Wald-Michelbach

Wohnhausbrand: 84-jähriger Bewohner in Affolterbach lebensgefährlich verletzt

Feuer auf einem Anwesen im Wald-Michelbacher Ortsteil sorgt am frühen Freitagabend für einen hohen Sachschaden und einen schwer Verletzten.

Von einer Garage sprang am frühen Freitagabend ein Feuer auf ein Wohnhaus in Affolterbach über. Mit 65 Einsatzkräften bekämpften die Feuerwehren den Brand. Foto: Gian-Luca Heiser
Von einer Garage sprang am frühen Freitagabend ein Feuer auf ein Wohnhaus in Affolterbach über. Mit 65 Einsatzkräften bekämpften die Feuerwehren den Brand.

Ein 84-Jähriger, der mit einer starken Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden musste, und ein Sachschaden, der sich nach Angaben des Polizeipräsidiums Südhessen von Freitagabend laut ersten Schätzungen der Feuerwehr auf eine niedrige sechsstellige Summe belief – das war die erste Bilanz zum Wohnhausbrand, zu dem es am vergangenen Freitagabend im Wald-Michelbacher Ortsteil Affolterbach gekommen war.

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Es war die 58-jährige Bewohnerin des Einfamilienhauses mit zwei angrenzenden Garagen, die gegen 17 Uhr über den Notruf einen größeren Brand meldete, wie das Polizeipräsidium berichtet. Die Frau und ihre ebenfalls dort wohnenden 84 Jahre alten Eltern konnten demnach bereits vor dem Eintreffen der Feuerwehr das Gebäude eigenständig verlassen.

Die Entstehung des Feuers verortete das Polizeipräsidium in einer der beiden Garagen. Wie schon der Wald-Michelbacher Bürgermeister Dr. Sascha Weber am Freitagabend vermutet hatte, explodierten dort gelagerte Gasflaschen aufgrund der Hitzeentwicklung. Die Flammen griffen dann schnell auf das angrenzende Wohnhaus über.

In der Garage gearbeitet

Der 84-jährige Bewohner hatte zu dem Zeitpunkt, als der Brand entstand, in der Garage gearbeitet. Als er das Feuer bemerkte, ging er nach Angaben des Polizeipräsidiums ins Wohnhaus und forderte seine Frau und seine Tochter auf, sofort das Gebäude zu verlassen. Er selbst hatte sich eine schwere Rauchgasvergiftung zugezogen, sodass er lebensgefährlich verletzt mit dem Rettungswagen in ein Krankenhaus zur weiteren ärztlichen Versorgung gebracht werden musste.

Unmittelbar nach der Alarmierung rückten die Feuerwehren aus Affolterbach, Wald-Michelbach und Gadern in Richtung Brandort aus. Bei der Anfahrt gab es dann aber Probleme, die entscheidende Zeit kosteten, wie Gemeindebrandinspektor Peter Capuani im Gespräch mit unserer Redaktion berichtete. „In der Mühlstraße standen zwei große Traktoren, die den Weg für die Einsatzfahrzeuge blockierten. Da konnte zwar keiner etwas dafür, aber dadurch gingen uns wertvolle Minuten verloren, was mit entscheidend dafür war, dass der Sachschaden so groß wurde“, erklärte er.

Als die Straße dann endlich frei war, erfolgte sofort der Löschangriff, der reibungslos ablief, wie Capuani ausführte. Unterstützung erhielten die Wehren durch die Einsatzkräfte der Mörlenbacher Feuerwehr, die mit dem Drehleiterfahrzeug an den Brandort kam, um aus luftiger Höhe die Löscharbeiten zu unterstützen.

Insgesamt waren gut 65 Einsatzkräfte vor Ort, die das Feuer bis gegen 20 Uhr gelöscht hatten, sowie inklusive des Rettungsdienstes 15 Fahrzeuge. Nach der Erstversorgung der drei Bewohner wurden der Notarzt und das Team des Rettungswagens zu einem Unfall im Weschnitztal gerufen, wie der Gemeindebrandinspektor berichtete. Für sie kam dann aber schnell Ersatz nach Affolterbach.

Brandwache in der Nacht

Nach den eigentlichen Löscharbeiten zog sich die Brandwache durch die ganze Nacht bis zum Samstagmorgen, wobei immer wieder Glutnester gelöscht werden mussten. Auch am Samstag kontrollierte die Feuerwehr mehrfach den Brandort. „Es hat dort den ganzen Tag noch geraucht“, erklärte Capuani, der mit Kreisbrandmeister Klaus Reiber die Einsatzleitung hatte.

Während der Löscharbeiten waren die Anwohner mit einer Rundfunkwarnmeldung aufgefordert worden, Türen und Fenster geschlossen zu halten. „Die weiteren Ermittlungen zur Brandentstehung erfolgen am Montag“, kündigte das Polizeipräsidium an.

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