Der Wald bringt 1600 Euro
Revierförsterin Lena Götz stellt dem Gorxheimertaler Sozial-, Umwelt- und Bauausschuss den Waldwirtschaftsplan 2024 vor.
Gorxheimertal. Die Revierförsterin von Birkenau und Gorxheimertal, Lena Götz, die Nachfolgerin von Matthias Kolb, stellte bei der Sitzung des Sozial-, Umwelt- und Bauausschusses (SUB) der Gemeinde Gorxheimertal die Ergebnisse des Waldwirtschaftsplans für das kommende Jahr vor und beantwortete die Fragen der Ausschussmitglieder. Im Sitzungssaal des Rathauses ging die Försterin, die seit dem Spätsommer dieses Jahres die Verantwortung für die rund 40 Hektar großen gemeindeeigenen Waldgebiete übernommen hat, auf das Zahlenwerk ein, das für das kommende Jahr einen Überschuss von rund 1600 Euro annimmt.
Im August und im September sei ein größerer Holzeinschlag durchgeführt worden, der vor allem Kalamitätsholz betroffen habe, Bäume, die durch Trockenheit und Schädlingsbefall stark beschädigt waren. „Wir sind aber nach wie vor im Mittel, was den Einschlag betrifft“, sagte die Försterin über die ausschließlich Nadelhölzer betreffende Baumfällung.
Götz erläuterte auch die Auswirkungen der Teilnahme der Gemeinde an dem Förderprogramm „Klimaangepasstes Waldmanagement“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, das darauf abzielt, eine Bewirtschaftung zugunsten des Klimaschutzes und der Biodiversität finanziell zu unterstützen. Die Teilnahme an dem Programm, das eine Förderung von circa 100 Euro pro Hektar in Aussicht stellt, führe in Gorxheimertal nicht zu Mindereinnahmen bei der Holzernte.
Mehrere Voraussetzungen
Voraussetzungen sind unter anderem, fünf Prozent der Waldflächen der natürlichen Entwicklung zu überlassen, den Wasserhaushalt im Wald zu verbessern, verstärkt Totholz als Lebensraum für Tier-, Pilz- und Pflanzenarten im Wald zu belassen und pro Hektar fünf Bäume als Habitatsbäume zu kennzeichnen, die besonders geeignet sind, als Lebensraum für Vögel, Insekten und Fledermäuse zu dienen. Götz schätzte, dass die Erfüllung dieser Auflagen für den örtlichen Forst relativ unproblematisch umzusetzen sei. Neuanpflanzungen auf den durch Trockenheit und Käferbefall geschädigten Flächen seien nicht vorgesehen. Die Försterin setzt bei den relativ kleinen Schadflächen auf den Neubewuchs der Flächen ausschließlich durch natürlichen Prozess.
Mehr Geld soll im kommenden Jahr für den Wegebau verwendet werden, so Götz. Zum einen sei in den vergangenen zwei Jahren an dieser Stelle nur wenig passiert, zum anderen soll in diesem Zuge auch mehr für die Regenwasserrückhaltefähigkeit des Waldes getan werden, beispielsweise durch das Anlegen von Sickergruben, die helfen, das kostbare Nass im Forst zu halten. Die Försterin freute sich über das Angebot seitens der Gemeindevertretung und der Verwaltung, einen Waldbegehungstermin anzuberaumen, der voraussichtlich im Frühjahr stattfinden wird und an dem auch die Bürger teilnehmen können. Der SUB empfahl der Gemeindevertretung einstimmig, dem Entwurf des Waldwirtschaftsplans für das kommende Jahr zuzustimmen.
Neues Parkraumkonzept
Ebenfalls einstimmig empfahl das Gremium, die Verwaltung zu beauftragen, in Zusammenarbeit mit den relevanten Behörden ein Parkraumkonzept entlang der Hauptstraße zu erstellen. Zum einen solle mit dieser Maßnahme so genanntes aufgesatteltes Parken auf Gehwegflächen ermöglicht werden. Das geht aus der Antragsbegründung hervor. Zum anderen soll auch die Verkehrssituation der Fußgänger verbessert werden, forderte die antragstellende Pro-Tal-Fraktion in der Sitzung. Bürgermeister Uwe Spitzer wies darauf hin, dass die Bereitstellung von Parkflächen keine Pflichtaufgabe einer Gemeinde sei und dass der bisherige Parkzustand bis zum November des Jahres 2026 bindend ist. Spitzer äußerte Zweifel, dass durch die Erstellung eines solchen Konzeptes mehr Parkflächen entstehen.
„Antrag erst später stellen“
Er vermutete, dass stattdessen verstärkt die Seitenstraßen der Gemeinde als Parkraum genutzt werden könnten. Darüber hinaus fielen Verkehrsangelegenheiten grundsätzlich in den Kompetenzbereich des Bürgermeisters. Spitzer regte an, diesen Antrag erst beim Ablauf der Bindefrist zu stellen. David Engelhardt (Pro Tal) hielt entgegen, dass die bisherige Situation für alle Beteiligten nur wenig zufriedenstellend gelöst sei und dass die Zeit bis zum Ablauf der Bindefrist für die Erstellung eines Konzeptes genutzt werden könnte. uf