Weinheim

Dauerregen: Feuerwehr muss Straßen in Weinheim freiräumen

In Heidelberg ist der Neckar über die Ufer getreten. Auch in Weinheim musste die Feuerwehr ausrücken. Überflutung in Hirschhorn.

Feuerwehreinsatz im Weinheimer Ortsteil Rippenweier. Eine Straße musste von Geröll und Schlamm befreit werden. Foto: Feuerwehr Weinheim
Feuerwehreinsatz im Weinheimer Ortsteil Rippenweier. Eine Straße musste von Geröll und Schlamm befreit werden.

Regen, Regen und noch mehr Regen - auch wenn die Gegend rund um Weinheim zum Glück weit nicht so stark betroffen ist wie viele Gegenden in Bayern - die Feuerwehr musste trotzdem ausrücken.

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Zum Beispiel im Weinheimer Ortsteil Rippenweier: Aufgrund von Starkregen, war Geröll, Sand und Schlamm auf die L596 und K4124 gespült worden. Auf circa 150 Metern zog sich die Verschmutzung über die komplette Fahrbahn, schreibt die Feuerwehr in einem Facebook-Post. Mit Schaufel und Besen machten sich die Kameraden daran, die Fahrbahn zu reinigen, Kanaleinläufe wurden gesäubert, um das Wasser wieder abfließen zu lassen. Nach knapp dreißig Minuten war die Straße gereinigt und konnte durch die ebenfalls anwesende Polizei für den Verkehr freigegeben werden.

In Oberflockenbach wurde die Cestarostraße überflutet, weil der angrenzende Hang das Wasser nicht mehr aufnehmen konnte. Foto: Christian Brunow
In Oberflockenbach wurde die Cestarostraße überflutet, weil der angrenzende Hang das Wasser nicht mehr aufnehmen konnte.

Aber auch im Weinheimer Ortsteil Oberflockenbach sorgte der starke Regen für einen Feuerwehreinsatz. Vom angrenzenden Hang spülte der Regen Steine und Schlamm auf die Cestarostraße. Das Wasser suchte sich seinen Weg in Richtung Gorxheimertal. Die Feuerwehr war gemeinsam mit dem Bauhof im Einsatz, um auch dort die Straße vom Schlamm zu befreien und die Kanaleinläufe zu reinigen.

Wasserrohrbruch in der Straße "In der Steig"

Auch am Samstagvormittag war die Feuerwehr mit Wassereinsätzen beschäftigt. „Dies hatte allerdings eher technische Gründe“, berichtete Kommandant Ralf Mittelbach. So wurde die Weinheimer Abteilung Lützelsachsen-Hohensachsen wegen eines massiven Wassereintritts im Keller eines Wohnhauses in der Straße „In der Steig“ alarmiert. Vor Ort stellte sich heraus, dass es sich um einen Rohrbruch der Hauptwasserleitung handelte. Daher wurden die Stadtwerke Weinheim gerufen, denen die Einsatzstelle zur weiteren Schadensbehebung übergeben wurde. Parallel dazu wurden die Aktiven in den Brombeerweg gerufen. Dort wurde ein starker Wasseraustritt an einer Hausfassade festgestellt. Da der Bewohner nicht zu Hause war, musste die Wohnungstür mit Spezialwerkzeug geöffnet werden. Die Abteilung Lützelsachsen-Hohensachsen kümmerte sich um den Wasserschaden. Nachdem sich herausgestellt hatte, dass sich dieser nur außerhalb der bewohnten Bereiche befand, wurde dem Eigentümer empfohlen, eine Fachfirma zu rufen, um den Schaden begutachten und reparieren zu lassen.

Gegen 14.30 Uhr musste die Abteilung Lützelsachsen-Hohensachsen dann erneut ausrücken. Diesmal wurden die Frauen und Männer der Freiwilligen Feuerwehr in die Wintergasse gerufen, wo aus einem Auto Öl auslief. Die Einsatzkräfte streuten die Betriebsstoffe ab und übergaben die Einsatzstelle der Polizei, die die weiteren Sicherungsmaßnahmen des Fahrzeugs mit dem Halter abstimmte.

Blick auf die Weschnitz in Weinheim am Sonntagmorgen. Foto: Carsten Propp
Blick auf die Weschnitz in Weinheim am Sonntagmorgen.

Viel Wasser führte am Sonntagmorgen auch die Weschnitz in Weinheim. Zu Überschwemmungen kam es dort nach Angaben der Feuerwehr aber zum Glück nicht. Informationen zum 2021/22 erneuerten Pegel Weinheim (nahe Peterskirche) suchte man allerdings auf der Homepage der Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg vergeblich. Dort war lediglich zu lesen: "Der Pegel wird derzeit baulich ertüchtigt."

Am frühen Sonntagmorgen hatte die Weschnitz nach Feuerwehrangaben gegen 6 Uhr einen Wasserhöchststand von 1,64 Meter. Im Lauf des Vormittags sank der Wasserstand dann langsam wieder ab. Daher musste die Feuerwehr auch nicht weiter tätig werden.

Land unter in Heidelberg

Bange Stunden in der Altstadt von Heidelberg: Am Samstag trat der Neckar über die Ufer, die B37 musste im Bereich der Alten Brücke gesperrt werden. Auch in Mannheim heißt es: Land unter!

Blick von der Alten Brücke in Heidelberg auf die Altstadt. Der Neckar ist am 1. Juni über die Ufer getreten und flutet die Uferpromenade. Foto: Privat
Blick von der Alten Brücke in Heidelberg auf die Altstadt. Der Neckar ist am 1. Juni über die Ufer getreten und flutet die Uferpromenade.

Daher wurden schon am Freitag die ersten Hochwasserabsperrungen am Hermann-Heimerich-Ufer auf Höhe der Heinrich-Lanz-Schule aufgestellt. Im Bereich des Neckars sind unter anderem die Zufahrten zum Neckarvorland gegenüber dem Collini-Center, bei der Rampe an der Ebertbrücke, bei der Rampe an der Alphornstraße, an der westlichen Jungbuschbrücke sowie weitere Zuwegungen gesperrt. Zudem wird der Neckarradweg in Höhe Seckenheim samt aller Zu- und Abgänge gesperrt.

Am Rhein sind mehrere Zuwegungen zum Waldpark, die Zufahrt zur Riedwiese und der Radweg am Ballenkrappen vom Hochwasser betroffen und sind gesperrt.

Aufatmen in Hirschhorn

Seit gestern Mittag ist Aufatmen angesagt: Nach kurzer Stagnation fällt der Pegel am Neckar inzwischen fast so schnell wieder, wie er sich aufgebaut hatte. Selbst in der etliche Hochwasser erprobten Neckarstadt waren die braunen Fluten nach den heftigen Regenfällen weiter im Süden nichts Gewöhnliches.

Der Neckar ist auch in Hirschhorn (Landkreis Bergstraße) über die Ufer getreten. Foto: Thomas Wilken
Der Neckar ist auch in Hirschhorn (Landkreis Bergstraße) über die Ufer getreten.

So schnell war der Fluss in jüngerer Vergangenheit bisher kaum gestiegen. In 24 Stunden schwoll der Neckar um mehr als vier Meter an und setzte damit ab dem Samstagmorgen immer weitere Teile der Altstadt unter Wasser. Ufer- und Jahnstraße samt angrenzende (Park-)Plätze, Keller und auch der Fußballplatz liefen voll. Die Pumpen in den Tiefkellern ratterten auf Hochtouren, um alles nach draußen zu schaffen.

Die Uferstraße wird in Hirschhorn „traditionell“ zuerst in Mitleidenschaft gezogen. Bereits Freitag um 15 Uhr wurde sie dicht gemacht. Normalerweise reicht die Vorwarnzeit bequem aus, um alle Halter zu informieren. Die Freiwilligen Feuerwehren aus der Kernstadt und Langenthal kümmern sich um die notwendigen Absperrungen, informierten Anwohner und Firmen.

Samstagmittag dann die nächste Stufe: Der Chateau-Landon-Platz und der Spielplatz an der evangelischen Kirche drohten in den Fluten zu versinken und wurden geräumt. Parallel dazu bot die Stadt die kostenlose Füllung von Sandsäcken an. Säcke und Schaufeln wurden von der Feuerwehr zur Verfügung gestellt, die auch gleich 50 zum Mitnehmen selbst befüllte.

Leider ist es bei jedem Hochwasser eine unschöne Erscheinung, dass in der engen Hauptstraße wild geparkt wird und somit kein Durchkommen für Einsatz- und Rettungskräfte ist. Letzte Konsequenz ist dann das Abschleppen derjenigen, die gar nicht weichen wollen. Wenn das Wasser wie Sonntagmittag droht, den Parkplatz an der evangelischen Kirche zu überfluten, dann ist allen klar: Jetzt wird’s heftig. So hoch schwappten die braunen Fluten auf den Tag genau auch vor elf Jahren.

Eigentlich hatte man sich eine frühere Entwarnung erhofft, aber es ging in die Verlängerung. Erst am Montagmorgen war der Scheitelpunkt der Neckarfluten erreicht. Bis dahin ließ sich beobachten, dass der Fluss zentimeterweise immer noch weiter anschwoll.

Am für Hirschhorn maßgeblichen Pegel Gundelsheim waren es schlussendlich über 7,70 Meter – normal sind 2,50. Das war somit wieder ein zehnjährliches Hochwasser, das inzwischen häufiger als alle zehn Jahre auftritt. Zum Glück kam aus den Odenwaldbächen nicht so viel Wasser wie sonst nach.Nach der aktuellen Wasserstandsprognose wird für Sonntag, 2. Juni, ein Pegelstand von circa 7,50 Meter erwartet, schreibt die Stadt Mannheim auf ihrer Webseite. Am Freitag hatte sich der Pegel noch bei circa 4,60 Meter befunden. vmr/pro/tom