Drei Fragen an Kohl und Anthofer
WN und OZ konfrontieren die Bürgermeisterkandidaten vier Wochen vor der Wahl mit drei Themenkomplexen, zu denen sie Stellung beziehen können (Frage 1)
Noch ehe sich die Bürgermeisterkandidaten beim Forum von Weinheimer Nachrichten und Odenwälder Zeitung (Donnerstag, 21. September, 19 Uhr im Bürgerhaus) den Fragen der Moderatoren aus des Publikums stellen, hat unsere Redaktion Michael Anthofer und Frank Kohl mit drei Themenkomplexen konfrontiert und sie darum geben, dazu in einem vereinbarten Umfang Stellung zu beziehen (die Stellungnahmen veröffentlichen wir im Wortlaut).
Unsere erste Frage befasst sich mit dem Thema Finanzpolitik. Für seine Haushaltsführung hatte die Gemeinde Gorxheimertal erst vor Kurzem ein hervorragendes Zeugnis des Landesrechnungshofs erhalten – der künftige Bürgermeister wird also in große Fußstapfen treten.
Diese Frage hatten wir gestellt:
Die Gemeinde Gorxheimertal hat in den vergangenen Jahren durch eine solide Haushaltswirtschaft überzeugt. Wie wollen Sie diesen Weg fortsetzen? Sind auf der Ausgabenseite Einsparungen möglich? Welche Möglichkeiten sehen Sie, weitere Einnahmen zu generieren?
Solide und generationengerecht
Frank Kohl: Das Thema Finanzen ist ein zentraler Punkt jeder Gemeinde. An unserem Weg bin ich über 20 Jahre mit Herzblut und durch meinen Beruf als Bankfachwirt kompetent mit kaufmännischem Denken beteiligt. In den letzten Jahren auch als Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses. So haben wir bei den Einsparungen alle Möglichkeiten bereits ausschöpfen können. Ich möchte weiterhin sorgsam mit den Steuergeldern umgehen und eine solide und generationengerechte Finanzplanung betreiben. Ohne dies wären auch die freiwilligen Aufgaben wie Vereinsförderung nicht möglich.
Auf der Einnahmenseite sind die Einkommensteueranteile der zentrale Punkt. Es gilt, als Wohnort noch attraktiver zu werden, damit junge Menschen hierbleiben und neue Leute von außerhalb die Vorteile von Gorxheimertal erkennen und sich hier niederlassen. Wir müssen dafür nicht genutzten und neuen Wohnraum erschließen. Dazu gehört auch unser umfangreiches Betreuungsangebot in der Kindertagesstätte, das viele jetzt schon schätzen, sich aber dennoch eine frühere Planbarkeit für den Wiedereinstieg in die Arbeitswelt wünschen. Unsere topografische Lage lässt eine Ansiedlung von verarbeitendem Gewerbe nicht zu. Für andere Gewerbezweige sind wir wegen unserer Nähe zum Rhein-Main-Gebiet und des immer besser werdenden Internetausbaus attraktiv. Gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Kreis Bergstraße können wir verstärkt für unseren Standort werben.
Heute an morgen denken
Michael Anthofer: Ich stehe etwas gespalten der Haushaltsführung der letzten Jahre gegenüber. Zwar wurde der Gemeinde bestätigt, dass es kein weiteres Einsparpotenzial gibt, jedoch trübt das etwas meinen Blick in die Zukunft. Heute schon an morgen denken, lautet die Devise. Größere Investitionen müssen dann getätigt werden, wenn es der Haushalt zulässt. Personalengpässen muss heute schon vorgebeugt werden, zumal ein Großteil der Verwaltung in den kommenden Jahren in den wohlverdienten Ruhestand geht. Ich möchte einen „Ist-Stand“ der Gemeinde feststellen, um Verbesserungspotenziale herauszuarbeiten und dort, wo es notwendig ist, auch Ressourcen verteilen oder Neueinstellungen umsetzen. Die Gemeinde ist ebenso wie die Gesellschaft im Wandel der Zeit, und ich möchte mich dafür einsetzen, dass diese auch kommende Herausforderungen bestens meistern kann. Der energetische Ausbau der Liegenschaften, die Förderung der touristischen Angebote, das Angebot des Wohnens im Alter sind nur ein paar Punkte, welche ich zukunftsnah angehen möchte. Weiteres Einsparpotenzial ist hierdurch sicherlich nicht möglich, jedoch würden sich die Investitionen langfristig positiv auf die Gemeinde auswirken. Personalmangel entgegenwirken, Angebote für Jung und Alt ausbauen, Bestehendes erhalten und ausbauen sowie Fördermöglichkeiten zukünftig bewusster nutzen, hierfür stehe ich.Durch eine zukunftsfähige Gestaltung der Gemeinde bin ich überzeugt davon langfristig Einnahmen zu generieren. Ich möchte die Bürger von dem Potenzial des Tals überzeugen und hierdurch auch neue Einwohner gewinnen, sowie Möglichkeiten der Ansiedlung von Gewerbe finden, was sich wiederum positiv auf den Haushalt der Gemeinde auswirkt.