Hemsbach: Feuerwehr zum Jubiläum bestens aufgestellt - Lob von Bürgermeister Kirchner
Die Feuerwehr Hemsbach blickt auf ein ereignisreiches Jahr zurück. Bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Hemsbach gab es großes Lob vom Bürgermeister, zahlreiche Beförderungen und wichtige Neuerungen – ein starkes Zeichen für die Zukunft der Wehr.
Hemsbach. Keine Ehrungen, dafür umso mehr Beförderungen: Allein dieser Umstand war bei der jüngsten Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr am Samstagabend Hinweis darauf, dass die Floriansjünger in der Bergstraßenstadt eine starke Gemeinschaft mit großer Leistungsbereitschaft bilden.
Dass diese Leidenschaft im Ehrenamt keine Selbstverständlichkeit ist, brachte gleich zu Beginn der Veranstaltung im Lehrsaal des Feuerwehrkomplexes in der Hildastraße auch Jürgen Kirchner zum Ausdruck. In seinem Grußwort stellte der Bürgermeister unmissverständlich fest, dass die Hemsbacher Feuerwehr „bestens aufgestellt ist und alle Bürger der Stadt sich glücklich schätzen dürften, eine solche Feuerwehr zu haben.“ Er sei immer wieder beeindruckt vom Engagement der Truppe und ihrem Selbstverständnis, sich schwierigen und manchmal auch belastenden Situationen zu stellen, so der Rathauschef weiter. Denn die Aufgaben der Wehr beschränkten sich schon lange nicht mehr nur auf Retten, Bergen, Löschen und Schützen. Mit der Vermittlung sozialer Kompetenzen nicht nur im Jugendbereich, der Stärkung des Ehrenamtes, der ständigen Weiterbildung und der Förderung des kameradschaftlichen Miteinanders seien diese vielfältiger geworden, um auf die sich ständig verändernden Anforderungen reagieren zu können. Dazu gehörten auch die früher nicht vorstellbaren Angriffe auf ehrenamtliche Einsatzkräfte. Daher nutze er gerne die Gelegenheit, für den im vergangenen Jahr geleisteten Einsatz und die damit verbundene Arbeit zu danken.
Einige Neuerungen
Gerne griff der neue Kommandant Patrick Janowski diesen Faden auf und verwies auf einige Neuerungen seit der Neubesetzung des Kommandos. So habe man erfolgreich neue Fachabteilungen gebildet, die eigenständig arbeiteten und dem Kommando viel Arbeit abnehmen würden, was angesichts des gestiegenen Verwaltungsaufwands sehr begrüßt würde.
In diesem Zusammenhang dankte Janowski seinem Stellvertreter Volker Polzin für die gute Zusammenarbeit. „Wir sind ein gutes Team geworden und ergänzen uns in vielen Punkten nahezu perfekt“, so der Kommandant. Und weiter: „Wir haben die Aufgaben verteilt, so dass jeder sein Spezialgebiet hat.“ Zudem habe man dank vieler motivierter Kameraden die Arbeiten auf noch mehr Schultern verteilen können, indem neue Abteilungen geschaffen wurden, die das Kommando durch selbstständiges Abarbeiten von Aufgaben entlasteten.
Trotz dieser internen Maßnahmen werde man aber an „einer Neuerung, die es so in Hemsbach noch nicht gab“, nicht herumkommen: Neben den ehrenamtlichen Gerätewarten gebe es nun auch einen hauptamtlichen in Teilzeit. Wie Janowski wissen ließ, sei dieser notwendig geworden, da der Aufwand an Prüf- und Pflegearbeiten im modernen Fuhrpark so immens angewachsen sei, dass dieser nur noch schwer im Ehrenamt abgebildet werden könne. In seinem Rückblick auf das vergangene Jahr hob der Kommandant auch wichtige Fortschritte bei der Technik hervor, wie zum Beispiel die Zusatzalarmierung über eine Handy-App. Und mit der Modernisierung der Küche in der Feuerwache sei zudem ein lang gehegter Wunsch der Mitglieder endlich in Erfüllung gegangen. Diese sei zum Großteil ehrenamtlich durchgeführt worden und dadurch erheblich Kosten eingespart habe.
110 Einsätze im Jahr 2024
Wie Janowski weiter berichtete, habe das Einsatzjahr 2024 zwar gleich in den ersten zwei Stunden, dafür aber recht unspektakulär mit einem Mülleimerbrand begonnen. Es folgten insgesamt 110 Einsätze, darunter 16 Brandeinsätze und 73 technische Hilfeleistungen. Besonders hervorgehoben wurde vom Kommandanten ein Einsatz, bei dem eine bewusstlose Person aus einem brennenden Schuppen gerettet werden konnte, sowie die Beteiligung beim Großbrand im Weinheimer Miramar.
Die Jugendfeuerwehr war ebenfalls aktiv und nahm an verschiedenen Veranstaltungen teil. Besonders in Erinnerung wird noch lange das Zeltlager in Laudenbach bleiben, das wegen Starkregens zur Schlammschlacht ausartete und sogar Evakuierungen notwendig machte.
Positiv verliefen dagegen die Besuche bei der Werkfeuerwehr der BASF, der DLRG und der Bergwacht Heppenheim. Trotz Personalmangels hätten viele ansprechende und jugendgerechte Übungen durchgeführt werden können. Erfreulicherweise konnten im Verlauf des Jahres drei neue Jugendleiter und ein neuer stellvertretender Jugendwart zur Mitarbeit beim Feuerwehrnachwuchs gewonnen werden.
Der Spielmannszug der Feuerwehr hatte laut Bericht seines Leiters Simon Hein im Jahr 2024 neun Auftritte. Ein Highlight sei die Ehrung eines Mitgliedes für 70 Jahre Zugehörigkeit zur Feuerwehr gewesen. Leider habe sich auch im vergangenen Jahr keine Trendwende der Abteilung abgezeichnet. Personal und Auftritte seien wie bei den Spielmannszügen im ganzen Land Baden-Württemberg, rückläufig.
Dennoch blicke der Spielmannszug zuversichtlich in die Zukunft. Eine Kombination aus Mitgliederwerbung und der Bildung von Spielgemeinschaften mit den Spielmannszügen aus Laudenbach und Sulzbach haben schon eine spürbare Verbesserung der Situation gebracht. Durch diese Kooperation mit den Nachbarwehren hätten mehrere Auftritte durchgeführt werden können, die sonst aufgrund von kurzfristigen Personalausfällen abgesagt worden wären.
Zum Abschluss der Versammlung erinnerte Bürgermeister Kirchner an die Hauptversammlungen von 2011 und 2012, als er bedauerlicherweise habe zur Kenntnis nehmen müssen, dass die Feuerwehr einen maroden Fuhrpark habe. Umso mehr freue es ihn, dass der Fuhrpark nun hauptamtlich durch einen Gerätewart betreut werde. „Das nehme ich heute mit auf den Heimweg“, so Jürgen Kirchners Schlusswort unter „Verschiedenes“.
Beförderungen und Ernennungen
Alle Hände voll zu tun mit der Überreichung von Urkunden hatte Hemsbachs Feuerwehr-Kommandant im Rahmen der jüngsten Hauptversammlung unter dem Punkt „Beförderungen und Ernennungen“. Nachfolgend die ausgezeichneten Mitglieder: Feuerwehrfrau-Anwärterin: Alina Wagner; Feuerwehrmann-Anwärter: Benjamin Bangert, Urs Janowski; Feuerwehrfrau: Madleen Engelhardt; Hauptfeuerwehrmann: Robert Stief-Rheinfrank; Löschmeister: Simon Hain; Brandmeister: Volker Polzin; Leitender Hauptbrandmeister: Patrick Janowski; Gruppenführer des Zuges 4 (Gruppe 2): Simon Hain; Kommissarischer Gruppenführer des Zuges 1 (Gruppe 1): Lars Beier; Leiter der Dekon-Einheit: Matthias Rößling; stellvertretender Jugendfeuerwehrwart: Jan-Eric Polat; Jugendleiter-Anwärterin: Madleen Engelhardt, Alina Wagner; Jugendleiter Anwärter: Georgios Marigopolous; Kassier: Stefan Büchel; Schriftführerin: Alexandra Jeck. (tak)