Hemsbach

Wie wird die Hans-Michel-Halle in Hemsbach saniert?

Am Montag entscheidet der Gemeinderat über den Umfang. Das Rathaus will Schwerpunkt auf Sicherheit legen und rät von weitergehenden Eingriffen ab.

Hans-Michel-Halle und kein Ende: Der Gemeinderat entscheidet am Montag über den Umfang der Sanierung. Foto: Marco Schilling
Hans-Michel-Halle und kein Ende: Der Gemeinderat entscheidet am Montag über den Umfang der Sanierung.

Darauf haben viele schon länger gewartet: Die Stadtverwaltung legt zur nächsten Gemeinderatssitzung am kommenden Montag Sanierungsvarianten für die in die Jahre gekommene Hans-Michel-Halle in Hemsbach vor. Das Rathaus empfiehlt dabei, wegen der klammen Stadtkasse von einer umfassenderen Sanierung des Gebäudes abzusehen und den Fokus daraufzulegen, die Halle brandschutztechnisch auf Vordermann zu bringen und in diesem Zuge auch Elektro- und Trinkwasseranlage komplett zu sanieren.

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Die Verwaltung hat für die Basisvariante einen Kostenrahmen von etwas mehr als 3,4 Millionen Euro ermittelt. Im Einzelnen sollen für diese Summe eine Brandmeldeanlage und Rauchwärmeabzüge im Dach der Halle eingebaut, die Flucht- und Rettungswege mit sämtlichen Türen ertüchtigt und Brandabschnitte gebildet werden. Die Eingriffe seien dabei so weitgehend, dass es Sinn ergebe, auch die gesamte Elektroinstallation zu erneuern. Diese stelle aufgrund ihres hohen Alters von mehr als 40 Jahren ohnehin ein Sicherheitsrisiko dar, heißt es in der Sitzungsvorlage. Das Rathaus rechnet damit, dass für die Arbeiten alle Decken und Wände geöffnet werden müssen, um Kabel- und Leitungswege nachzuvollziehen, zu demontieren und neu aufzubauen. Zum Teil sei ein kompletter Umbau erforderlich. Von daher sollen auch gleich die marode Trinkwasseranlage und das Wasserleitungssystem saniert werden.

Weitergehende Sanierung zu teuer

Von einer weitergehenden Sanierung rät die Verwaltung ab. Für die müssten rund fünf Millionen Euro mehr in die Hand genommen werden, in Summe dann also fast 8,4 Millionen Euro. Das sei nur mit einer weiteren Kreditaufnahme zu finanzieren, die Möglichkeit weiterer Darlehen sei aber in absehbarer Zeit durch andere Investitionen und Pflichtaufgaben vollständig erschöpft. Die zweite Sanierungsvariante beinhaltet eine neue Heizung- und Lüftungsanlage, die Sanierung des Sanitär- und Umkleidebereiches, des Hallenbodens, der Tribüne und des Foyers.

Auch die erste Sanierungsvariante, die aus dem laufenden Geschäft finanziert werden müsste, käme nicht sofort, sondern soll über mehrere Jahre in Etappen realisiert werden. Schwer vorstellbar, aber die Arbeiten sollen laut Verwaltung im laufenden Betrieb realisiert werden können. Die Entscheidung obliegt jetzt dem Gemeinderat, der sich im März mehrheitlich dafür ausgesprochen hatte, die weitergehende Sanierungsvariante zu prüfen. Formell gibt die Verwaltung keinen Beschluss vor, sondern nennt beide Varianten zur Auswahl.

Für eine weitere Maßnahme hat das Rathaus dagegen bereits eine Ausschreibung vorgenommen: Es geht um die Erneuerung der Technik für das Lehrschwimmbecken am Wiesensee. Soll dies vor Beginn der kommenden Badesaison abgeschlossen werden, muss jetzt zügig gehandelt werden. Die aktuelle Anlage ist überaltert und darf in dieser Art nicht mehr betrieben werden. Aus diesem Grund soll eine neue Wärmepumpe und ein neuer Schaltschrank eingebaut, die Filtertechnik und die elektrotechnischen Anlagen erneuert werden – zum Preis von 140.000 Euro plus Demontage und Entsorgung. Der Gemeinderat soll den Auftrag für den neuen Schaltschrank vergeben und den Bürgermeister ermächtigen, noch in diesem Monat den Auftrag für eine neue Wärmepumpe zu erteilen, solange dieser nicht über 140.000 Euro hinausgeht. Die Wärmepumpe hat eine Lieferzeit von einem halben Jahr und der Auftrag muss noch im Oktober vergeben werden, um die Maßnahme vor Beginn der Badesaison abzuschließen.

Haushaltsplan-Entwurf

Die Maßnahme ist auch im Haushaltsplan-Entwurf enthalten, den Bürgermeister Jürgen Kirchner am Montag in den Gemeinderat einbringen wird. Größere Investitionen sollen im kommenden Jahr für den Bau einer Flüchtlingsunterkunft auf den ehemaligen Tennisplätzen an der Michel-Halle aufgewendet werden, für die 3,2 Millionen Euro im Etatentwurf stehen. Mit gut einer Million Euro wird die Erneuerung der Bachverdolung den Etat belasten. Etwas mehr als eine halbe Million Euro macht die Verlegung von Leitungen und Kanälen erforderlich, um den Bahnhof mit dem Einbau eines Aufzuges barrierefrei zu gestalten. Deutlich sechsstellig fallen auch die Umbaukosten des ehemaligen Sopo-Marktes aus, in den das Bürgerbüro verlegt werden soll, sowie eine Fahrzeugbeschaffung für die Feuerwehr.

Die Verwaltung unternimmt zudem einen neuen Versuch, den nördlich der Querung der Gottlieb-Daimler-Straße liegenden Teil der Carl-Benz-Straße neu zu benennen, um eine genaue postalische Zuordnung der Gebäude dort vornehmen zu können. Nachdem ihr Vorschlag, den Abschnitt nach dem verstorbenen Bürgermeister Pauli zu benennen, auf wenig Gegenliebe im Gemeinderat stieß, soll der Abschnitt jetzt nach der Spielzeugerfinderin Margarete Steiff benannt werden.

Große Auswirkungen dürfte ein Erlass des Verkehrsministeriums haben, in Städten kein ungeordnetes Parken auf Gehwegen mehr zu erlauben. Parkflächen müssen künftig explizit ausgewiesen werden. Das Rathaus schlägt vor, exemplarisch ein Parkraumkonzept in einem noch nicht ausgewählten Quartier erstellen zu lassen. Ferner wird die Verwaltung Informationen über Verkehrslenkungsmaßnahmen für die Quartiere „Alter historischer Ortskern“ und „Akazienweg“ geben.

Der Gemeinderat vergibt ferner die Maler- und Trockenbauarbeiten für die Goetheschule und beschäftigt sich mit dem Bebauungsplan „An der Weide“, mit dem der Bau eines neuen Bauhofgebäudes ermöglicht werden soll.

Am Beginn der Gemeinderatssitzung haben Bürger Gelegenheit, sich in einer Einwohnerfragestunde zu Wort zu melden.