Ärzte, Pflegedienste und Co.: Wie der Weinheimer Gesundheitstag ratlosen Bürgern hilft
Im Oktober dreht sich in der Stadthalle alles ums Thema Gesundheit. An über 40 Ständen informieren Mediziner, Pfleger und Therapeuten über die Versorgung in Weinheim.
Ernährung, Bewegung, Teilhabe: Diese drei Themen bilden beim diesjährigen Weinheimer Gesundheitstag das Fundament für ein Gerüst aus Fachvorträgen, Ausstellungen und Ständen. Bei der Veranstaltung in der Stadthalle stehen Ärzte, Pflegeeinrichtungen und Co. den Bürgern wieder Rede und Antwort. Dabei werden sich am Samstag, 14. Oktober, mit Sicherheit auch die Sorgenkinder „Knappheit bei Pflegeplätzen“ und „Fachärztemangel“ im Fragenkatalog der Bürger wiederfinden.
Mitmachen ist angesagt
„Gemeinsam aktiv. Gemeinsam gesund“ – das ist der Name, den der Gesundheitstag im Jahr 2023 trägt. „Er soll den Aspekt der Teilhabe der Bürger unterstreichen“, erklärt Anna Dreißigacker von der Stadt Weinheim, die bei der Veranstaltung rund 500 Gäste erwartet. Neben acht Vorträgen und über 40 Ständen wird deshalb auch der Mitmachfaktor großgeschrieben. So führt der AC Weinheim etwa eine Sturzprophylaxe durch, der Physiotherapeut sportec wird mit einem Angebot zum Thema Ernährung mit von der Partie sein. Die Rhein-Neckar-Verkehr (rnv) zeigt im Mobilitätstraining, wie körperlich eingeschränkte Menschen sicher in Bus und Bahn kommen. Und der Verein Leben mit Demenz präsentiert seinen Neurotango.
Jede Menge Fachvorträge
Nach der Eröffnung durch Oberbürgermeister Manuel Just um 10 Uhr führt Henning Hesselmann (GRN-Betreuungszentrum) in die Veranstaltung ein.
Den ersten Vortrag hält Dr. Florian von Pein (GRN-Chefarzt Altersmedizin) um 11 Uhr mit dem Titel „Genussvoll älter werden – Ernährung im Alter“, bevor Internist Dr. Tilman Steinhausen um 11.15 Uhr erklärt, was ein gesundes Kinderfrühstück ist.
Zahnarzt Dr. Lars Albrecht referiert um 11.30 Uhr zum Thema „Atme leichter, schlafe besser: Die Kraft der Apnoeschienen“.
Es schließt sich um 12.15 Uhr ein weiterer Vortrag von Florian von Pein an, der erläutert, wie sich Stürze im Alter vermeiden lassen. Was Sturzprophylaxe überhaupt bedeutet, lernen Zuhörer um 12.30 Uhr von Physiotherapeut Thilo Füller. Danach, um 12.45 Uhr, zeigt Silke Fischbeck vom AC Weinheim, wie sich Gangsicherheit trainieren lässt und lädt gleich im Anschluss zum Mitmachen ein.
Um 13.30 Uhr stellt sich der Verein Leben mit Demenz dem Publikum vor. Das DRK informiert ab 13.45 Uhr wie Assistenzsysteme bei einem selbstbestimmten Wohnen in den eigenen vier Wänden helfen können. Um 14 Uhr stellt sich der Stadtseniorenrat vor.
Das Format, so erklärt Marlies Brinkmann, orientiert sich am argentinischen Tango und richtet sich an Menschen, die etwa an Alzheimer oder Demenz erkrankt sind. Es diene der oftmals eingeschränkten Körperwahrnehmung, verleihe Standfestigkeit und fördere die Motorik. Viele der Paare (nicht immer seien es Ehepaare) bringe das gemeinsame Tanzen wieder näher zusammen. Umso mehr sei das der Fall, wenn andere Wege der Kommunikation durch die Erkrankung versperrt sind: „Wir beobachten diesen Effekt insbesondere bei Menschen, bei denen die Fähigkeit des Sprechens nachlässt“, erklärt Brinkmann.
Mit Anfragen überflutet
Der pflegerische Bereich wird unter anderem durch Bodelschwingh-Heim, GRN-Betreuungszentrum und den Pflegestützpunkt Rhein-Neckar abgedeckt. Birgit Kurz erklärt, dass das Team für alle Fragen rund ums Thema offen ist, beispielsweise wenn es um die geeignete Versicherung geht. Auch können sich Bürger über die verfügbaren Pflegedienste in Weinheim informieren. Dass die Verfügbarkeit von Plätzen ein Problem ist, werde speziell in der Sommerzeit deutlich, wenn Einrichtungen regelrecht von Anfragen für Plätze in der Kurzzeitpflege überflutet werden. Die Kapazitäten sind jedoch endlich, wie Christian Rupp, Geschäftsführer des Bodelschwingh-Heims erläutert. Die drei großen Einrichtungen seien ausgelastet – neben seiner eigenen sind das die Senioren-Residenz Sankt Barbara und das GRN-Betreuungszentrum. „Wir hätten eigentlich noch 30 Plätze zur Verfügung“, sagt GRN-Heimleiter Henning Hesselmann. Raum sei also da. Was fehle, seien die entsprechenden Fachkräfte, die sich um die Senioren kümmern.
Knappheit bei Fachärzten
Knappe Kapazitäten werden auch in puncto Fachärzte ein Anliegen der Bürger sein, so die Einschätzung von Dr. Friedrich-Karl Schmidt vom Mitveranstalter regiomed. Für diese und weitere Herzensangelegenheiten stehen Mediziner am Stand des Weinheimer Ärztevereins zur Verfügung.
Des Weiteren werden unter anderem AWO, Stadtbibliothek, Polizeipräsidium Mannheim, Suchtberatung, Sportvereine TSG und AC, Physio- und Ergotherapeuten, Parkinson-Selbsthilfegruppe und viele, viele mehr mit Ständen vertreten sein. Oder wie Anna Dreißigacker vom Amt für Soziales, Jugend, Familie und Senioren es zusammenfasst: „Das große Gesundheitsnetzwerk der Region mit seiner riesigen Expertise und seinem Fachwissen.“
Der Gesundheitstag wird vom Ärzteverein regiomed, dem Verein Ihre Therapeuten, dem Runden Tisch Demenz und Pflege sowie der Stadt Weinheim veranstaltet.