Hemsbach

Container für 96 Flüchtlinge in Hemsbach geplant

Am Montag, 25. November, entscheidet das Gremium über die Ausgestaltung der neuen Anlage auf den ehemaligen Plätzen des TC Wiesensee.

Der TC Wiesensee gibt zum Jahresende seine Anlage an der Hans-Michel-Halle auf. Dort soll ein Containerdorf für 96 Flüchtlinge geschaffen werden. Foto: Thomas Rittelmann
Der TC Wiesensee gibt zum Jahresende seine Anlage an der Hans-Michel-Halle auf. Dort soll ein Containerdorf für 96 Flüchtlinge geschaffen werden.

Es wird mit geschätzten Baukosten von knapp 3,2 Millionen Euro die teuerste Investition sein, die die Stadt Hemsbach im kommenden Jahr tätigen wird: Auf dem Gelände des Tennisclubs (TC) Wiesensee an der Hans-Michel-Halle sollen Gebäude in Modulbauweise entstehen, die Platz für 96 Flüchtlinge bieten. Der Gemeinderat, der dem Standort grundsätzlich bereits zugestimmt hat, wird in seiner nächsten Sitzung am Montag, 25. November, über die Rahmenbedingungen entscheiden.

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Die Angelegenheit duldet keinen Aufschub. Im Juni muss die ehemalige Uhlandschule geräumt werden, wo aktuell 91 Flüchtlinge untergebracht sind. Der Eigentümer, die Baugenossenschaft Familienheim Rhein-Neckar, will hier Wohnungen mit einem hohen Anteil an Sozialunterkünften errichten. Hinzu kommen 36 Flüchtlinge, die Hemsbach in diesem Jahr noch aus dem vorläufigen Obdach in die Anschlussunterbringung übernehmen muss. Für kommendes Jahr rechnet die Verwaltung mit 40 Neuzuweisungen, sodass die Stadt bis 2025 voraussichtlich 169 Personen unterbringen muss – und nicht weiß wo. Die Bestandsgebäude seien zu 97 Prozent ausgelastet, heißt es dazu in der Verwaltungsvorlage.

Voll erschlossenes Gelände

Da kam es gerade zur rechten Zeit, dass der TC Wiesensee die Nutzung seiner Tennisplätze an der Hans-Michel-Halle zum Jahresende einstellen und das von der Kommune gepachtete Gelände an die Stadt zurückgeben wird. Hier stehen 3100 Quadratmeter zur Verfügung, die mit Wasser, Abwasser und Strom voll erschlossen sind. In dem Mischgebiet sind soziale Anlagen zulässig, sodass die Stadt auch davon ausgeht, dass sich hier leicht Baurecht schaffen lassen wird.

Die Zeit drängt, von daher bleibt nach Ansicht des Rathauses nur die Errichtung von mobilen Unterkünften in zweigeschossiger Modulbauweise, die sich vergleichsweise schnell realisieren lassen. Als Lieferzeit für die Container werden derzeit 18 bis 19 Wochen geschätzt.

Gestaltungsalternativen

Es könnten zwei Baukörper mit Platz für jeweils 48 Menschen errichtet werden. Das Rathaus folgt jedoch der Auffassung des Integrationsmanagements, das eine wohngemeinschaftsartige Unterbringung präferiert. Die würde es erlauben, die Flüchtlinge in Familienverbünden unterzubringen. Dann wären allerdings vier Gebäude zu je 24 Personen erforderlich, deren Kosten mit 2,2 Millionen Euro voraussichtlich 200 000 Euro höher ausfallen werden als die von zwei Modulgruppen. Um weitere 200 000 Euro würde sich das Vorhaben verteuern, wenn die Container mit einer Verkleidung eine ansprechendere Fassadengestaltung erhielten. Zusätzlich zu dem Wohnraum für Flüchtlinge sollen Räumlichkeiten für das Integrationsmanagement, den Hausmeister und den Sicherheitsdienst geschaffen werden.

Zweckbindung von zehn Jahren

Wichtig ist der Stadtverwaltung darüber hinaus, dass die Container mit dem Gebäude-Energie-Gesetz konform gehen, denn ansonsten müssten sie nach zwei Jahren wieder zurückgebaut werden. Um Fördergeld aus dem Programm „Wohnraum für Geflüchtete“ zu erhalten, ist die dauerhafte Errichtung erforderlich, die eine Zweckbindung von mehr als zehn Jahren hat. Aus diesem Grund ist eine Photovoltaikanlage geplant.

Die Förderung ist indes ungewiss. 715 000 Euro könnten aus dem Landesprogramm „Wohnraum für Geflüchtete“ fließen. Das läuft jedoch in diesem Jahr aus und ist stark überzeichnet, wie die Stadt einräumt. Mittel sollen auch aus dem kommunalen Ausgleichsstock beantragt werden, aus dem ein Zuschuss in Höhe von knapp 640 000 Euro fließen könnte.

Elektrosanierung am Wiesensee

Zuvor wird der Gemeinderat über eine Sanierungsmaßnahme entscheiden. Bei Arbeiten an den Funktionsgebäuden des Freibades Wiesensee habe sich wiederholt gezeigt, dass die Elektroinstallationen nicht mehr dem Stand der Technik entsprächen und nicht mehr weiter betrieben werden dürften.

Noch vor Beginn der nächsten Badesaison soll daher die Elektrik im Eingangsbereich, den beiden Umkleidegebäuden und dem DLRG-Heim auf Vordermann gebracht werden – für geschätzte Kosten von 100 000 Euro.

Am Beginn der Sitzung haben Bürger Gelegenheit, sich in einer Einwohnerfragestunde zu Wort zu melden.

Öffentliche Gemeinderatssitzung am Montag, 25. November, 18 Uhr, Kulturbühne Max, Hüttenfelder Straße 44.