Schon gewusst? Zwölf kuriose Statistikfakten aus der Region
Statistik ist trocken und langweilig? Von wegen. Wer genauer hinsieht, entdeckt die eine oder andere kuriose Information: Ein Statistik-Fun-Fact aus jeder Gemeinde - und die Zahlen dahinter.
Dass in Weinheim etwa 45 000 Menschen wohnen und dass die Odenwalddörfer viele Ortsteile haben, dürfte nichts Neues sein. Dass Laudenbach allerdings durchschnittlich am jüngsten und Wald-Michelbach halb so groß wie Mannheim ist, ist vielleicht weniger bekannt.
Wir haben uns durch Tabellen, Diagramme und Statistiken der Ämter und Behörden gewühlt, um eben solche kuriosen Informationen zu finden. Interessiert haben wir uns für die folgenden Gemeinden beziehungsweise Städte an der Bergstraße und im Odenwald:
- Weinheim
- Hirschberg
- Hemsbach
- Laudenbach
- Birkenau
- Gorxheimertal
- Rimbach
- Mörlenbach
- Fürth
- Wald-Michelbach
- Abtsteinach
- Grasellenbach
Um besser vergleichen zu können, haben wir einige Daten in Anteilen betrachtet. Das Ergebnis: Ein Fun Fact zu jeder Kommune im WNOZ-Gebiet.
1. Einer von drei Menschen in der WNOZ-Region lebt in Weinheim
Dass Weinheim die bevölkerungsstärkste Kommune unter den zwölf ist, überrascht niemanden. Aber wie ist das Verhältnis genau?
Insgesamt leben etwa 135 000 Menschen in den zwölf Kommunen, davon rund 45 000 in Weinheim. Um das ins Verhältnis zu setzen: Das ist jeder Dritte und so viel, wie die Bevölkerung von Rimbach, Fürth, Mörlenbach, Birkenau und Gorxheimertal zusammengenommen.
Übrigens: Die bevölkerungstechnisch kleinste Gemeinde ist Abtsteinach mit rund 2500 Einwohnern. In Weinheim leben 18-mal so viele Menschen – ein ähnliches Verhältnis gibt es zwischen Frankfurt und Weinheim (Faktor 17,25).
2. Am dichtesten leben die Menschen in Hemsbach
Wer dachte, dass die größte Einwohnerzahl auch mit der größten Bevölkerungsdichte einhergeht, liegt falsch. Denn die gibt es nicht in Weinheim, sondern in Hemsbach. Die kleine Stadt an der Bergstraße verzeichnet 920 Einwohner auf einem Quadratkilometer. Weinheim landet mit 779 Einwohnern pro Quadratkilometer nicht einmal auf dem zweiten Platz, sondern auf Platz drei hinter Hirschberg mit 789 Einwohnern pro Quadratkilometer.
Die am wenigsten dicht bevölkerten Kommunen gibt es übrigens im Überwald: "Spitzenreiter" ist Wald-Michelbach mit lediglich 145 Personen pro Quadratkilometer, gefolgt von Grasellenbach mit 180 Menschen. Aber: das liegt daran, wie das Gemeindegebiet aufgebaut ist (dazu kommen wir noch).
3. Jeder fünfte Laudenbacher ist unter 20 Jahre alt
Die kleinste Bergstraßen-Kommune, nämlich Laudenbach, ist auch die, die den größten Anteil an Unter-20-Jährigen hat: 20,6 Prozent, das ist etwa jeder Fünfte.
Der Vorsprung ist aber nicht groß: Mit unter einem Prozentpunkt weniger folgen Fürth, Rimbach und Hirschberg. Den geringsten Anteil haben Grasellenbach (17,1 Prozent), Hemsbach (17,6 Prozent), und Wald-Michelbach (18,1 Prozent).
Übrigens: Laudenbach hat damit auch das geringste Durchschnittsalter, nämlich 45 Jahre. Die durchschnittliche älteste Gemeinde ist Wald-Michelbach mit 47 Jahren.
4. Die Hirschberger haben im Schnitt das höchste Gehalt
Das höchste Pro-Kopf-Einkommen findet man in Hirschberg. Im Jahr 2019 verdienten die Hirschberger fast 59 700 Euro pro Kopf – das entspricht rund 5000 Euro monatlich.
Damit liegen sie mehr als 5000 Euro pro Jahr vor den Weinheimern, etwa 8000 Euro pro Jahr vor den Abtsteinachern und sage und schreibe 23 000 Euro vor den Grasellenbachern.
Dafür zahlen die Hirschberger auch verhältnismäßig am meisten Einkommenssteuer – im Jahr 2019 waren 13 110 Euro pro Kopf, also insgesamt 68 Millionen Euro.
5. Auf eine Sonnenuhr kommen 50 Birkenauer
Auch wenn die Sonnenuhrendichte ein etwas kurioser statistischer Wert sein mag, in Birkenau hat er durchaus seine Berechtigung. Denn das "Dorf der Sonnenuhren" ist immerhin Rekordhalter mit 201 Sonnenuhren im Gemeindegebiet.
Rechnet man die Einwohnerzahl und die Zahl der Sonnenuhren auf einen Quadratkilometer Gemeindefläche herunter, kommt man auf etwa acht Sonnenuhren und 404 Einwohner. Das entspricht einer Sonnenuhr pro 50 Einwohnern.
Wie viele Sonnenuhren es allerdings in den anderen Gemeinden gibt, wird nicht statistisch erfasst, daher gestaltet sich ein Vergleich eher schwierig.
6. 93 Prozent der berufstätigen Gorxheimertaler pendeln für die Arbeit
Dass Gorxheimertal in erster Linie eine Wohngemeinde ist, sollte bekannt sein. Dass die meisten Bewohner zur Arbeit pendeln, überrascht von daher nicht. Dennoch: Wenn man sich die genauen Zahlen einmal ansieht, ist die Talgemeinde die Pendlergemeinde schlechthin.
Von allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die in Gorxheimertal wohnen – und das sind 1722 von insgesamt 4156 Einwohnern –, pendeln 1608 über die Gemeindegrenzen zur Arbeit. Das sind sage und schreibe 93 Prozent. Nur knapp dahinter mit 92 Prozent folgt Abtsteinach sowie mit 91 Prozent Laudenbach.
Die meisten Menschen, die in ihrem Heimatort arbeiten, gibt es in den zwölf Kommunen übrigens in Weinheim - auch wenn mit 69 Prozent trotzdem ein Großteil der Berufstätigen für den Job in eine andere Stadt fährt. Knapp dahinter - etwas überraschend - Wald-Michelbach. 29 Prozent der Menschen arbeiten innerhalb der Gemeindegrenzen, und "nur" 71 Prozent pendeln.
7. Lediglich drei von zehn Abtsteinachern haben kein Auto
Für den schlechten ÖPNV sind ländliche Gegenden berühmt-berüchtigt. Wen wundert es also, dass es die meisten Autos pro Kopf in einer Odenwaldgemeinde gibt? Auf die rund 2500 Abtsteinacher kamen im Jahr 2022 1700 PKW. Das entspricht 0,7 Autos pro Einwohner oder eben sieben Autos pro zehn Abtsteinacher. Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass rein rechnerisch lediglich drei von zehn Abtsteinachern kein eigenes Auto haben.
Diese Werte beinhalten aber auch Kinder und Jugendliche, die noch gar keinen Führerschein besitzen können. Rechnet man die nicht mit ein, haben sogar fast neun von zehn Menschen in Abtsteinach ein Auto.
Die rechnerisch meisten Menschen ohne Auto gibt es übrigens in Hemsbach (rund 6,15 Pkw pro zehn Einwohner) und am anderen Ende des Überwalds in Grasellenbach (6,18 Pkw pro zehn Einwohner).
8. Wald-Michelbach besteht zu zwei Dritteln aus Wäldern
Wald-Michelbach ist nicht nur die größte Gemeinde im Überwald, sondern ist auch die größte Gemeinde der ganzen WNOZ-Region. Mit 74,3 Quadratkilometern Fläche entspricht das Örtchen im Odenwald etwa der Hälfte des Mannheimer Stadtgebiets.
Das „Wald“ in Wald-Michelbach steckt aber vollkommen zu Recht im Namen der Überwaldgemeinde: Ein Drittel dieser Fläche besteht aus Wäldern - um genau zu sein 49,44 Quadratkilometer.
Zum Vergleich: Das ganze Stadtgebiet von Weinheim beträgt 58,11 Quadratkilometer, also lediglich zehn Quadratkilometer mehr als die Wald-Michelbacher Wälder. Birkenau hätte sogar zweimal Platz.
9. In Grasellenbach gibt es fünfmal so viele Gäste pro Jahr wie Einwohner
Die Tourismushochburg der WNOZ-Region ist nicht etwa Weinheim, sondern eine kleine Gemeinde im Überwald: Grasellenbach. Im Jahr 2022 gab es elf Beherbergungsbetriebe, in denen 23 377 Gäste ankamen. In Weinheim waren es zwar 39 649 Gästeankünfte, wenn man diese Werte aber in Relation zur Einwohnerzahl betrachtet, überrascht das Ergebnis.
Im Jahr 2022 hatte Grasellenbach fünfmal mehr Gäste, als überhaupt Menschen in der Gemeinde leben. Auf Platz zwei in Sachen Gast-Einwohner-Verhältnis kommt mit einigem Abstand Hirschberg mit 1,4 Gästen pro Einwohner, gefolgt von Weinheim und Wald-Michelbach mit 0,8 Gästen.
10. Mörlenbach hat im Odenwald das größte Schienennetz
Jeder, der die B38 schon einmal zu den Stoßzeiten entlang gefahren ist, sollte Mörlenbach als den "Ort mit der Ampel" kennen, die regelmäßig Staus verursacht. Überraschend könnte es in Anbetracht dessen sein, dass Mörlenbach die Gemeinde mit dem größten Anteil Schienennetz ist.
15 Hektar wird in der Flächennutzung als "Bahnverkehr" deklariert. Das sind neun Prozent der gesamten Fläche, die für Verkehr bestimmt ist. Schließlich schlagen in Mörlenbach die ehemalige Trasse der Überwaldbahn, auf der heute die Solardraisine hin und her pendelt, und die Weschnitztalbahn zu Buche.
Weinheim hat zwar 33 Hektar Bahnverkehrsfläche, das entspricht aber nur einem Anteil an der Verkehrsfläche von sieben Prozent. Platz drei belegt Wald-Michelbach mit zwölf Hektar und sechs Prozent Anteil an der Verkehrsfläche.
11. Jede vierte Wohnung in Rimbach hat mehr als sieben Zimmer
Wer eine große Wohnung beziehungsweise ein großes Haus sucht, könnte in Rimbach am meisten Glück haben. Denn 24 Prozent aller Rimbacher Wohneinheiten haben sieben Zimmer oder sogar noch mehr - das ist der höchste Anteil unter den zwölf Gemeinden. Wald-Michelbach folgt mit 23 Prozent, danach kommen Abtsteinach und Fürth mit jeweils 22 Prozent.
Den geringsten Anteil an großen Wohneinheiten gibt es logischerweise in den dicht besiedelten Kommunen der Region: Weinheim und Hemsbach bilden das Schlusslicht, haben dafür aber die höchsten Anteile von Ein- bis Zweizimmerwohnungen unter den zwölf Kommunen.
Die meisten Wohnungen beziehungsweise Häuser der Region haben übrigens zwischen drei und sechs Zimmer.
12. Fürth hat die meisten Ortsteile
Dass die gerade die Odenwaldgemeinden durch den Zusammenschluss von vielen kleineren Gemeinden viele Ortsteile haben, ist kein Geheimnis. Besonders deutlich wird das in Fürth, der Kommune mit den meisten Ortsteilen: Rechnet man die Kerngemeinde mit ein, kommt man mit Brombach, Ellenbach, Erlenbach, Fahrenbach, Kröckelbach, Krumbach, Linnenbach, Lörzenbach, Seidenbach, Steinbach und Weschnitz auf zwölf Ortsteile.
Dicht folgen Weinheim mit elf Stadtteilen inklusive (Weinheim-City, Hohensachsen, Lützelsachsen, Oberflockenbach, Steinklingen, Wünschmichelbach, Rippenweier, Rittenweier, Heiligkreuz, Ritschweier und Sulzbach) und Wald-Michelbach mit zehn Ortsteilen (Wald-Michelbach, Siedelsbrunn, Gadern, Affolterbach, Kreidach, Aschbach, Ober-Schönmattenwag, Unter-Schönmattenwag, Hartenrod, Kocherbach). Lediglich Laudenbach und Hemsbach haben keine weitere Unterteilung.