Alle Fakten zu den Heimattagen 2025 in Weinheim
„Heimat ist ein Gefühl“ – so lautet der Titel für eine Großveranstaltung, die Weinheim im Jahr 2025 weit über die Region hinaus bekannt machen soll: die Heimattage Baden-Württemberg. Was man wissen sollte.
Noch sind es fast 20 Monate, bis sich Weinheim als Aushängeschild des ganzen Landes Baden-Württemberg beweisen muss, doch schon jetzt werden dafür die Weichen gestellt – für die Heimattage 2025. Unter dem Motto „Heimat ist ein Gefühl“ will sich die Zweiburgenstadt weltoffen und bunt präsentieren, auch fernab von Trachten und Bollenhüten.
Im Mittelpunkt steht die Neudefinition des Heimatbegriffes weit ab von Deutschtümelei. „Die Heimattage sind keine verstaubte Angelegenheit“, sagt Ada Götz als Projektleiterin für die Großveranstaltung bei der Stadtverwaltung. Um die Weinheimer mit ins Boot zu holen, ohne die das Groß-Event nicht zu stemmen ist, stellte sie das Konzept in den Ortschaftsräten und zuletzt im Gemeinderat vor.
Was sind die Heimattage eigentlich?
Die Heimattage Baden-Württemberg sind eine Veranstaltungsreihe, die seit 1978 jedes Jahr von einer anderen Kommune oder einem Zusammenschluss von Kommunen im Land ausgerichtet wird. Durch den jährlichen Wechsel wird immer eine andere Region mit ihren Besonderheiten vorgestellt. Auf der Homepage des Landes Baden-Württemberg heißt es: „Die Heimattage wollen das Verständnis für Heimat vertiefen und das Wir-Gefühl der Menschen in Baden-Württemberg stärken. Die Heimattage bieten über das ganze Jahr hinweg für Jung und Alt eine Reihe von Veranstaltungen.“
Gab es schon Heimattage im Rhein-Neckar-Kreis?
Nach Ladenburg 1998 und Sinsheim 2020 ist Weinheim erst die dritte Kommune im Rhein-Neckar-Kreis, die den Zuschlag erhielt. Die Auflage 2020 fiel allerdings der Pandemie zum Opfer. Nur 50 der über 350 Veranstaltungen konnten stattfinden.
Was erwartet die Gäste 2025 in Weinheim?
Die traditionellen Heimattage bestehen in erster Linie aus zwei mehrtägigen Veranstaltungen, die vom Land vorgeschrieben sind. Die Baden-Württemberg-Tage am 17. und 18. Mai 2025 werden mit einem verkaufsoffenen Sonntag und einer großen Gewerbeschau, bei der sich Unternehmen aus ganz Baden-Württemberg vorstellen, kombiniert. Bei den Baden-Württemberg-Tagen wird Weinheim zur Bühne für das moderne Baden-Württemberg. Unternehmen, Dienstleister, Tourismusverbände und Vereine präsentieren sich mit Ständen in der ganzen Stadt. Gesetzt ist außerdem das große Landesfest vom 12. bis 14. September. Dort stehen die traditionellen Werte und Bräuche der Region und des Landes im Vordergrund. Höhepunkte sind der Landesfestumzug mit Gruppen aus dem ganzen „Ländle“ und die Verleihung der Heimatmedaille des Landes Baden-Württemberg.
Welche Veranstaltungen sind darüber hinaus geplant?
Allen Veranstaltungen, die sonst auch laufen, soll der Stempel der Heimattage aufgedrückt werden. Im Mittelpunkt soll damit der Begriff „Heimat“ stehen. Zusätzliche Events sind willkommen. Das können Lesungen oder ein Mundart-Festival sein, um Heimat in der Sprache nachzuspüren, oder kulinarische Angebote, bei denen Heimat durch den Magen geht. Musik, Kunst und Theater sollen unter dem Motto „Heimat ist Kultur“ zusammenfinden. Die Natur als Heimat könnte auf einem Wanderweg erforscht werden, der die Ortsteile verbinden soll.
Wer kann bei den Heimattagen mitmachen?
Jeder, der sich ehrenamtlich engagieren möchte. Die Stadt Weinheim setzt auf das Engagement der Bürger – sowohl bei der Ausrichtung der beiden Großveranstaltungen als auch bei kleinen Projekten.
Wie kann die Jugend miteinbezogen werden?
Nach Gesprächen mit dem Weinheimer Stadtjugendring könnte zum Beispiel ein Projekt ähnlich dem des Vereins „That’s Whynheim“ in Angriff genommen werden, der einen alten Seecontainer ausbaut. Damit wird ein Heim für eine lettische Familie geschaffen. Ada Götz: „Man könnte gemeinsam mit Jugendlichen ein Tiny House als ,Heimat‘ im Kleinen gestalten.“ Die Heimattage sind nicht nur für Menschen über 50 gedacht. Deshalb setzt die Stadt Weinheim auch auf Werbung über die sozialen Medien.
Welchen Mehrwert erhofft sich die Stadt Weinheim von den Heimattagen?
Erstens soll der landesweite Bekanntheitsgrad dauerhaft gesteigert werden. Zweitens wird von einer Wertschöpfung von rund drei Millionen Euro für den Tourismus, den Einzelhandel und die Wirtschaft ausgegangen. Der Betrag errechnet sich aus den erwarteten 100 000 Besuchern bei den beiden Großveranstaltungen, die nach Erfahrungswerten aus anderen Gastgeberstädten jeweils rund 30 Euro vor Ort ausgeben. Und drittens erhofft man sich eine nachhaltige Identifikation der Bürger in der Stadtgesellschaft.
Wie finanzieren sich die Heimattage?
Das Land Baden-Württemberg finanziert die Heimattage mit einem Betrag von 287 000 Euro, erwartet von der Stadt im Gegenzug ein finanzielles Engagement von rund 200 000 Euro. Die Stadt braucht dazu noch Sponsoren und Partner aus der Wirtschaft. Auf der Einhaltung der finanziellen Grenze liegt das Hauptaugenmerk, betont Ada Götz. Zuerst müssen mit dem Budget die beiden Haupt-Veranstaltungen finanziert werden, weitere Ausgaben werden genau geprüft.
Wie nachhaltig sollen die Heimattage gestaltet werden?
Ziel es ist, dass die Heimattage Spuren hinterlassen und Projekte aufgesetzt werden, die Bestand haben. Das könnte ein Mundartpfad sein, ein Wanderweg oder ein Kunstprojekt, das auch später noch an die Heimattage erinnert. Nachhaltig soll aber auch die Veranstaltung selbst sein durch ein Mehrweg-Konzept, das Müll vermeidet oder durch die Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs. Außerdem sollen die Werbemittel aus nachhaltigen Materialien bestehen und von lokalen Firmen hergestellt werden.
Wohin kann man sich wenden, wenn man sich bei den Heimattagen engagieren möchte?
Per E-Mail an heimattage@weinheim.de oder unter der Rufnummer 06201/82394 (Ada Götz).