Die Bürger und die „Langhaarigen“: Als Weinheims Jugendliche auf die Straße gingen
Spannender Rückblick in die Weinheimer Stadtgeschichte: Das Jugendzentrum und die Zukunft der Gesamtschule sorgen in den 1975ern für Unruhe.

Der Stein kam unmittelbar vor dem Jahresbeginn 1975 ins Rollen: Das Eröffnungsfest für Weinheims erstes Jugendzentrum in Selbstverwaltung am 14. Dezember 1974 hatte die Hoffnung genährt, dass das seit Jahren schwelende „Jugendproblem“ damit gelöst ist. Wochenlang hatten Teenager, die sich nicht in den Verbänden des Stadtjugendrings betätigen, sondern ihre Freizeit selbst bestimmen wollten, das ehemalige Gärtnerhaus im Haganderpark für ihre Ziele einer alternativen Nachwuchspolitik in Eigenarbeit umgestaltet. Die Stadt hatte ihnen das leerstehende Gebäude in Selbstverwaltung überlassen, wollte aber einen Ansprechpartner haben. Vorangegangen waren viele gescheiterte Versuche, organisierte und nicht organisierte junge Menschen in irgendeiner Form der Zusammenarbeit zusammenzuführen.