Meldung "Baum stürzt auf Gebäude" sorgt für Wirbel
Wirbel um eine Polizeimeldung: Als der Hemsbacher Stadtbrandmeister Joachim Steilen nach seinem Einsatz zurückkehrt, versteht er die Welt nicht mehr.
Als Joachim Steilen von seinem Einsatz ins Feuerwehrgerätehaus zurückkehrte, wusste er gar nicht, wie ihm geschieht. Seine Kameraden berichteten ihm aufgeregt, dass die Deutsche Presse Agentur (DPA) eine Anfrage geschickt hätte und ein Videoteam ebenfalls vor Ort gewesen sei. "Der ganze Alarm nur wegen der Polizeimeldung. Der Einsatz war total entspannt", erklärt der Hemsbacher Stadtbrandmeister zu dem Vorfall, der sich heute Mittag in der Straße "Auf der Au" abgespielt hat.
In einer vorläufigen Erstmeldung der Polizei war davon die Rede, dass gegen 11.40 Uhr ein Baum auf ein Gebäude gestürzt sei. "Aktuell befindet sich die Feuerwehr im Einsatz, um den Baum zu bergen. Die Örtlichkeit wird vorübergehend gesperrt. Ortskundige werden gebeten, die Örtlichkeit zu umfahren. Verletzt wurde nach aktuellen Erkenntnissen niemand. Wie hoch der Sachschaden ist, ist bislang noch unbekannt", heißt es in der Pressemitteilung, die um 12.03 Uhr veröffentlicht wurde.
Wie sich auf Nachfrage bei der Hemsbacher Feuerwehr herausstellte, war der Vorfall weit weniger dramatisch: Ein etwa 50 Zentimeter dicker Ast hatte sich, vermutlich aufgrund einer Windböe, von dem Baum gelöst. Er landete auf einem Carport und nahm auf seinem Weg nach unten noch zwei Dachziegel mit. Auch der überdachte Hauseingang wurde beschädigt, und das im Carport-Eingang geparkte Auto musste durch kleinere Äste ein paar Kratzer und Dellen einstecken. Ärgerlich für Besitzer und Anwohner, aber ansonsten war dieses Ereignis weit entfernt von "Baum stürzt auf Gebäude".
Weil die Hemsbacher Feuerwehr schon mal vor Ort war und das betroffene Anwesen an einer schwierigen, weil engen Stelle liegt, wurden mittels Drehleiter noch weitere beschädigte Äste, die weitaus weniger groß waren, entfernt. "Wir haben auch gleich die beiden Ziegel auf dem Dach ersetzt", berichtet Steilen. Von einem spektakulären Vorfall konnte also bei diesem Einsatz zum Glück für die Anwohner und die Feuerwehr keine Rede sein - sehr zum Leidwesen der DPA und des Videoteams, welches enttäuscht wieder abrückte.