Weinheim

Auftakt zur Weinheimer Atelier-Route

Offene Ateliers: Am 20. und 21. Juli laden 29 Künstler an 13 Orten in Weinheim zu einem Einblick in ihre Ateliers ein. Den Auftakt machte die Galerie Volksbank Kurpfalz.

Theresia Schug (von links), Eva Hestermann-Beyerle, Uta Hamerla-Aulbach, Dr. Nicole Hilkert und Ingrid Janovsky stellen in der Galerie der Volksbank aus. Foto: Thomas Rittelmann
Theresia Schug (von links), Eva Hestermann-Beyerle, Uta Hamerla-Aulbach, Dr. Nicole Hilkert und Ingrid Janovsky stellen in der Galerie der Volksbank aus.

Die farblich expressive Verarbeitung einschneidender Erlebnisse, eine philosophisch angehauchte Konversation in Schwarz-Weiß auf Büttenpapier, präziser Strich in Zeichnungen sowie ausdrucksvolle Frauen in Ton und faszinierende Formen aus unterschiedlichen Hölzern: Die Sommerausstellung des Kunstfördervereins zeigt am Beispiel der Werke von fünf Frauen bis 22. August in der Galerie der Volksbank Kurpfalz die Vielseitigkeit künstlerischen Gestaltens.

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Vorsitzender Gerhard Berger würde gerne viele der zahlreichen Gäste, die am Dienstagabend zur Vernissage gekommen waren, am 20. und 21. Juli wiedersehen, wenn 29 Künstler an 13 Orten in Weinheim in ihre „Offenen Ateliers“ einladen. Die nun eröffnete Sommerausstellung, für die Uta Hamerla-Aulbach, Dr. Nicole Hilkert, Eva Hestermann-Beyerle, Ingrid Janovsky und Theresia Schug von einer Jury mit zwei Kunsthistorikern und einem Mitglied der Tschira-Stiftung aus 30 Bewerbern ausgesucht wurden, gilt als Aufgalopp zur Weinheimer Atelier-Route.

„Ich hoffe, dass das eine coole Veranstaltung wird.“

Die zwischen Coolness und Emotionen wechselnden Bilder der Sommerausstellung forderten das Hängeteam des Kunstfördervereins. Es entschied sich zu Recht, die großformatige Acryl- und Ölmalerei von Theresia Schug als ersten Blickpunkt zu platzieren. Expressiv thematisiert und verarbeitet die Malerin mit Farberuptionen die durch Corona entstandene gesellschaftliche Zerrissenheit und die Flutkatastrophe im Ahrtal, wo sie selbst als Helferin eingesetzt war. Bilder von ihrem Einsatz erscheinen auch auf der Videowand der Galerie.

Während Schug dem Betrachter unverkennbar die Augen für emotionales Erleben öffnet, schlägt Ingrid Janovsky in einem anderen Bereich der Galerie ebenfalls in großem Format leisere Töne an. Die schwebenden und fließenden Formen, die sie mit Gouache, Kohle, Tusche und Öl auf saugstarkes, handgeschöpftes Büttenpapier aufträgt, sind Teil ihrer Abschlussarbeit an der Kunstakademie Trier mit dem Titel „Dazwischen, zwischen dir und mir“. Fein, sensibel und mit wohltuender Leichtigkeit geht Janovsky mit Spannung, Energie und Emotion um.

Die dritte Malerin der Sommerausstellung, Dr. Nicole Hilkert, ist zugleich Zeichnerin, die bei Porträts und Landschaftsdarstellungen auf die Präzision des Strichs und auf Proportionen setzt. In mehreren Beispielen zeigt sie auch die unterschiedliche Wirkung zwischen reiner und mit Aquarell nachkolorierter Zeichnung. Mit ihrem Stift schafft sie eine eigene Welt.

An verschiedenen Stellen der Galerie zeigen Uta Hamerla-Aulbach aus Hohensachsen und Eva Hestermann-Beyerle aus Schriesheim, wie unterschiedlich Bildhauerinnen arbeiten können. Während Uta Hamerla-Aulbach mit Terracotta eine „Kleine Madame“ kreiert oder in ihrer Figur „Neugierig“ in exzellenter Feinarbeit das Gesicht einer Frau lebensecht gestaltet, huldigt Eva Hestermann-Beyerle mit Eleganz und Kalkül der Struktur verschiedener Hölzer. So bevölkert ein „Pharao“ aus Kirsche, ein „Falke“ aus Apfel die Ausstellung, und eine sich windende „Feuerzunge“ entstand aus einem Stück Mammutbaum.

Die interessanten Gespräche mit den anwesenden Künstlerinnen, die Carsten Müller, der Vorstandssprecher der Volksbank Kurpfalz, am Ende seines Zwiegesprächs mit Gerhard Berger dem Vernissage-Publikum wünschte, können am 20. und 21. Juli bei den „Offenen Ateliers“ fortgesetzt werden. Alle fünf Malerinnen und Bildhauerinnen werden dann zusammen mit 24 weiteren Kollegen Einblick in ihr Schaffen geben.