Bundesweiter Warntag 2024 - Auch in Weinheim heulen die Sirenen
Der Rhein-Neckar-Kreis beteiligt sich am bundesweiten Warntag. Alles zu den Hintergründen.
Die letzte Sirenenprobe in Weinheim, Hemsbach und Laudenbach ist noch gar nicht lange her: Am 12. Juli wurden die Sirenen getestet, mit denen die Bevölkerung im Katastrophenfall gewarnt werden soll. Zusätzlich wurde auch über die Apps KATWARN und NINA eine Meldung verbreitet. Dabei wurden die 28 Sirenen in Weinheim nach einer entsprechenden Umrüstung erstmals digital ausgelöst, um Fehlalarme in Zukunft zu verhindern.
Verantwortlich für die bundesweite Durchführung des Warntags am 12. September ist das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).
Neben den "klassischen" Sirenen wird die Bevölkerung auch über digitale Wege informiert. Dazu gehört seit 2023 auch das sogenannte Cell Broadcasting.
Dieser Mobilfunkdienst versendet Warnmeldungen direkt aufs Smartphone, ohne dass die Nutzer dazu vorher eine App herunterladen müssen.
Allerdings funktioniert dieser Dienst nicht bei alten Handys. Beim Betriebssystem Android (Google) muss mindestens die Version 11 installiert sein, bei iOS (Apple) die Version 16.1.
-(Quelle: BBK)
Am Donnerstag, 12. September, werden nun die verschiedenen Warnsysteme für Krisen- und Katastrophenfälle in ganz Deutschland getestet. Anlässlich des bundesweiten Warntages aktivieren die beteiligten Behörden ab 11 Uhr unterschiedliche Warnmittel. Um 11.45 Uhr erfolgt dann die Entwarnung. Darauf weist das Amt für Feuerwehr und Katastrophenschutz des Rhein-Neckar-Kreises hin. Der bundesweite Warntag soll die Bevölkerung sensibilisieren, sie auf alle verfügbaren Warnmöglichkeiten aufmerksam machen, und so Wissen über den Umgang mit Warnungen vermitteln, das in Notsituationen einen erheblichen Beitrag zum Selbstschutz leisten kann.
Brände, Bombenfunde, Trinkwasserverunreinigungen oder andere Gefahrenlagen – die frühzeitige Warnung und schnelle Information der Bevölkerung bei Gefahren sowie die Bereitstellung entsprechender Handlungsempfehlungen seien wichtige Aufgaben der für die Gefahrenabwehr zuständigen Behörden. Die große Herausforderung bei der Warnung der Bevölkerung bestehe darin, möglichst viele Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen (Arbeitsplatz, Freizeit, Familie, während Auto- und Bahnfahrten) und mit unterschiedlichen Lebensgewohnheiten (nur Radiohörer, Smartphone-Nutzer) zu erreichen, heißt es in der Mitteilung des Rhein-Neckar-Kreises.
Beim Test der technischen Infrastruktur sollen die Abläufe mit den beteiligten Akteuren erprobt werden. Deshalb sei es wichtig, dass der Prozess von der Auslösung einer Warnmeldung bis hin zu ihrem Empfang durch die Bevölkerung durchgespielt wird. Auf diese Weise könnten auftretende Herausforderungen oder Probleme von den Verantwortlichen identifiziert und im Nachgang behoben werden. Zweck des bundesweiten Warntages sei deshalb ausdrücklich auch, Schwachstellen im Warnsystem zu finden, um diese im Nachgang zu beseitigen und das System für den Ernstfall noch stabiler und effektiver zu machen.
Neben den technischen Aspekten ist für eine effektive Warnung von zentraler Bedeutung, dass die Bevölkerung weiß, wie Warnung funktioniert und welche Warnmittel zur Verfügung stehen. So sei es zum Beispiel wichtig, dass die Menschen die Bedeutung der Sirenensignale an allen Orten, an denen Sirenen zur Warnung der Bevölkerung vorgehalten werden, kennen.
Was bedeutet welcher Ton?
Ein an- und abschwellender Heulton ruft dazu auf, Radio/Fernsehen einzuschalten oder die Internetseite der örtlichen Feuerwehr aufzurufen. Ein Dauerton von dreimal 12 Sekunden ist das Signal für einen Feueralarm; je nach Ereignis sollten die Türen und Fenster geschlossen werden. Ein einminütiger Dauerton bedeutet „Entwarnung“.
Im Rhein-Neckar-Kreis können die Sirenen in 30 Städten und Gemeinden durch die Integrierte Leitstelle Heidelberg/Rhein-Neckar-Kreis zentral ausgelöst werden. „Unabhängig davon stehen im gesamten Kreis weitere Warnmittel – wie Lautsprecherfahrzeuge und mobile Sirenen – zur Verfügung, die im Ernstfall eingesetzt werden können“, erklärt Birgit Kritter, Referatsleiterin Katastrophenschutz im Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis.