Gewerbegebiet Nord: Diese Firmen bekommen den Zuschlag
Den Unkenrufen zum Trotz: "Die Mission ist erfüllt!", sagt Weinheims Bürgermeister Andreas Buske. Jedenfalls fast. In der vierten Vergaberunde entschied sich der Gemeinderat für neun Unternehmen, die ein Grundstück bekommen. Jetzt bleiben nur noch drei Baufelder übrig.
Manche hatten aufgrund der schleppenden Vermarktung der Grundstücke im Weinheimer Gewerbegebiet schon geunkt, mit den Vergabekriterien sei die Latte zu hoch gelegt worden, am Ende scheint die Rechnung für die Stadt Weinheim aber aufzugehen. Am Mittwoch beschloss der Gemeinderat in seiner Sitzung die Vergabe von neun weiteren städtischen Grundstücken. Durch den Verkauf könnten 2,6 Millionen Euro in die Stadtkasse fließen.
Gewerbegebiet Weinheim Nord
Neun Firmen erhielten den Zuschlag für den Kauf eines städtischen Grundstückes im Gewerbegebiet Nord (Bergstraße/Langmaasweg).
Drei der neun Grundstücke konnten an Weinheimer Betriebe vergeben werden. Fünf Grundstücke ermöglichen Handwerksbetrieben eine Erweiterung.
Folgende Firmen kommen zum Zuge: Malerbetrieb Rexhepi (Einzelunternehmen), Handwerk (Malerbetrieb), Weinheim; NIS – Nordic Industrial Services GmbH, Dienstleistungen (Facility Management) Viernheim; Bruno Schaab Straßen- und Tiefbau (Einzelunternehmen), Handwerk (Handel und Reparatur von Maschinen, Baudienstleistungen), Heppenheim; Jörn Seifert Schreinerei, Handwerk (Schreinerei/Zimmerei/Blechnerei), Birkenau; Bewerbergemeinschaft Holzbau Meyer GmbH & MRP Versicherungsmakler GmbH, Handwerk (Holzbau) & Dienstleistungen (Finanzwesen), Weinheim; TERRA Deutschland GmbH, Dienstleistungen (Vertrieb von Baumaschinen), Heddesheim; Perri & Sohn (Einzelunternehmen), Handwerk (Garten- & Landschaftsbau, Altbausanierung), Ladenburg; Biffberg GmbH, Dienstleistungen (Entwicklung und Betrieb von Gründer- und Gewerbezentren), Neustadt an der Weinstraße; Bauunternehmung Benedikt Wolf (Einzelunternehmen), Handwerk (Bauunternehmung), Weinheim.
Es war die vierte Vergaberunde, und es soll die letzte sein. Wenn alle neun Grundstücke tatsächlich an die Bewerber verkauft werden, so wären nur noch drei von 31 Bauplätzen verfügbar. Die könnten dann einzeln „auf Zuruf“ vergeben werden. Dafür müssten allerdings vorher die Ausschreibungsmodalitäten angepasst werden.
Der Weinheimer Gemeinderat hatte zur Entwicklung des Gewerbegebietes – zwischen B 3 und Bahnlinie gelegen – vor drei Jahren einen Kriterienkatalog der Nachhaltigkeit entwickelt. Diese Kriterien verlangten den Bewerbern viel ab – unter anderem Nachweise zur Schaffung von Arbeitsplätzen und die Aussicht auf Gewerbesteuer. Auch ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit war gefragt. Mithilfe des Anforderungskataloges soll die Balance zwischen Gewerbeentwicklung und Flächenverbrauch gewahrt werden.
Mit Spannung erwartet
„Die Mission ist erfüllt. Mit dem Verfahren ist es gelungen, den Branchenmix im Sinne des Wirtschaftsstandortes Weinheim zu erhalten“, freute sich Andreas Buske, Weinheims Erster Bürgermeister, am Mittwoch in Anwesenheit zahlreicher Bewerber. Sie verfolgten mit Spannung, ob sie tatsächlich zum Zuge kommen. Und das taten zumindest diejenigen, die in die engere Auswahl gekommen waren und damit eine Einladung erhalten hatten. Ausgeschrieben waren zwölf Grundstücke. Dafür gingen 17 Bewerbungen bei der Stadt ein. Zwei Bewerber wurden ausgeschlossen, weil die Unterlagen nicht vollständig waren. Weitere sechs Bewerber scheiterten an den Vergabekriterien.
„Hochwertige“ Unternehmen
Die große Nachfrage nach Gewerbegrundstücken wertet man im Rathaus als positives Zeichen für den Wirtschaftsstandort Weinheim – gerade nach Corona. Zufrieden zeigten sich die Grünen, deren Sprecherin Elisabeth Kramer betonte, dass es durch den Kriterienkatalog gelungen sei, die Grundstücke an „hochwertige“ Unternehmen zu vergeben. Und auch für Monika Springer (Freie Wähler) hat sich das komplizierte Auswahlverfahren bewährt. Gut gedacht, aber zu kompliziert – dieses Fazit zog Heiko Fändrich (CDU). Das sah auch Daniel Schwöbel (SPD) so: „Die Latte wurde schon sehr hoch gelegt.“ Zu Recht, fand Susanne Tröscher von der Wählervereinigung „Mehr Demokratie“ (WMD): „Die Hürde hat durchaus ihre Berechtigung“, sagte sie. Aber auch Bürgermeister Buske erklärte selbstkritisch: „Das Verfahren würde man heute wohl etwas schlanker gestalten.“
Und wie geht es jetzt weiter?
Zunächst wird mit den Bewerbern eine auf sechs Monate befristete Reservierungsvereinbarung geschlossen. Anschließend müssen die Unternehmen einen Finanzierungsnachweis vorlegen. Dann kann der Kaufvertrag unterzeichnet werden.