Hemsbach

Autorenduo präsentiert Buchprojekt in Hemsbach

Mit einer Mischung aus Euphorie und Hingabe haben Claudia Haas-Steigerwald und Bernd Siebold ein Buch geschaffen, das die Geschichten von elf bemerkenswerten Persönlichkeiten erzählt.

Claudia Haas-Steigerwald und Bernd Siebold präsentieren ihr gemeinsames Buch „Mach, was dich erfüllt und bewegt“ bei einer Lesung am Freitag in der ehemaligen Synagoge in Hemsbach. Foto: Bernd Siebold
Claudia Haas-Steigerwald und Bernd Siebold präsentieren ihr gemeinsames Buch „Mach, was dich erfüllt und bewegt“ bei einer Lesung am Freitag in der ehemaligen Synagoge in Hemsbach.

Wenn Claudia Haas-Steigerwald und Bernd Siebold über ihr Herzensprojekt reden, leuchten ihre Augen voller Euphorie. Fünf Jahre lang arbeiteten sie an dem Buch „Mach, was dich erfüllt und bewegt“, in dem sie elf beeindruckende Persönlichkeiten porträtieren.

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Das dynamische Duo setzte den Titel ihres Werkes in die Tat um – und beantwortete sich damit die Frage selbst, was ein erfülltes Leben ausmacht. „Uns hat dieses Projekt wahnsinnig bereichert“, bestätigt Haas-Steigerwald.

„Es ist kein Ratgeber, kein So-soll-es-sein-Buch, sondern eher eine Lektüre aus dem Leben, die jeder für sich interpretieren kann“, beschreibt Siebold das Werk. Das Thema der Suche nach dem Glück sei eins, das jede Generation beschäftige. „Manche Menschen suchen ihr ganzes Leben nach ihrer Passion“, fügt der 55-Jährige hinzu.

„Uns hat dieses Projekt wahnsinnig bereichert“ - Claudia Haas-Steigerwald

Die Chefin der Agentur für Öffentlichkeitsarbeit „comdico“ und der Fotograf arbeiteten bereits im Vorfeld mit gemeinsamen Kunden zusammen. „Wir haben uns schon immer gut verstanden“, erzählt die 57-Jährige, „irgendwann kamen wir auf die Idee, an einem gemeinsamen Projekt zu arbeiten und den kreativen Teil unserer Arbeit auszukosten“.

Mehrsprachige Interviews

Die Interviews fanden mal auf Deutsch, mal auf Englisch statt. „Nur bei dem Gespräch mit dem italienischen Architekten Michele de Lucchi haben wir uns einen Dolmetscher dazu geholt – damit uns wirklich nichts verloren geht“, berichtet der Fotograf.

Die 57-Jährige und der 55-Jährige suchten und fanden ihre Protagonisten durch ein gutes Netzwerk. „Wir haben viel herumgefragt und über vorherige Interviewpartner Kontakte geknüpft“, sagt Haas-Steigerwald.

Vor allem, dass sie so schnell in Kontakt mit Muhammad Yunus kamen, freute sie. Yunus ist aktuell Chef der Übergangsregierung von Bangladesch und wurde 2006 für sein Mikrokreditsystem mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. „Da warten manche Leute jahrelang auf einen Termin und für uns hatte er sofort Zeit“, staunt Siebold noch im Nachhinein.

Der Mensch im Vordergrund

Die beiden trafen den 84-Jährigen während eines Wirtschaftskongresses in Wiesbaden. „Geld verdienen macht glücklich. Aber andere Menschen glücklich zu machen, macht noch viel glücklicher.“ Dieses Zitat von Yunus ist den beiden besonders im Gedächtnis geblieben – und schmückt auch ein Bild an der Wand von Siebolds Studio in Hemsbach. „Ein Kunde von mir hat es gesehen und meinte, das sei genau das, was aktuell fehlt: dass der Mensch wieder im Vordergrund steht und nicht der Profit“, erzählt der Fotograf.

"Geld verdienen macht glücklich. Aber andere Menschen glücklich zu machen macht noch viel glücklicher" -Muhammad Yunus

Neben dem Nobelpreisträger und Michele de Lucchi wurden außerdem noch Christa Heilmann, Günther Fath, Jürgen Strube, Rosi Gollmann, Peter Rothe, Dorine de Vos, Gerald Hüther, Mieke und Jan Teunen und Wolfgang Grupp interviewt.

„Probiert euch aus“

Was alle diese Personen gemeinsam haben? „Sie sind Risiken eingegangen und haben sich für ihre Leidenschaft eingesetzt“, sagt Siebold. Genau das wollen er und Haas-Steigerwald auch nach außen tragen. „Probiert so viel aus, wie es geht, denn nur durch Ausprobieren wisst ihr, was zu euch passt“, appelliert die Autorin vor allem an die jüngere Generation. „Und vor allem – fragt euch, was euch wirklich Spaß macht!“

Am morgigen Freitag, 18. Oktober, ab 19 Uhr, werden Siebold und Haas-Steigerwald in der ehemaligen Synagoge in Hemsbach aus ihrem Buch vorlesen und Fragen beantworten. Damit nicht genug – am 21. November sind sie im Haus der Demokratie zu Gast. „Das Buch wird uns noch einige Zeit begleiten“, freuen sich die Autorin und der Fotograf.