Frauenfastnacht: Laudenbacher Knallfrösche zünden Stimmungsrakete
Die Faschingsfrauen hatten am Freitagabend zur Sitzung in die TG-Halle eingeladen und sorgten für ausgelassene Stimmung bei den Besuchern. Der Erlös kommt der Jugend von drei Vereinen zugute.
Laudenbach. Wehe, wenn sie losgelassen, die Laudenbacher Knallfrösche! Dann ist an Fasching gute Stimmung vorprogrammiert. Die Faschingsfrauen hatten am Freitagabend zur Sitzung in die TG-Halle eingeladen und sorgten für ausgelassene Stimmung bei den Besuchern. Spätestens seit der Fußball-EM im eigenen Land ist der Hit „Major Tom“ endgültig zum Dauerbrenner geworden. Völlig losgelöst von irdischen Problemen starteten die Fastnachtsfrauen zu diesem Song ihr vierfarbig-buntes Feuerwerk, marschierten ein in spaciger Verkleidung, ausgestattet mit aufblasbaren Raketen. Klar, dass das Publikum die Truppe und den anschließenden Tanz bejubelte. „Hipp, hipp, hurra! Mein Name, der ist ...“ – „Barbara“, riefen Barbara Roth und das Publikum im Wechselgesang.
Tolle Moderation
Für die nächsten Stunden übernahm sie gemeinsam mit Tochter Larissa die Moderation des unterhaltsamen Abends. Für den richtigen musikalischen Ton sorgte DJ Manuel Samstag, der tief in die Partyhit-Kiste griff. Ein bisschen kam dabei zwar das fastnachtliche Schunkeln zu kurz, wie die ein oder andere Besucherin feststellte, dafür sang der Rest lauthals die einschlägigen Songs.
Der erste Sketch des Abends führte ins Landratsamt. Dort wollte eine Bäuerin eigentlich nur ihren Traktor anmelden. Die resolute Frau in Kittelschürze und Gummistiefeln fühlte sich im noch leeren Büro pudelwohl und führte über das Amtstelefon in aller Seelenruhe erst einmal ein Privatgespräch mit dem Gatten. Mit der Frau vom Amt gab es dann Dialoge wie diesen: „Wie viel PS hat denn der Traktor?“ – „Der ist rot!“ Oder: „Wir Beamte sind Träger des Staates.“ – „Träger geht’s wirklich nimmer!“ Kerstin Helbig und – neu mit dabei – Silke Dohrmann sparten nicht mit gegenseitigen Nettigkeiten.
Als Klein-Calli sorgte Irene Schmitterer für Lachsalven, auch wenn das Gesagte nicht immer zitierfähig war. Klein-Calli – köstlich, wie Schmitterer die piepsige, lispelnde Kleinkindstimme nachahmte – hatte es aber auch wirklich faustdick hinter den Ohren: Um das richtige Weihnachtsgeschenk zu bekommen, kidnappte der Dreikäsehoch einfach Maria und Josef aus der Krippe in der Kirche und drohte auf dem Wunschzettel, dass das Christkind bei Nichterfüllung seine Eltern nie wiedersehen würde. Vom Lachen erholen konnte man sich bei Hits wie „Sweet Caroline“, „Cordula Grün“ oder „Komm, hol das Lasso raus“ – die ersten trauten sich zu tanzen.
Mit Christian Schmitterer als Begleitung an der Gitarre sangen Angelika Kretschmer, Irene Schmitterer, Dagmar Dohrmann und Kerstin Helbig: „Warum gibt es keinen Mann bei Amazon oder Zalando, den man sich bestellen kann?“ Schnell stimmten vor allem die Frauen in der Halle beim Refrain mit ein. Natürlich formulierte das singende Quintett auch Anforderungen an den Wunschmann: „Und wenn er doch lieber zecht, dann nutz ich mein Rückgaberecht.“
Knifflige Rechenaufgabe
Eine knifflige Rechenaufgabe mussten Nina, Jasmin und Lydia Lachmann lösen. Was 28 geteilt durch sieben ist, lautete die Hausaufgabe des Töchterchens. Sämtliche Versuche, anhand von Rechenbeispielen der Lösung näherzukommen, misslangen. Da brachte es nichts, eine 28-Zimmer-Wohnung durch die sieben Zwerge oder die sieben Geißlein durch 28 Wölfe zu teilen.
Das Mutter-Tochter-Gespann Edda und Anna Schmitterer machte sich als Putzfrauen verkleidet auf Männersuche. Eine Partnerschaftsplattform sollte weiterhelfen. Die Proseccos tanzten sich als „Blues Brothers“ in die Herzen des Publikums. Beim Kampf gegen den Bauchspeck waren Edda Schmitterer, Kerstin Helbig, Irene Schmitterer und Lydia Lachmann im nächsten Sketch trotz aller Bemühungen mit dem Hula-Hoop-Reifen offensichtlich relativ erfolglos. „Der Schwabbel muss fort“, sangen sie zur Melodie des Grease-Hits „You’re The One That I Want“. Der Chantal aus „Fack ju Göhte“ eiferte Larissa Roth nach. Als Chantal von Monnem-Neckarstadt hatte sie den einschlägigen Slang gut drauf. Der Vortrag wimmelte von bekannten Kalauern: „Das haben in deiner Klasse bestimmt 60 Prozent falsch.“ – „So viel sin mer gar net.“ Warum es zwar einen Nord- und einen Südpol, aber weder einen Ost- noch einen Westpol gibt, blieb an diesem Abend ungeklärt. Dafür gab es wertvolle Jobtipps von Chantal: „Noch wichtiger als Nagelstudio oder Shishabar ist Altenpfleger. Das ist voll Trend, weil viele Leute so alt werden wollen.“ Chantal überlegte: „Isch möschte gar net sou alt werden. Isch weiß gar net, ob isch des schaff – so 55 …“ Mit einem Mal fanden sich die Zuschauer bei der Fashion Week wieder, in LA – in Lovely Laudenbach. Alle bestaunten die liebevoll geschneiderten Kreationen – Modell Eimer oder Modell Karton beispielsweise.
Heidi Klum hätte sicher die ein oder andere Dame für ihre Show ausgewählt. Und für alle im Saal gab es Anregungen für den letzten Schrei: Warum nicht mal eine Klobrille als Hut und eine Toilettenpapierrolle als Kette tragen? Als zwei Urlauberinnen vom Bauernhof sorgten Lydia Lachmann und Edda Schmitterer für Lachsalven. Der Bauer hatte den beiden erzählt, dass man auf dem Land immer vom Hahn geweckt wird: „Ich hab ihm gesagt, er soll ihn auf elf Uhr stellen.“ Blöd nur, dass die eine in die Radarfalle geraten ist: „Hat’s geblitzt?“ – „Nee, gescheppert.“
Bis ins kleinste zotige Detail wurden dann von Silke Dohrmann, Irene und Lilienne Schmitterer die Duschgewohnheiten von Frau und Mann miteinander verglichen – mit eindeutig erkennbaren Unterscheidungsmerkmalen: mal als gehäkeltes Etwas, mal als pelziges Dreieck. Über den Rest wird an dieser Stelle der Mantel des Schweigens gehüllt.
Mitreißender Abschluss war der Fastnachtsfrauen-Tanz nach einem Michael-Jackson-Medley. Wirklich toll, was die Damen da tänzerisch auf die Bühne brachten – ein perfekter Moonwalk eingeschlossen.
Mitwirkende beim Einmarsch und den Tänzen: Barbara und Larissa Roth, Nina, Jasmin und Lydia Lachmann, Angelika Kretschmer, Dagmar Dohrmann, Edda Schmitterer, Irene Schmitterer, Kerstin Helbig, Silke Dohrmann, Anna Noy, Anna Rasch, Andrea Kärchner, Monika Eifler, Birgit Schulz, Siegrid Weiland. Trainerinnen: Lydia Lachmann („Blues Brothers“) und Nina Lachmann (Michael Jackson).
Der Erlös des Abends kommt dem Nachwuchs des RSC, des SV und der TG zugute.