Christopher Schierk ist der neue Revierförster
Mit Leidenschaft für seine Arbeit hat Christopher Schierk die Verantwortung für das Revier 61 an der nördlichen Bergstraße Nord seit dem 1. Oktober übernommen.
Egal ob weiße Wellenlinie oder orange Diagonale – in den Wäldern an der nördlichen Bergstraße Nord stammen alle Markierungen an den Bäumen seit neustem von einer Person. „Damit wissen die Forstarbeiter, welche Bäume sie fällen dürfen – oder welche besonders beachtet werden müssen“, erklärt Chirstopher Schierk, der Nachfolger von Förster Philipp Lambert. Seit dem 1. Oktober ist er für das Revier 61 mit Gebieten in Weinheim, Laudenbach und Hemsbach zuständig.
Schon früh verbrachte er viel Zeit an der frischen Luft. „Meine Eltern wohnte nah am Waldrand, deswegen war ich schon als Kind sehr oft draußen“, erzählt der 28-Jährige. Nach dem Abitur entschied er sich für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr im Lorscher Freilichtlabor Lauresham.
„Da habe ich gemerkt, dass mir die körperliche Arbeit in der Natur besonders viel Spaß machte“, erzählt Schierk. Er entschied sich daraufhin für ein Forstwirtschaftsstudium und eine zweijährige Ausbildung beim Forstamt.
Heute freut sich der Hemsbächer, in den Gebiete seines Zuhauses arbeiten zu können. „Ich fühle mich sehr mit meiner Heimat verbunden“, sagt er. Nahezu täglich streift er durch die Baumlandschaften – stets begleitet von seinem Hund Capo. „Trotzdem ist kein Tag wie der andere“, beschreibt er seine Freude an dem Beruf. Auch in seiner Freizeit ist er gerne in der Natur – egal, ob beim Wandern, Joggen oder Mountainbiken.
Die richtige Balance finden
Schierks Arbeit erfordert ständige Abwägungen. Zu seinen Aufgaben gehören nicht nur die Holznutzung, sondern auch der Naturschutz und die Schaffung von Erholungsräumen für die Bevölkerung. „Es geht darum, die Balance zu finden zwischen den wirtschaftlichen Interessen, den Bedürfnissen des Ökosystems und den Wünschen der Waldbesucher“, erklärt er.
Besonders am Herzen liegen ihm pädagogische Projekte, bei denen er junge Menschen wieder stärker mit dem lokalen Wald verbinden möchte. „Ich möchte am liebsten mit Schulklassen mehrtägige Projekte machen“, erzählt er. „Aber konkret habe ich noch nichts geplant.“
Der Klimawandel stellt den deutschen Wald und auch die Waldgebiete unter Schierks Aufsicht vor große Herausforderungen. „2018 und 2019 waren zwei prägende Dürrejahre, seitdem sind die Schäden auch in meinem Revier sichtbar“, sagt er. Lichter werdende Baumkronen und aufplatzende Rinde gehören zu den sichtbaren Folgen der Trockenheit.
Zwar hat der Förster weniger mit Borkenkäferbefall zu kämpfen, da die Naturgebiete an der nördlichen Bergstraße überwiegend aus Mischwald besteht, doch die hohen Temperaturen und die Trockenheit hinterlassen auch hier ihre Spuren. Der Förster ist sich sicher, dass das Naturgebiet durch den Klimawandel vor großen Veränderungen steht. „Keiner weiß genau, wie der Wald in Zukunft aussehen wird. Ich vermute aber, dass die Bäume nicht mehr so hoch wachsen werden, weil sie nicht so schnell auf die Dürre reagieren können“, prognostiziert er.
Baumarten für die Zukunft
Hainbuche, Eiche, Feld- und Spitzahorn gehören zu den Arten, die besser für Dürreperioden geeignet sind, doch selbst sie sind nicht perfekt gerüstet. „Deswegen ist es wichtig, bei den Bäumen auf Diversität zu setzen“, erklärt Schierk.
Am besten sei es, wenn sich der Wald natürlich auf seine eigene weiterentwickele. Doch durch gezielte Rodung und Neubepflanzung könne nachgeholfen werden. „Die Natur braucht den Menschen nicht, aber wir brauchen sie“, betont er.
Rund 48 Prozent der deutschen Wälder befinden sich in Privatbesitz, der Staatswald macht nur noch drei Prozent der Gesamtfläche aus – doch Schierk handelt im Auftrag der Gemeinden. Das Regierungspräsidium gibt jedem Revierförster einen Zehnjahresplan vor, den es zu erfüllen gilt.
Dabei darf nur so viel Holz geschlagen werden, wie nachwächst. Mithilfe einer speziellen Karten-App hat er den genauen Bestand jeder Baumart in seinem Gebiet immer im Blick. „Über jeden Baum, der gefällt wird, entscheide ich im Einzelnen“, erklärt er.
Am Samstag, 12. Oktober, um 9 Uhr lädt die Gemeinde Hemsbach zur öffentlichen Waldbegehung mit Christopher Schierk an der Förster-Braun-Hütte ein. Der Rundgang dauert 1,5 Stunden, und beginnt um 11 Uhr.