Es handelt sich um ein älteres Anwesen, ein bäuerliches, kleineres Fachwerkhaus, und dass es in der Brandnacht nicht zu einer schlimmen Tragödie kam, ist gleich mehreren Zufällen zu verdanken. Denn der Bewohner, ein 60-jähriger Mann, schlief im Obergeschoss und bemerkte zunächst nichts von der sich anbahnenden Katastrophe. Dann miauten seine Katzen allerdings lautstark – und retteten ihm vermutlich das Leben.
Mit Leitern aus Haus befreit
Denn erst dadurch sei der Mann aufgewacht und habe Qualm im Zimmer bemerkt, erklärt Hochstädter: „Er ist zum Fenster gelaufen und hat sich dort hinausgelehnt.“ Und nun kam ihm ein weiterer Glücksfall zu Hilfe. Und zwar in Gestalt eines LKW-Fahrers, der an dem Haus vorbeifuhr, den Bewohner und seine bedrohliche Lage bemerkte. Der Fahrer stieg aus, fand auf dem Gelände eine Leiter und lehnte sie von außen ans Gebäude. Dadurch kam der 60-jährige ins Freie, unterstützt von dem Helfer.
Später kam der Bewohner mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus, wurde aber am Vormittag schon wieder entlassen. Wo er mittlerweile ein Notquartier gefunden habe, weiß die Polizei nicht. Sicher ist dagegen, dass es für die vierbeinigen Lebensretter ein gutes Ende gab: Sie seien von Nachbarn gefüttert worden, erklärt Hochstädter: „Sie waren wohlbehalten und in Sicherheit.