"Die dicken Kinder" rocken das KSV-Jubiläum
Am Vatertag weckt die "meiste" Band Partylaune am Heinbusch in Steinklingen.
Die Location hätte nicht besser gewählt sein können für ein Open Air, bei dem nach der langen kulturellen Durststrecke endlich wieder ausgelassenes Feiern und Tanzen bei bester Partymusik angesagt war. Unter freiem Himmel und umgeben von der Kulisse der Odenwälder Berge feierte die KSV Steinklingen zusammen mit gut 800 Musikbegeisterten am Vatertag ihr 75-jähriges Bestehen.
Mit dem Engagement der Pfälzer Kultband „Die dicken Kinder“, die sich selbst die einzige „meiste Band der Welt“ nennt, trafen die Organisatoren punktgenau den Geschmack des bunt gemischten Publikums, das von sechs bis 60plus alle Altersklassen abdeckte. Davor heizte die Weinheimer Nachwuchsband „Die Paraberries“ den Festbesuchern mit eigenen Kompositionen, großer Professionalität und musikalischer Leistung richtig ein.
Mit einer humorvollen Anmoderation und altbekannten Hits quer durch die Musikszene sorgten dann die bestens aufeinander eingestimmten „Dicken Kinder“ mit zwei Sängern und einer Sängerin für eine lockere Atmosphäre. Sie animierten das Publikum auf dem idyllisch gelegenen Festplatz zum Mitsingen und Mitgrooven.
Auftritt gespickt mit Anekdoten
Da wurden dann auch schon mal ein paar Kinder auf die Bühne geholt, die zu funkigen Songs wie „Kiss“ von Prince einen ordentlichen Hüftschwung hinlegten und sichtlich Spaß an ihrem großen Auftritt hatten. Und auch eine persönliche Anekdote aus seiner musikalischen Fanvergangenheit in der zwar idyllischen, aber doch eher provinziellen Pfalz gab Frontmann Chris Becker preis.
So habe er sich einmal als Jugendlicher in Landau über Nacht in die Toiletten des Veranstaltungsortes für ein Klaus-Lage-Konzert einsperren lassen, nur um ein bestimmtes Lied zu hören, verriet er. „Aber genau jenes Lied“, baute Becker die Spannung auf, obwohl natürlich die meisten im Publikum schon wussten, worauf er hinauswollte, „kam und kam nicht.“ Und genau dann kam es eben doch, der immer wieder gern gehörte Klassiker des Deutschrocks „1000 und 1 Nacht“.
Becker imitierte auch bei diesem Song Lages einzigartige Stimme nahezu perfekt, genau wie er vorher in einem Grönemeyer-Medley aus Songs wie „Alkohol“ und „Kinder an die Macht“ ziemlich genau den markanten Gesangsstil des deutschen Kultsängers getroffen hatte. Bei der Band stimmte an diesem Abend alles: Rhythmus und Musikauswahl, lockeres Auftreten und musikalisches Einheizen. Das war auch nötig. Denn so richtig warm war es am Vatertagabend nicht auf dem Festplatz am Hainbusch. Gerade mal 9 Grad zeigte das Thermometer gegen 22 Uhr. Entsprechend gerüstet zeigten sich die zum Teil aus Karlsruhe und Mannheim angereisten Musikfans, unter denen auch hundert Mitglieder der Freizeitgruppe „Meet5“ waren.
„Ich habe meine Winterjacke dabei“, zeigte eine Frau stolz ihre Daunenjacke. Andere warfen Fragen auf: „Glühwein gibt’s wohl keinen?“ Nein, Glühwein gab’s tatsächlich nicht. Dafür aber Aperol Spritz, das immer noch sehr beliebte Kultgetränk. Und eine lange Schlange an den beiden Getränkeständen, die etwas Geduld erforderte, was aber unter den friedlichen Gästen kein Problem war.
Die Veranstalter hatten gut für einen reibungslosen Ablauf und ausreichend Bewegungsfreiheit auf dem Festgelände gesorgt und wurden dafür mit einer hohen Resonanz jenseits ihrer Erwartungen belohnt. 800 Karten wurden vorab verkauft, 50 Karten gab es zusätzlich an der Abendkasse. Entsprechend groß war die Freude bei Mitorganisator Hans-Peter Bickel. „Es wird sicher nicht das letzte Event dieser Größenordnung gewesen sein“, versprach er.
Dabei musste noch in letzter Minute improvisiert und ein Beizelt der Freiwilligen Feuerwehr Oberflockenbach organisiert werden. Auch zwei Kühltruhen, die kurzfristig ihren Geist aufgaben, konnten dank der Mithilfe der örtlichen Gastronomie problemlos ersetzt werden. „Alles kein Problem“, erklärte Bickel entspannt. „Wir sind zu jeder Zeit toll von Helfern und Sponsoren unterstützt worden.“ Er zeigte sich zuversichtlich, dass durch die Veranstaltung ein Überschuss erwirtschaftet wird, sodass die beiden Spenden von jeweils 500 Euro an soziale Einrichtungen im Ort fließen können. Aber Genaueres muss natürlich erst errechnet werden.
Abschluss mit DJ „Captain Chaos“
Zum Abschluss der Feier ging es für die fit gebliebenen Nachtschwärmer nach dem Liveauftritt noch zur After-Show-Party mit Lokalmatador DJ „Captain Chaos“ ins Zelt. Dann herrschte wieder Ruhe auf dem idyllischen Flecken in Steinklingen. Bis zur nächsten Party.