Weinheim

GigaNetz prangert Wettbewerber wegen Falschinformationen an

Die Vermarktung kommt in Weinheim nicht voran. Ein Grund könnten nach Angaben der Deutschen GigaNetz Falschinformationen sein, die Wettbewerber verbreiten

Die Deutsche GigaNetz will Glasfaseranschlüsse bis in jedes Haus legen. Doch die Vermarktung kommt in Weinheim nicht voran, was laut GigaNetz auch an "Störmanövern" von Mitbewerbern liegen könnte. Foto: Deutsche GigaNetz
Die Deutsche GigaNetz will Glasfaseranschlüsse bis in jedes Haus legen. Doch die Vermarktung kommt in Weinheim nicht voran, was laut GigaNetz auch an "Störmanövern" von Mitbewerbern liegen könnte.

In Weinheim, aber auch in Dossenheim und Edingen-Neckarhausen bemüht sich die Deutsche GigaNetz, möglichst viele Haushalte für den flächendeckenden Glasfaserausbau zu gewinnen. Doch die Vermarktungsquote ist in Weinheim noch weit entfernt vom angepeilten Ziel, mindestens 35 Prozent aller Haushalte zu einem Vertragsabschluss zu bewegen. Laut GigaNetz-Website sind es in Weinheim aktuell 21 Prozent. Und die sogenannte Vorvermarktungsphase läuft in Weinheim nur noch bis zum 8. Januar 2024, in Edingen-Neckarhausen bis zum 22. Januar und in Dossenheim bis zum 29. Januar.

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"Nur bei Erreichen dieser Zielquote können die Planungs- und anschließende Bauphase umfassend beginnen", heißt es dazu in einer aktuellen Pressemitteilung der Deutschen GigaNetz. Jüngst seien den Gemeinden sowie dem Telekommunikationsunternehmen jedoch "unprofessionelle Vertriebstätigkeiten im Umgang mit potenziellen Kundinnen und Kunden" gemeldet worden.

Verbreitung von Fehlinformation

Eine detaillierte Prüfung der Geschehnisse habe ergeben, dass Personen, die im Auftrag des Wettbewerbs tätig sind, die Fehlinformation verbreiten, dass das bereits bestehende VDSL-Netz ein Glasfasernetz sei. Wie die Pressestelle der GigaNetz auf WN-Nachfrage erklärte, handele es sich dabei um Personen, die im Auftrag der Telekom tätig seien. Von der Telekom lag bei Redaktionsschluss noch keine Stellungnahme zu den Vorwürfen vor.

„Die Vorgehensweise des Wettbewerbers macht uns fassungslos. Wir kritisieren ein derart unprofessionelles Verhalten scharf. Durch die Verbreitung von Fehlinformationen werden die Bürgerinnen und Bürger gezielt getäuscht. Wir gehen davon aus, dass hierbei das Ziel verfolgt wird, unser geplantes Vorhaben zu stören und sich durch falsche Aussagen Bestandskunden weiter zu sichern“, betonte Guido Rost, Projektleiter bei der Deutschen GigaNetz, in der Stellungnahme. „Wir bitten die Bürgerinnen und Bürger, wachsam zu sein. Lassen Sie sich bitte die Ausweise der Vertriebsmitarbeiter zeigen. Sie erkennen den von uns beauftragten Vertrieb zudem an der GigaNetz-Kleidung. Wir empfehlen, stets kritisch zu hinterfragen, um welches Unternehmen es sich handelt." Nur die Deutsche GigaNetz plane derzeit in Dossenheim, Edingen-Neckarhausen und Weinheim den Ausbau eines echten Glasfasernetzes mit einer bis zu zehnfachen Geschwindigkeit im Vergleich zur VDSL Technologie.

Wie Vertriebsleiterin Bernadeta Juknaite betonte, gebe es erhebliche Unterschiede zwischen Kupfer-VDSL und der Glasfasertechnologie: „Bei einem VDSL-Anschluss endet die Glasfaserleitung in der Regel mehrere Hundert Meter entfernt im Verteilerkasten auf dem Bürgersteig. Das heißt: Kunden surfen die letzten Meter über Kupferleitungen, die unter Umständen bereits Jahrzehnte alt sind. Dies verringert die Übertragungsgeschwindigkeiten maßgeblich und ist nicht zukunftsfähig." Echte Glasfaseranschlüsse würden hingegen bis in jedes einzelne Gebäude verlegt. So bleibe die bestellte Übertragungsgeschwindigkeit konstant hoch, unabhängig der Leitungslänge oder der Anzahl der Nutzer im Netz.

Methoden bekannt

Die Situation in Dossenheim, Edingen-Neckarhausen und Weinheim sei keine Ausnahme, heißt es weiter in der Mitteilung von GigaNetz. Die Kritik an einem solchen Marktvorgehen bestehe seit geraumer Zeit deutschlandweit. „Natürlich erschweren solche Störmanöver des Wettbewerbers aktuell die Vermarktungssituation, doch davon lassen wir uns nicht beirren. Es bleibt unser Ziel Dossenheim, Edingen-Neckarhausen sowie Weinheim auszubauen und wir sind nach wie vor optimistisch, die Voraussetzungen dafür erfüllen zu können”, erklärte Bernadeta Juknaite.

Beratungsteam informiert vor Ort

Wer Fragen zum Infrastruktur-Projekt, zur Technologie, zu den möglichen Tarif-Optionen oder den Anschlussmöglichkeiten hat, kann sich von Medienberatern persönlich beraten lassen. Dies ist möglich im Glasfaser-Shop Dossenheim, am Bahnhofsplatz, jeden Montag, Mittwoch, Freitag und Samstag von 11 bis 16 Uhr; im Glasfaser-Shop Edingen-Neckarhausen am Messplatz/Rathausstraße, mittwochs von 9 bis 17 Uhr, freitags von 14 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 14 Uhr; sowie im Glasfaser-Shop Weinheim, Bergstraße 7, jeden Samstag von 10 bis 15 Uhr. Individuelle Termine für Zuhause können zudem rund um die Uhr online über den Buchungs-Button auf der Website vereinbart sowie alle Informationen zum Ausbau eingesehen werden.

Hinweis: Der Bericht wurde aktualisiert, nachdem die Deutsche GigaNetz auf WN-Nachfrage mitgeteilt hat, dass es sich bei dem Wettbewerber um die Telekom handeln soll. Von der Telekom lag bei Redaktionsschluss am Dienstag noch keine Stellungnahme zu den Vorwürfen vor.