Hirschberg

Autorin Eleanora Falkenstein teilt ihre Leidenschaft für Kinderbücher

In der Katholischen Öffentlichen Bücherei (KÖB) ist ein flauschiger Rüde namens Jascha der Star. Sein Frauchen hat ihm bereits zehn Romane gewidmet.

Zur Lesung in der KÖB in Leutershausen bringt Kinderbuchautorin Eleanora Falkenstein ihren Hund Jascha mit. Foto: Meike Paul
Zur Lesung in der KÖB in Leutershausen bringt Kinderbuchautorin Eleanora Falkenstein ihren Hund Jascha mit.

Er tippelt aufgeregt auf der Stelle. Wedelt mit dem Schwanz, schnuppert neugierig an Kissen, Kinderhänden und Büchern. Es ist zwar bereits sein dritter Besuch, doch für den kleinen, weißen, flauschigen Rüden ist so ein Ausflug mit seinem Frauchen Eleanora Falkenstein immer etwas Besonderes. Wann sonst hat man als kleiner Vierbeiner die Gelegenheit, von zwölf Grundschülern gekrault und getätschelt zu werden. Der aufgeweckte Bichon Frisé (eine französisch-belgische Hunderasse) mit dem Namen Jascha ist hier in der Katholischen Öffentlichen Bücherei (KÖB) der Star. Doch nicht nur hier, im Rahmen des Schmökertreffs. Auch in der Buchreihe von Falkenstein dreht sich alles um Jascha. Denn die Kinderbuchautorin hat ihrem Hund und den Abenteuern ,die sie mit ihm erlebt, mittlerweile schon zehn Romane gewidmet. An diesem Donnerstag las sie aus Buch Nummer drei. Und das war gar nicht so einfach. Denn die Grundschüler, an die sich das freie Angebot immer donnerstags wendet, hatten viele Fragen. Zum Leben mit dem Hund. Zum Beruf der Autorin und ganz allgemein zum Leben.

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Mit einer Engelsgeduld antwortete Falkenstein auf alles, was die Kinder wissen wollten. Gleichzeitig gelang es ihr, den aufgeregten Jascha durch Kommandos zurück auf seinen Platz zu manövrieren und die Kontrolle über die Rasselbande zu behalten. Ein echtes Multitasking-Talent eben. Warum der jungen Frau das alles so gut gelingt? Weil sie liebt, was sie tut. Auf die Frage, weshalb sie Kinderbücher schreibe, gibt es die passende Antwort: „Kinder erkennen den Zauber dieser Welt.“ Seit sie das erste Mal einen Stift in der Hand gehalten hatte, habe sie gewusst, dass sie Autorin werden und ihre Gedanken auf Papier bringen wolle.

Mehrere Kurzgeschichten

„Über die Jahre habe ich mehrere Kurzgeschichten, zwei Gedichtbände, einen Fantasy-Roman und Motivationssprüche geschrieben. Meinen ersten Gedichtband habe ich im engsten Kreis publiziert und einen Social-Media-Kanal für meine Gedichte angelegt. Doch ich wusste, das war noch nicht alles.“

Heute weiß die 28-Jährige, dass sie auf alle Fälle Kinderbücher schreiben will. 2022 hat sie den ersten der zehn Bände um ihren Jascha veröffentlich. Die Idee entstand, als sie sich ihren Traum vom eigenen Hund erfüllte. Sie selbst schlüpft in die Rolle von Ella, der besten Freundin von Jascha.

Eleanora Falkenstein lebt in Heidelberg und besucht regelmäßig Grundschulen, um aus ihren Büchern vorzulesen. Auch in der KÖB war sie schon öfter dabei und kommt auch gerne wieder. Die Mitarbeiterinnen Ines Holzmann und Ingrid Müller sind begeistert. Jeden Donnerstag kümmern sich die Frauen um die Besucher des Schmökertreffs. Immer von 15.30 bis 16.30 Uhr sind die Kinder der angrenzenden Grundschule eingeladen, zum Spielen, Basteln und Lesen vorbeizukommen. Das Team der Bücherei lässt sich gerne etwas einfallen. „Wir haben schon Apfelsaft gemacht und gelernt, wie Eis hergestellt wird. Jetzt zu Weihnachten gibt es Lebkuchen und Mandarinen und tollen Lesestoff“, erklärt Holzmann. Nur in den Schulferien pausiert das Programm. Die Teilnehmer würden variieren. Mal sind es wenige Kinder, dann beinahe 20. Beim Besuch von Jascha waren natürlich alle da.

Im Buch liest Falkenstein auch von ihrem jüngeren Bruder Theo vor. „Ha, so heiß ich auch“, befindet der kleine Theodor. Gemeinsam erörtert die Gruppe, was Spitznamen sind. Benjamin stellt fest, man könne ihn auch Benny rufen, und Tobias gestattet den anderen, ihn Tobi zu nennen. So weichen die Vorleserin und ihre Zuhörer immer wieder vom Stoff ab. Das macht aber nichts. Die Stunde vergeht wie im Fluge, und alle hatten Spaß. Und Jascha? Der machte in der Zwischenzeit ein zufriedenes Nickerchen.