Demo gegen rechts: Auch in Weinheim steht eine „Brandmauer“
Nach bundesweiten Demonstrationen gegen Rechtsextremismus gehen am Dienstagabend auch die Menschen in Weinheim auf die Straße.
Weinheim. Für Demokratie und gegen rechte Hetze demonstrieren auf Einladung der Gruppe „Stabile DemokratInnen“ – angestoßen von SPD, Grüne und der Linken – rund 400 Menschen auf dem Weinheimer Dürreplatz, um zu zeigen, dass das Motto „Nie wieder ist jetzt“ jetzt erst recht gilt. Sie machten deutlich, dass sich die Weinheimer Gesellschaft als Brandmauer zu den Rechtsextremen und Rechtspopulisten sieht.
Mächtig viel einzustecken hatte die CDU angesichts einer Migrationspolitik, die von der AfD gestützt wird. In den Redebeiträgen musste sich Kanzlerkandidat Friedrich Merz den Verrat an der Demokratie und an den eigenen Worten vorwerfen lassen. „Schämen Sie sich!“, richtet sich Stella Kirgiane-Efremidou (SPD) gegen Merz. Einen „unentschuldbaren Tabubruch“ warf Kerstin Treber-Koban (Die Grünen) dem CDU-Parteivorsitzenden vor. „Wir dürfen nicht zulassen, dass Menschen aus unserer Mitte dämonisiert werden“, sagte sie an die Menge gewandt. Und Silvia Held (Die Linke) nannte Merz gar einen Steigbügelhalter der Faschisten.
In ein Meer aus Lichtern verwandelte sich der Dürreplatz gegen Ende der Kundgebung, als die Taschenlampen der Handys zu dem Lied leuchteten, das aktuell landauf, landab auf den Demos in Deutschland zur Melodie von „Hejo, spann den Wagen an“ gesungen wird: „Wehrt euch leistet Widerstand! Gegen den Faschismus hier im Land! Auf die Barrikaden, auf die Barrikaden.“