Laudenbach

Erster Spatenstich für Neubaugebiet Kisselfließ

Die Erschließung des Neubaugebietes im Südwesten von Laudenbach beginnt. Die Vorgeschichte ist sehr lang. Wann die ersten Eigentümer mit dem Bau ihrer Wohngebäude beginnen können.

Bürgermeister, Gemeinderäte und Planer vereint beim Schippen: Mit dem ersten Spatenstich startet in Laudenbach die Erschließung von Kisselfließ II. Foto: Marco Schilling
Bürgermeister, Gemeinderäte und Planer vereint beim Schippen: Mit dem ersten Spatenstich startet in Laudenbach die Erschließung von Kisselfließ II.

Regennassen Lehmboden wollte Dr. Alexander Kuhn, Geschäftsführer der MVV Regioplan, den Akteuren des ersten Spatenstichs dann doch nicht zumuten. Und so schippten die elf Akteure vorbereiteten Bausand zum Auftakt des Laudenbacher Projektes Kisselfließ II – der war so locker, dass Altbürgermeister Hermann Lenz, in dessen Ägide der planerische Startschuss für den zweiten Bauabschnitt fiel, die Schaufel gleich so voll nahm, als gelte es, ein Stück Erschließungsarbeit vorwegzunehmen.

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Lange Vorgeschichte

Zeit wird es wirklich für den Start des Neubauprojektes, das eine so ungewöhnlich lange Vorgeschichte hat, dass Bürgermeister Benjamin Köpfle der Spatenstichgesellschaft die „zwei- bis dreistündige“ Nacherzählung dann doch ersparen wollte, wie er scherzte. „Das hat allen am Verfahren Beteiligten graue Haare gebracht oder sogar welche gekostet“, sagte er. Und Planer Alexander Kuhn dachte laut darüber nach, ob es nicht besser gewesen wäre, gleich alles auf einmal zu machen, also den ersten und den zweiten Kisselfließ-Abschnitt in einem Rutsch zu entwickeln.

Der Laudenbacher Gemeinderat hatte bereits im Juli 2017 das Bebauungsplanverfahren auf den Weg gebracht und ein Jahr später die MVV Regioplan mit der Planung und Erschließung beauftragt. Fünf Jahre dauerte das Verfahren, vor allem auch deswegen, weil aufwendige Fachgutachten erforderlich waren. Als der Bebauungsplan dann 2023 endlich rechtskräftig wurde, stellte sich das Wasserrechtsamt wegen der geplanten Grundwasserabsenkung in der Bauphase quer und verfügte eine Reihe von Sondermaßnahmen, die den Beginn der Erschließung noch einmal um ein Jahr verzögerten.

Erschließung bis Ende 2025

Jetzt ist es aber so weit. Die ersten Erdbewegungen sind auf dem früheren Acker bereits zu sehen. Bis Ende 2025 soll die Erschließung soweit abgeschlossen sein, dass mit dem Bau von Häusern begonnen werden kann, versprach Alexander Kuhn. Und vielleicht geht es auch ein bisschen schneller. „Wir wollen Gas geben“, fügte er hinzu.

Die MVV Regioplan, die auf Stadt- und Ingenieurplanung spezialisierte Tochtergesellschaft des Mannheimer Energieunternehmens MVV, erschließt 80 Grundstücke unterschiedlicher Größenordnung für rund 170 Wohneinheiten – Einzel-, Doppel- und Reihenhäuser sowie Geschosswohnraum. Das Neubaugebiet am südwestlichen Ortsrand von Laudenbach hat eine Netto-Wohnbaufläche von 4,2 Hektar. Es schließt westlich an den ersten Bauabschnitt an, der vor zehn Jahren fertiggestellt wurde und bereits zu 90 Prozent bebaut ist. Mit dem Beginn der Erschließungsarbeiten startet die Gemeinde darüber hinaus eine weitere Vermarktungsrunde für 17 kommunale Bauplätze.

Mit der Erschließung dürfte dies einfacher werden. „Wir kaufen erst, wenn es richtig losgeht“, hat sich Bürgermeister Benjamin Köpfle ein ums andere Mal anhören müssen, wie er gestern durchblicken ließ. Das jedenfalls sollte jetzt kein Hindernis mehr sein.