Fragebogen zu „Long Covid“
Das Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises ruft zur Teilnahme an einer Studie zur verzögerten Heilung und bleibenden Beschwerden nach einer Corona-Infektion auf.
Das Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises, welches auch für die Stadt Heidelberg zuständig ist, und die Studiengruppe EPILOC der baden-württembergischen Universitätskliniken haben eine weitere Phase der vom Land geförderten Studie zu verzögerter Heilung und bleibenden Beschwerden nach einer akuten Covid-19-Infektion gestartet.
Wie das Landratsamt mitteilt, wurden an die im vergangenen Sommer an Corona erkrankten Menschen jetzt Fragebögen versandt, die nahezu identisch mit denen sind, die bereits Ende 2021 versandt wurden – damals an Menschen, die sich im Winter 2020/21 infiziert hatten, jetzt an Menschen, die sich letzten Sommer infiziert haben – zum Ende der Omicron-Welle.
„Wir hoffen sehr und bitten darum, dass alle, die einen Fragebogen zugeschickt bekommen haben, auch tatsächlich an der Erhebung teilnehmen“, sagen Professor Hans-Georg Kräusslich, Chef der Virologie am Heidelberger Universitätsklinikum und Dekan der medizinischen Fakultät, und Professorin Uta Merle, Oberärztin in der Klinik für Innere Medizin IV und Leiterin der dortigen Covidnachsorge-Ambulanz. „Eine sehr hohe Teilnahmerate ist wichtig, um repräsentativ zu sein und zuverlässig Angaben zu diesem Krankheitsbild machen zu können“, ergänzen der Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Rainer Schwertz, und seine Stellvertreterin, Dr. Anne Kühn. Die Fragen sollten auch dann beantwortet werden, wenn die Infektion mild verlief und alle Beschwerden komplett verschwunden sind.
Wie in der vorherigen Untersuchung werden mit der jetzigen Erhebung Informationen zur damaligen Infektion, zur Entwicklung der Beschwerden bis heute und zur aktuellen Gesundheitssituation und Lebensqualität abgefragt. Das Projekt wird auch in den Regionen um Freiburg, Tübingen und Ulm gestartet. Das Ausfüllen des Fragebogens dauert nicht länger als 15 Minuten. Ein portofreier Rücksendeumschlag liegt bei. „Der Datenschutz ist gewährleistet, persönliche Daten werden nicht weitergegeben“, betont das Landratsamt.
Die Forscher wollen über den Vergleich der neuen mit den damaligen Daten herausfinden, ob „Long Covid“ ähnlich häufig wie in den vorherigen Corona-Wellen war, und ähnliche oder vielleicht andere Beschwerden verursacht. Nur mit dieser neuen bevölkerungsbezogenen Studie in Baden-Württemberg gelinge es, zu einem besseren Verständnis des Krankheitsbildes und Entwicklung von Behandlungsmöglichkeiten beitragen zu können, heißt es abschließend in der Mitteilung des Rhein-Neckar-Kreises.